Gut gebettet im Fernwärmenetz
Eine beständige, aber dennoch flexible Bettung für einen langfristigen Netzbetrieb: Das hat die e-con AG mit Sitz in Memmingen (Bayern) für ihr Fernwärmeprojekt „Regenerative Wärmeversorgung Memmingen Süd und Benningen" gesucht, dem aktuell größten regenerativen Energieprojekt im Allgäu. Die Lösung lag dann ganz nah, nämlich bei der Max Wild GmbH im rund zehn Kilometer entfernten Berkheim (Baden-Württemberg).

Diese hat sich auf die Herstellung von Flüssigboden spezialisiert, den sie aus mineralischen Bauabfällen aufbereitet. Der innovative Verfüllbaustoff kommt im Fernwärmenetz als Bettung zum Einsatz und punktet beim Verlegen der Leitungen für Fernwärme und -kälte sowie Lichtwellenleiter (LWL).
„Es hat sich ausgezahlt, dass wir bei unserem Fernwärmenetz auf Flüssigboden statt auf die standardmäßige Sandbettung gesetzt haben – nicht nur im Hinblick auf einen langfristigen Netzbetrieb. Auch in der Praxis auf der Baustelle hat uns der Flüssigboden überzeugt. Während des Baus hatten wir aufgrund von Hochwasser mit schwankenden Grundwasser-Situationen zu kämpfen, hierbei hat uns der Flüssigboden so einiges erleichtert“, erklärt Peter Waizenegger, Vorstand der e-con AG. Für den Energiespezialisten war es das erste Projekt mit Flüssigboden von Max Wild.
Flüssigboden: Flexibler Recyclingbaustoff

Fernwärmenetz als Leuchtturmprojekt
Regenerativer Wärmemix
Die Wärme für das Fernwärmenetz kommt vom Heizwerk Memmingen Süd/Benningen, einer Energiezentrale aus Hackschnitzelkessel und Großwärmepumpen, die über regenerativen Strom aus den Photovoltaikanlagen an der Start- und Landebahn des Allgäu Airports versorgt werden. Die Abwärme aus dem Netz wiederum läuft zur Energiezentrale. „Wir setzen auf einen Wärmemix, der zu 100 Prozent regenerativ ist“, erklärt Peter Waizenegger. Jährlich werden so bis zu 2,5 Millionen Kubikmeter Erdgas und bis zu 6.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 1.500 Einfamilienhäusern.
Flüssigboden für die Hauptader des Fernwärmenetzes
Der Flüssigboden von Max Wild dient als Verfüllung und Bettung der Hauptleitung des Fernwärmenetzes, die unter anderem in die Stadt Memmingen fließt. Weil hier besonders viel regenerativ erzeugte Wärme transportiert wird, sind auch die Leitungen entsprechend groß. Die Rohre für die Fernwärme haben einen Außendurchmesser von 45 Zentimetern bzw. eine Nennweite von DN 450. Der Durchmesser der Abwärmeleitungen liegt bei 20 Zentimetern (DN 200). Und große Leitungen erfordern auch einen großen Grabenquerschnitt.

Insgesamt ca. 1.000 Meter Leitungen für Fernwärme, Fernkälte und Lichtwellenleiter (LWL) wurden bereits mit dem Flüssigboden von Max Wild verfüllt. Insgesamt ist eine Verfüllmenge von 3.000 m3 eingebaut worden. „Gerade in Nah- und Fernwärmenetzen und je nach Anforderung ist Flüssigboden oft die beste technische Möglichkeit, die Leitungen zu betten und zu umhüllen“, betont Jan Bielefeld, Leiter Geoplan bei der Max Wild GmbH.
Individuelle Rezeptur für Flüssigboden von Max Wild
„Wir haben unseren Flüssigboden speziell auf das Fernwärmeprojekt der e-con AG abgestimmt. Je nach Anwendung und Einsatz stellen wir unseren Flüssigboden individuell durch entsprechende Rezepturen ein“, erklärt Krishan Katzer, Laborleiter Geotechnik bei der Max Wild GmbH. So entsteht eine stabile, aber dennoch leicht mit dem Spaten lösbare Bettung. Das Familienunternehmen produziert seinen Flüssigboden gemäß eigener Eignungsprüfung und Rezepturen aus dem hauseigenen geotechnischen Labor und garantiert die Qualitätssicherung durch die werkseigene Produktionskontrolle. Der Sekundärbaustoff ist nachweislich umweltunbedenklich, güteüberwacht nach BAYBÜV e.V. und gemäß FGSV zertifiziert.
Flüssigboden für einen langfristigen Netzbetrieb
Gegenüber der klassischen Verfüllung mit Sand punktet der Flüssigboden bei der e-con AG mit einem entscheidenden Vorteil: Er ist dauerhaft wiederaushubfähig. Auch bei späteren, fremden Tiefbauarbeiten im Bereich des Wärmenetzes würde der Aushubgraben stabil stehen bleiben und verhindert somit, dass die Rohrumhüllung der bestehenden Sparten „wegbricht“. Der ausgehärtete Flüssigboden lässt sich leicht mit einem Spaten lösen, ganz ohne Spezialgeräte und ganz ohne den Rest des Fernwärmenetzes zu beeinträchtigen. „Wenn Reparaturen oder Erweiterungen anstehen, können wir punktuell vorgehen und haben einen unkomplizierten und schnellen Zugriff auf die Leitungen. Gerade bei der Hauptleitung ist das extrem wichtig, denn wir können diese nicht einfach mehrere Tage stilllegen“, verdeutlicht Peter Waizenegger. Deshalb hat sich die e-con AG bei der Rohrbettung im Hauptachsenbereich des Fernwärmenetzes für den wiederaushubfähigen Verfüllbaustoff entschieden.

Weiterer Punkt für einen langfristigen Netzbetrieb: Der Flüssigboden bietet eine vollflächige und anliegende Umhüllung der Rohre und leitet Reibungskräfte in den Boden ab. Gegenüber der klassischen Verfüllung mit Sand reduziert Flüssigboden so den Rohrverschleiß, denn: „Je besser die Ableitung, desto weniger verschleißen die Rohre. Das ist zentral für einen langfristigen und sicheren Netzbetrieb“, betont Jan Bielefeld.
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Effizienz auf der e-con-Baustelle
Auf der e-con-Baustelle sorgte der Flüssigboden für einen effizienten Workflow: Max Wild hat den Rohrgraben ausgehoben, während die Spezialisten von e-con nebenan parallel die Rohre vorgeschweißt haben. Zum Teil 36 Meter lange Rohre wurden so am Stück in den Rohrgraben gehoben, mit Niederhaltern fixiert und anschließend mit dem Flüssigboden verfüllt. Während der Verfüllung eines Abschnitts wurde bereits der nächste Abschnitt ausgehoben, das gleiche Prozedere folgte.
Weiteres Plus: Der Flüssigboden von Max Wild ist bereits nach ca. 24 Stunden begeh- und überbaubar. Im Falle des Fernwärmenetzes Memmingen Süd/Benningen kamen Kies, Asphalt sowie eine Deckschicht für einen frostsicheren Aufbau über den ausgehärteten Flüssigboden. Denn die meisten Leitungen, die mit dem Flüssigboden von Max Wild verfüllt wurden, verlaufen in Hauptverkehrsbereichen, wie Straßen, Rad- und Gehwegen.
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Verfüllung mit Flüssigboden im Grundwasserbereich
Die e-con AG meisterte dank des Flüssigbodens zudem eine ganz besondere Herausforderung, mit der sie während der Bauarbeiten zum Anschluss der Riedbachstraße (Memmingen) konfrontiert war. Aufgrund des Hochwassers in Süddeutschland im Mai 2024 war der Grundwasserspiegel auf der Baustelle stark angestiegen. „Mit der klassischen Wasserhaltung konnten wir nicht weiterarbeiten. Zudem hatten wir es an dieser Stelle des Fernwärmenetzes mit vielen bereits bestehenden Sparten und Leitungen zu tun. Hier war der Flüssigboden von enormem Vorteil“, erklärt Waizenegger.

Wenn mit Flüssigboden gearbeitet wird, braucht es keinen wasserdichten Verbau, in den meisten Fällen keine bzw. eine geringe Wasserhaltung und keine Grundwassersenkung. Das macht den Flüssigboden gerade auch für Baugrubenverfüllungen im Grundwasserbereich interessant und sehr wirtschaftlich. Als zeitweise fließfähiger, selbstverdichtender Verfüllbaustoff (ZFSV) kommt Flüssigboden zudem ohne eine Verdichtung mithilfe von Rüttelplatten aus. So werden bereits bestehende Leitungen und die angrenzende Bebauung, wie beim Anschluss der Riedbachstraße, geschützt.
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Nachhaltigkeit auf der Baustelle
Passend zum regenerativen Fernwärmeprojekt ist Flüssigboden von Max Wild auch ein besonders nachhaltiger, ressourcenschonender Verfüllbaustoff. Er besteht größtenteils aus aufbereitetem Bodenaushub, dem Zusatzstoffe wie Kalk und Zement sowie Wasser beigemischt werden. Das Recycling schont wertvolle Ressourcen und CO2 sowie Deponie- und Transportkosten. Als Hauptbestandteil des hochwertigen Sekundärbaustoffs Flüssigboden kommen Bodenaushub und mineralische Bauabfälle so wieder zurück in den Kreislauf und vor Ort auf die Baustellen.
Ausbau Fernwärmenetz Memmingen/Benningen
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Quelle: Max Wild
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