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Kanalsanierung/

Schachtsanierung mit Dura.Port: Kostensparend ohne Tiefbau

Schachtsanierung

Polymerbeton-Elemente ersetzen aufwendigen Tiefbau

D
Dipl.-Oec. Eric Niehaus
07.09.2026, 00:00
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Schachtsanierung mit Dura.Port: Kostensparend ohne Tiefbau
Sanierter Schacht | Foto: Wienerberger Infra

In Twistetal-Berndorf sind neun stark korrodierte Schächte mit Dura.Port saniert worden. Mit dem noch jungen Verfahren ließen sich Bauzeiten verkürzen und Kosten sparen.


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Die Sanierungsmaßnahme des Abwasserverbandes, durchgeführt von der Umwelttechnik Franz Janßen GmbH, Goch, zielte besonders auf Schächte in der Nähe der ehemaligen Wurstfabrik Wilke in Berndorf, die nach vier bis fünf Jahrzehnten Nutzungszeit starke Korrosionsschäden zeigten und deren Standfestigkeit zunehmend in Zweifel gezogen werden musste. Maßgeblich hierfür ist die dauerhaft anstehende Belastung mit biogener Schwefelsäure, die den Beton nachhaltig schädigt.

Die mittlerweile stillgelegte Wurstfabrik hat zwar während der Produktionszeit eine eigene Kläranlage betrieben, aber auch die vermeidlich geklärten Abwässer behielten einen Verschmutzunggrad und biologische Aktivität, die trotzdem zu der massiven Schwefelsäure-Korrosion in den Kanälen in dem zu sanierenden Bereich ausgereicht haben.

Herkömmlicher Tiefbau: Hohe Kosten und Materialverschleiß

Bei der Ursprungsplanung der Sanierung in dem Bereich wurde durch den Abwasserverband erwogen, diese Schächte auf herkömmliche Weise durch klassischen Tiefbau auszutauschen. Damit wären aber erhebliche Erdarbeiten, das Herstellen von Baugruben und die Wiederherstellung der Fahrbahn, also erhebliche Kosten für die Sanierungsmaßnahme verbunden gewesen. Außerdem wäre die neue Ausführung der Schächte in konventionellem Beton aber genauso anfällig gegen die weiterhin zu erwartende chemische Belastung gewesen.

Dura.Port: Grabenlose Schachtsanierung mit Baukastensystem aus Polymerbeton

Einbau der Schachtelemente | Foto: Wienerberger Infra
Einbau der Schachtelemente | Foto: Wienerberger Infra

Nach intensiver Marktrecherche des Ingenieurbüros Gröticke hat sich der Abwasserverband Twistetal dafür entschieden, die Sanierung der schadhaften Schachtbauwerke mit dem innovativen Schacht-in-Schacht-Sanierungsverfahren Dura.Port der Marke Steinzeug Keramo vornehmen zu lassen.

Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es komplett ohne Tiefbau auskommt und mit einem Baukastensystem aus Polymerbeton durch die genormte Standardöffnung von DN 625 alle Bauteile in den Schacht eingebracht werden können. Drei Tübbingelemente bilden den Vollkreis für den aufgehenden Schachtteil. Es gibt diese Elemente in den Bauhöhen 100, 250 und 500 mm. Der Konus ist vierteilig aufgrund seines bauartbedingten Gewichts und der Schachtgängigkeit der Einzelteile. Vorgefertigte Gerinne gibt es standardmäßig von DN 150 - DN 600. Hinzu kommt noch die in zwei Halbkreise geteilte Bermeplatte. Diese industriell vorgefertigten Bauteile aus Polymerbeton sind jeweils mit einem Nut-Feder-System versehen und werden mit Epoxidkleber verbunden.

Auskleidung und Hinterfüllung für dauerhaften Halt

In der konkreten Umsetzung der Sanierung mit dem Dura.Port-System werden die Schächte mit einem Durchmesser von DN 1000 mit den Elementen ausgekleidet und mit einem besonders fließfähigen Hinterfüllmörtel vergossen. So wird in diesem Verfahren dauerhaft eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Altschacht und der neuen Polymerauskleidung hergestellt. Auch wenn es über das Gerinne hinaus weitere einragende Stutzen mit weiteren Zuflüssen gibt, lassen sich diese unkonventionell auf der Baustelle anpassen und somit ziegerichtet in das System einbinden. Der sanierte Schacht hat nach seiner Fertigstellung immer noch einen lichten Durchmesser von DN 900 und bleibt somit auch immer noch begehbar.

Polymerbeton ist als hochwertiger Baustoff zur Sanierung allen Anforderungen aus dem kommunalen Abwassernetz, inklusive der hier vorliegenden starken Belastung durch biogene Schwefelsäure, dauerhaft gewachsen. Ein Schacht mit einer Tiefe von ca. 3 m ist mit dem Dura.Port-System in der Regel nach zwei Tagen komplett saniert.

Polymerbeton hat eine glatte Oberfläche, eine sehr hohe Festigkeit und ist äußerst widerstandsfähig gegenüber aggressiven Chemikalien. | Foto: Wienerberger Infra
Polymerbeton hat eine glatte Oberfläche, eine sehr hohe Festigkeit und ist äußerst widerstandsfähig gegenüber aggressiven Chemikalien. | Foto: Wienerberger Infra

Wirtschaftliche Abwasserentsorgung und deutliche Ersparnis

Der Abwasserverband konnte das Projekt durch den Einsatz der Dura.Port-Sanierungsmethode ein Drittel der Kosten einsparen, die im Vergleich zur konventionellen Schachtsanierung mit Komplettausbau des Altschachtes und Neubau im Tiefbauverfahren angefallen wären. Alle Beteiligten waren mit der Umsetzung der Sanierungsmaßnahme mit Dura.Port sehr zufrieden.

Somit ist die Sanierung mit Dura.Port nicht nur ein Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Abwassergebühren, sondern auch die konkrete Vermeidung von unnötigen CO2-Mengen durch den Betrieb von Abwasserreinigungsanlagen und den dazugehörigen Abwassernetzen.

Am 11. Juni 2026 wurde gemeinsam mit dem Abwasserverband, dem Planer der Maßnahme und dem Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Gröticke und Partner GmbH eingeladen. Teilnehmer waren Kommunen, Kommunalbetriebe und Stadtwerke aus dem Landkreis, um die Vorteile des Dura.Port-Schachtsanierungsverfahrens einer breiteren Fachöffentlichkeit in der Region vorzustellen.


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