Newsletter abonnieren

Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche.

Datenschutz-Bestimmungen

Hochbau/

Weltpremiere in Neubulach: Roboter drucken Netto-Supermarkt

Weltpremiere in Neubulach: Roboter drucken Netto-Supermarkt
Ungewöhnliche Baustelle im Nordschwarzwald: Hier entsteht ein Discountmarkt im 3D-Betondruckverfahren. | Foto: Heidelberg Materials

In Neubulach im Nordschwarzwald entsteht der weltweit erste Supermarkt im 3D-Betondruck. Das Projekt für den Netto-Markt überträgt das automatisierte Bauverfahren erstmals auf den großflächigen Gewerbebau. Zum Einsatz kommen dabei zwei mobile Großraumroboter und ein CO2-reduzierter Spezialbeton von Heidelberg Materials.

Automatisierte Wandfertigung mit dem Großraum-Roboter

Der Bau von Handelsimmobilien erfordert kurze Bauzeiten und standardisierte Abläufe. Beim Rohbau des neuen Lebensmittelmarktes weichen die Projektpartner vom klassischen Verfahren ab: Anstatt Wände aufwendig einzuschalen, fertigen mobile Roboter die Tragstruktur direkt vor Ort. Auf einer Grundfläche von 1.700 Quadratmetern entstehen so mehr als 1.300 Quadratmeter Wandfläche. Die gedruckten Wände erreichen Höhen von bis zu sieben Metern.

Für den Druckprozess nutzt das ausführende Unternehmen Nelcon die mobile 3D-Betondrucktechnologie Instatiq P1. Bei dem Großraum-Roboter handelt es sich um eine Technologie, die präzise Steuerungssysteme mit einem 26 Meter langen Mastausleger kombiniert. In einzelnen Bauphasen kamen erstmals zwei dieser Systeme parallel zum Einsatz. Das System ist besonders mobil: Die Bediener versetzen die Roboter flexibel auf dem Fundament, was das schrittweise, schnelle Drucken großflächiger Hallenstrukturen direkt aus dem Fahrmischer ermöglicht. Nur hochbelastete Bauteile wie Stützen und Ringbalken entstehen in konventioneller Schalungstechnik, um die statischen Vorgaben des Ingenieurbüros Stetter-Maier-Schmid zu erfüllen.

Ohne Schalung: Mit bis zu sieben Meter hohen Wänden und mehr als 1.300 m² gedruckter Wandfläche ist das Projekt derzeit weltweit das größte realisierte 3D gedruckte Gebäude. | Foto: Heidelberg Materials
Ohne Schalung: Mit bis zu sieben Meter hohen Wänden und mehr als 1.300 m² gedruckter Wandfläche ist das Projekt derzeit weltweit das größte realisierte 3D gedruckte Gebäude. | Foto: Heidelberg Materials

CO2-Vermeidung durch innovative Zementtechnologie

Die logistische Herausforderung des Projekts liegt in der Materialrezeptur: Der Transportbeton muss flüssig genug für die kontinuierliche Pumpförderung durch die Rohrleitungen des Roboterarms sein, nach dem Austritt aus der Düse jedoch sofort eine ausreichende Grünstandsfestigkeit entwickeln, um das Gewicht der nachfolgenden Schichten zu tragen.

Im Bau kennen wir uns aus!

Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche. Gleich abonnieren!

Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz.

Newsletter Anmeldung
Newsletter Anmeldung

Um den CO₂-Fußabdruck des Rohbaus zu senken, setzt Heidelberg Materials erstmals den Zement „Evozero“ für den mobilen 3D-Druck ein. Das Bindemittel basiert auf dem Prinzip der CO₂-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage). Das im norwegischen Zementwerk Brevik entnommene Treibhausgas wird verflüssigt und dauerhaft unter dem Meeresboden der Nordsee eingelagert. Diese Technologie ermöglicht eine signifikante CO₂-Reduzierung des Frischbetons direkt im Herstellungswerk, ohne dass die anspruchsvollen Fließeigenschaften, die schnelle Festigkeitsentwicklung und das Erstarrungsverhalten des Druckbetons modifiziert werden müssen.

Der spezielle Transportbeton zeichnet sich durch hohe Pumpfähigkeit, Formstabilität und schnelle Festigkeitsentwicklung aus. | Foto: Heidelberg Materials
Der spezielle Transportbeton zeichnet sich durch hohe Pumpfähigkeit, Formstabilität und schnelle Festigkeitsentwicklung aus. | Foto: Heidelberg Materials

Integration in den klassischen Baubetrieb

Das Projekt in Neubulach zeigt erneut, wie sich digitale Automatisierung und konventioneller Rohbau in der Praxis verzahnen lassen. Während die Roboter die Außenwände drucken, koordiniert das Rohbauunternehmen Köhler die baulichen Schnittstellen und den anschließenden Innenausbau. Für standardisierte Gebäude mit großen Wandflächen und klar strukturierten Abläufen ist der 3D-Betondruck also geeignet – und sich gleichzeitig in reale Bauprozesse integrieren lässt.

Heidelberg Materials liefert den speziell entwickelten 3D-Druckbeton mit dem Near-Zero-Zement "evoZero", die Ausführung übernimmt Nelcon, ein Joint Venture von Züblin und Instatiq. | Foto: Heidelberg Materials
Heidelberg Materials liefert den speziell entwickelten 3D-Druckbeton mit dem Near-Zero-Zement "evoZero", die Ausführung übernimmt Nelcon, ein Joint Venture von Züblin und Instatiq. | Foto: Heidelberg Materials

3D-Betondruck schafft die Serienreife

Der Supermarkt-Rohbau im Schwarzwald markiert den nächsten Schritt der industriellen Skalierung. Den Anfang machten vor drei Jahren Pionierprojekte, wie etwa das erste öffentliche Gebäude in 3D-Druck in Nordkirchen. Das erste serielle 3D-Druckprojekt im deutschen Wohnungsbau wurde 2025 von Peri 3D Construction und Heidelberg Materials realisiert. Mit komplexen Gewerbe- und Verwaltungsbauten, wie dem ersten 3D-gedruckten Bürogebäude Norddeutschlands durch die Matthäi-Gruppe, bewies das additive Verfahren endgültig seine architektonische Praxistauglichkeit. Auch ein Keller ist in diesem Jahr schon in 3D-Betondruck entstanden.


Mehr zum Thema:


Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

1
2
3

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistung

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Lieferung

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie passende Bundesländer aus.

Ausschreibungs-Radar
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Verwandte Bau-Themen:

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.

Weitere Newsletter und Informationen

Bauwirtschaft und Baupolitik. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau
Garten- und Landschaftsbau
Unterirdische Infrastruktur: Leitungsbau, Kanalsanierung und Co

Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz