Fuhrpark-Kalkulation
Martin Baur setzt auf Cat 770: Flottentausch nach dreieinhalb Jahren

Wenn ein tonnenschwerer Muldenkipper nach nur dreieinhalb Jahren den Steinbruch verlässt, riecht das nach Totalschaden oder Fehlkauf. Bei der Firmengruppe Martin Baur stecken dahinter jedoch eiskaltes Kalkül, ein überraschender Deal und ein neues Kabinen-Konzept, das den Fahrern bei der täglichen Arbeit im Kalkstein hilft.

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Eigentlich gilt in der Gewinnung eine eiserne Regel: Wer sich einen schweren Starrrahmen-Muldenkipper anschafft, plant mit einer Laufzeit von zehn bis zwanzig Jahren. Umso mehr überrascht der Fuhrpark-Wechsel bei der Firmengruppe Martin Baur in Jungnau. Zwei Cat 770G mussten den Weißjurakalk-Steinbruch schon nach nur dreieinhalb Jahren verlassen. Ein verfrühter Abschied, der Fragen aufwerfen könnte – denn die abgegebenen Maschinen liefen bis zum letzten Tag absolut zuverlässig und effizient.
Der Ulmer Deal und die Restwert-Formel
Der Grund für den schnellen Maschinentausch liegt nicht im Verschleiß, sondern in einer klugen kaufmännischen Gelegenheit. Die Zeppelin-Niederlassung Ulm unterbreitete dem 220-Mitarbeiter-Betrieb ein finanziell derart attraktives Angebot, dass Geschäftsführer Bernd Kempter zuschlug. Die Logik dahinter: Durch den frühen Verkauf der dreieinhalb Jahre alten Maschinen sichert sich das Unternehmen extrem hohe Wiederverkaufswerte auf dem Gebrauchtmarkt. Gleichzeitig sinkt das Risiko für teure Verschleißreparaturen, die bei älteren Großgeräten unweigerlich anstehen, schlagartig auf null.
Der Mittelsitz als heimlicher Favorit der Fahrer
Neben der rein betriebswirtschaftlichen Kalkulation gab ein ergonomisches Detail den Ausschlag für die neue Generation des Cat 770: Der Fahrersitz ist bei dem Dumper exakt in der Mitte der Kabine platziert. Was nach einer Kleinigkeit klingt, löst im engen Kalksteinbruch ein echtes Praxisproblem. Die Stammfahrer haben dadurch eine perfekte Rundumsicht auf die Abbauwände und die Fahrwege. Das sorgt nicht nur für ein entspannteres Arbeiten, sondern verhindert im Alltag teure Rangierschäden und optimiert die Taktzeiten beim Beladen durch den Großbagger.

Hohe Einsatzgarantie durch geteilte Wartung
Damit die Transportkette im Werk nie stillsteht, setzt Martin Baur auf eine Doppelstrategie bei der Wartung. Die Gruppe betreibt zwar eine eigene, modern ausgestattete Werkstatt unter der Leitung von Fuhrparkleiter Steffen Kanthak, holt für die Cat-Großgeräte aber gezielt Zeppelin-Servicetechniker Thomas Schrodi mit ins Boot. Diese enge Kooperation stellt sicher, dass die beiden neuen Muldenkipper permanent betriebsbereit bleiben und Ausfallzeiten minimiert werden.
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Der Wandel von Gebraucht- zu Neumaschinen
Die Anschaffung der beiden neuen Muldenkipper fügt sich nahtlos in einen tiefgreifenden Strategiewechsel ein, den die Firmengruppe seit 2018 vollzieht. Begonnen mit einem Cat-Grader 120M für den Waldwegebau, stellt das Unternehmen seinen riesigen Fuhrpark von 400 bis 450 Geräten konsequent von Gebraucht- auf hocheffiziente Neumaschinen um. „Die Performance muss stimmen, denn wir überzeugen durch Leistung“, betont Steffen Kanthak. Mit Erfolg: Der moderne Maschinenpark, zu dem auch fünf Cat-Radlader 972XE und ein Kettenbagger 352 gehören, sichert die Schlagkraft für die eigenen Kies-, Transportbeton- und Schotterwerke.
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