Sicherheitsmanagement
Neue TSM-Leitfäden erfüllen KRITIS-Anforderungen

Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Leitfäden für das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) in der Ver- und Entsorgungswirtschaft. Die überarbeiteten Versionen des „Allgemeinen Teils“ und des Bereichs „Abwasser“ enthalten wesentliche Neuerungen zu Cyber-Sicherheit, besonderen Bedrohungslagen und künstlicher Intelligenz. Für kommunale Betriebe, Planer und ausschreibende Stellen bedeutet dies eine direkte Anpassung an das KRITIS-Dachgesetz.
Der grundlegend überarbeitete „TSM-Leitfaden Allgemeiner Teil“ ersetzt die bisherige Fassung aus dem Jahr 2021. Die Neufassung gilt spartenübergreifend für die Bereiche Abwasser, Gewässer, Stauanlagen, Trinkwasser, Gas, Strom, Fernwärme sowie Biogas und Flüssiggas. Der Fokus liegt auf der strukturellen Anpassung an das KRITIS-Dachgesetz, um die Stabilität der kritischen Infrastrukturen gesetzessicher nachzuweisen. Betriebe, die sich bis Ende September 2026 einer Überprüfung unterziehen, können im Rahmen einer Übergangsregelung wählen, nach welcher Leitfadenversion die Auditierung erfolgt.
Das Verfahren dient als strategisches Führungsinstrument, um die betriebliche Resilienz der Infrastruktur nachhaltig zu stärken. Durch klare Aufbau- und Ablauforganisationen, dokumentierte Verantwortlichkeiten und geregelte Prozesse wird die Haftung von Unternehmensleitungen minimiert. Neben dem Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz deckt der 134 Fragen umfassende Katalog auch das Entstörungs- sowie das Fremdfirmenmanagement ab. Dies schafft eine verlässliche Basis für rechtssichere Ausschreibungen und Vergaben im Tiefbau.
Cyber-Sicherheit Abwasserwirtschaft: Schutz vor digitalen Bedrohungen der Netzinfrastruktur
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Aktualisierung betrifft die Abwehr von Cyberangriffen und das Management besonderer Bedrohungslagen. Technische Betriebe müssen vermehrt digitale Schutzkonzepte vorweisen, um den Betrieb von Netzen und Anlagen gegen Ausfälle abzusichern. Zudem regelt der neue Leitfaden erstmals die sichere Nutzung und Steuerung von Künstlicher Intelligenz im technischen Betrieb. Diese Anpassungen spiegeln die veränderten Risikoprofile moderner Infrastrukturanlagen wider.
Beim spartenspezifischen „TAM-Leitfaden Abwasser Teil“ standen primär redaktionelle Anpassungen im Vordergrund. Die Vorgängerversion verliert nach einer dreimonatigen Übergangsfrist ihre Gültigkeit. Als Nachweis für eine rechtssichere und wirtschaftliche Organisation dient eine freiwillige, zweitägige Überprüfung durch ein unabhängiges Expertenteam.
Betriebliche Resilienz steigern: Dokumente und TSM-Zertifizierung abrufen
Das Verfahren wird von einem breiten Branchenbündnis getragen, dem unter anderem die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) sowie der Vde angehören. Aktuell verfügen rund 130 Abwasserbetriebe über eine gültige TSM-Bestätigung.
Die aktualisierten Leitfäden können zur Vorbereitung anstehender Prüfungen oder für die Strukturierung von Ausschreibungen kostenfrei bei der TSM-Stelle der DWA angefordert werden. Digitale Leseproben stehen auf der Plattform der Vereinigung zur Verfügung.
Lesen Sie auch:
Weiterlesen:
Neueste Beiträge:
Meistgelesene Artikel
Jetzt Ausschreibungen finden
Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.


Bau


Dienstleistung


Lieferung
Verwandte Bau-Themen:
Top Bau-Themen:
Aktuelle Termine für unterirdische Infrastruktur
Jetzt zum Newsletter anmelden:
Leitungsbau, Kanalsanierung, Abwasser – erfahren Sie das wichtigste rund ums Thema unterirdische Infrastruktur.
Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz








