Newsletter abonnieren

Wir graben für Sie nach Neuigkeiten. Die Ergebnisse gibt es bei uns im Newsletter.
Zustandserfassung/

Unterwasser-Inspektionssystem: Teilautonome Inspektion von Düker & Leitung

Forschungsprojekt Tauwis

Zerstörungsfreie Inspektion von Unterwasserleitungen

30.10.2026, 09:44, aktualisiert 30.10.2026, 09:55
ILMENAU
Unterwasser-Inspektionssystem: Teilautonome Inspektion von Düker & Leitung
Unterwasserfahrzeug des Fraunhofer IOSB-AST beim Einsatz am Müggelsee. Das Tauwis-System kombiniert Sensoren zur elektromagnetischen Inspektion, Sonar und optische Kameras zu einem sensorgesteuerten teilautonomen Inspektionssystem. | Foto: Fraunhofer IOSB-AST

Mit einem im Forschungsprojekt „Tauwis“ entwickelten Unterwasser-Inspektionssystem können Wasserversorger schwer zugängliche Leitungen zerstörungsfrei und ohne aufwendige Tauchereinsätze inspizieren. Bei einem Praxistest im Müggelsee hat das System den Verlauf einer Wasserleitung erfasst und Fehlstellen geortet.


Anzeige
Grabenlos, hygienisch, effizient: SaniTube erhält KTW-BWGL-Zertifikat

Grabenlos, hygienisch, effizient: SaniTube erhält KTW-BWGL-Zertifikat

Die Sanierung von Trinkwasserleitungen ist eine Herausforderung: Neben der technischen Erneuerung spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle.


Das Projekt wurde im Verbund aus Fraunhofer IOSB-AST, der Empit GmbH und dem Technologiezentrum Wasser (TZW) als Verbundkoordinator realisiert. Im Sommer 2026 demonstrierte das Tauwis-System im Müggelsee bei Berlin seine Funktionsfähigkeit: Aufgrund einer Sandschicht auf den zu untersuchenden Leitungen konnten weder Kamera noch Sonar die Leitungsaußenseite direkt erfassen. Dank der präzisen Navigation konnte der Leitungsverlauf dennoch exakt abgefahren und eine Leckage anhand der ausgewerteten Sensordaten geortet werden. Die ermittelten Koordinaten wurden dem Betreiber zur Reparatur übergeben.

„Der Einsatz im Müggelsee hat gezeigt, dass wir Leitungen auch unter schwierigen Sichtbedingungen zuverlässig abfahren und Schadstellen präzise lokalisieren können. Betreiber erhalten damit belastbare Informationen, um Reparaturen gezielt vorzubereiten und Wasserverluste schneller zu begrenzen“, erklärt Ganzorig Baatar, Projektleiter am Fraunhofer IOSB-AST.

Tauwis: CMI-Sensorik trifft auf ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug

Das Herzstück von Tauwis ist die Kombination eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs (ROV) des Fraunhofer IOSB-AST mit einem CMI-Sensor (Current Magnetometry Inspection) von Empit zur Bewertung metallischer Werkstoffe. Eine besondere Herausforderung war dabei, Sensor und Messelektronik so umzubauen, dass beide auch unter Wasser absolut zuverlässig funktionieren.

Das System enthält zwei wesentliche Innovationen. Zum einen wurde die CMI-Technologie erstmals für den Unterwassereinsatz adaptiert. Zum anderen entstand eine Messplattform, welche das Abfahren der Leitungsstücke teilautonom durchführt. Die eigentliche Inspektion erfolgt danach in einem Post-Processing-Verfahren bei der Empit GmbH. Ein Schwerpunkt bestand darin, Sensorik und Elektronik für den Einsatz unter Wasser zu adaptieren, um mit den damit gewonnenen Daten eine teilautonome Steuerung des ROVs zu ermöglichen. Anders als bisher üblich bündelt Tauwis damit Sensorik, Fahrzeug und Auswertesoftware in einem kompakten, steuerbaren System.

Teilautonome Leitungsverfolgung und zerstörungsfreie Inspektion

Das CMI-Sensorsystem errechnet die Lage der Leitung in Echtzeit und übermittelt diese Information direkt an das Navigationssystem des Fahrzeugs. Durch eine entsprechend angepasste Steuerung kann das Fahrzeug auf diese Sensorsignale reagieren und seine Fahrt automatisch danach ausrichten. So wird eine teilautonome Leitungsverfolgung realisiert – lediglich die Tiefensteuerung erfolgt weiterhin manuell durch die Piloten. So können Leitungen präzise abgefahren und Zustands- sowie Lagedaten in nur einem Inspektionsdurchgang systematisch erfasst werden. Mit den gewonnenen Sensordaten lassen sich Korrosion, Deformationen und Leckagen erkennen und zugleich die genaue Position der Leitung dokumentieren. Das Verfahren läuft dabei zerstörungsfrei und ohne Eingriff in den laufenden Betrieb.

Einsatzbereiche und Zukunft: Von Düker-Inspektionen bis zu KI-Edge-Computing

Das Marktpotenzial reicht weit über die Wasserversorgung hinaus. Mit geringfügigen Anpassungen lässt sich das System auch zur Inspektion von Leitungen in Küstengewässern, von Dükern in Wasserstraßen sowie von Wasserstoff-, Öl- und Gasleitungen einsetzen.

Unter anderem soll die Lösung in Folgeprojekten um eine KI-gestützte Edge-Computing-Einheit erweitert werden, um damit eine vollautonome Steuerung und die Echtzeit-Datenauswertung direkt auf dem Fahrzeug selbst zu realisieren. Damit soll dem beauftragten Infrastruktur-Experten eine robotische Lösung mit bestmöglicher Assistenz bei der Bewältigung der Inspektionsaufgaben an die Hand gegeben werden.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Optronik

Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

1
2
3

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistung

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Lieferung

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie passende Bundesländer aus.

Ausschreibungs-Radar
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Verwandte Bau-Themen:


Aktuelle Termine für unterirdische Infrastruktur

Anzeige

10.11.2026 - 11.11.2026

Fachtagung: „Generalentwässerungsplanung"
Anzeige

18.11.2026 - 19.11.2026

InfraSPREE

24.11.2026, 09:00 - 24.11.2026, 16:15

Flüssigboden-Lehrgang

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Leitungsbau, Kanalsanierung, Abwasser – erfahren Sie das wichtigste rund ums Thema unterirdische Infrastruktur.

Weitere Newsletter und Informationen

Bauwirtschaft und Baupolitik. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau
Garten- und Landschaftsbau
Unterirdische Infrastruktur: Leitungsbau, Kanalsanierung und Co

Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz