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Kanalsanierung: Schlauchliner-Qualität, Reststyrol und Monitoring bei Brandenburger

Kanalsanierung: Schlauchliner-Qualität, Reststyrol und Monitoring bei Brandenburger
Beim Brandenburger Planer- und Betreibertag gab es nach den Vorträgen Einblicke in die Linerproduktion. | Foto: Brandenburger

Mit etwa 45 Teilnehmenden aus Planung und Netzbetrieb war nicht nur die Resonanz auf die Einladung zum ersten Planer- und Betreibertag der Brandenburger Liner GmbH in Landau bemerkenswert hoch, auch das durchweg positive Feedback machte diese Veranstaltung zu einer erfolgreichen Premiere.

Die „Grillhütte“ als Veranstaltungsort auf dem Firmengelände von Brandenburger in Landau war bis an die Kapazitätsgrenze gefüllt. Die Teilnehmenden hatten zum Teil weite Anreisewege bis aus Norddeutschland auf sich genommen, um bei diesem neuen Veranstaltungsformat des Herstellers von Schlauchlinern dabei zu sein.

Der Planer- und Betreibertag war die 4. Veranstaltung in einer neu konzipierten Reihe, die sich zum Ziel gesetzt hat, die unterschiedlichen Akteure im Bereich der Kanalsanierung mit zielgruppenorientiert ausgewählten Inhalten über aktuelle Branchenthemen zu informieren. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht werbliche oder verkaufsorientierte Botschaften, sondern Fachinformationen auf hohem Niveau, Großteils präsentiert von externen Referenten.

„Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe den Teilnehmenden einen echten Mehrwert bieten und haben dafür den Anspruch an uns selbst sehr hoch gesetzt“, betonte Tim Brandenburger als Chef der Brandenburger Firmengruppe in seiner Begrüßung.

Daniel von Bernstorff gab einen Einblick in die komplexe Technik des Verbundwerkstoffes aus Harz und Fasern. | Foto: B_I Medien/z. Eulenburg
Daniel von Bernstorff gab einen Einblick in die komplexe Technik des Verbundwerkstoffes aus Harz und Fasern. | Foto: B_I Medien/z. Eulenburg

Schlauchliner-Verbundwerkstoffe: So sichern Planer höchste Einbauqualität

Einblicke in die komplexe Technik des Verbundwerkstoffes aus Harz und Fasern gab Daniel von Bernstorff, Geschäftsführer der Syscribe GmbH. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal sei ein guter Verbund zwischen allen Elementen in der Struktur des Liners. Die grundlegenden Eigenschaften seien nicht abhängig von Hersteller oder Herstellungsprinzip, sondern vom Lagenaufbau, der Faserorientierung, der chemischen Formulierung des Harzes sowie vom Einbauprozess.

Verständnis für das Material sei wichtig, um auf der Baustelle Qualität zu produzieren, betonte von Bernstorff. Temperatur, Viskosität des Harzes, der Aufstellvorgang und die Aushärtung des Liners seien in diesem Zusammenhang wesentliche Faktoren, die es zu beachten gelte.

Dr. Mark Kopietz erläuterte Hintergründe zu der Diskussion über den Reststyrolgehalt. | Foto: B_I Medien/z. Eulenburg
Dr. Mark Kopietz erläuterte Hintergründe zu der Diskussion über den Reststyrolgehalt. | Foto: B_I Medien/z. Eulenburg

Um Faserverbundeigenschaften ging es auch in dem Vortrag von Dr. Mark Kopietz vom Prüflabor Sebastian. Er beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem aktuell häufig diskutierten Thema des Reststyrolgehaltes in den Materialproben von Schlauchlinern. Aufgrund des unterschiedlich hohen Glasanteils in den zugelassenen Linersystemen und bei Missachtung des realen Harzanteils komme es bei gesamteinwaagenbezogen ermittelten Reststyrolwerten zu einer verzerrten Bewertungsgrundlage der chemischen Vernetzung. Eine pauschale und systemübergreifende Anforderung an den Reststyrolgehalt könne deshalb wegen der unterschiedlichen Glas-/Harz-Verhältnisse zu Fehlentscheidungen führen, so Dr. Kopietz.

Aushärtemonitoring: Transparente Prozessüberwachung für Netzbetreiber

Über die Möglichkeiten und den Nutzen eines Aushärtungsmonitorings berichtete Jens Wahr von der Vortex Services GmbH. Er stellte die aktuell verfügbaren Techniken der Temperaturerfassung auf der Innen- und der Außenseite des Liners sowie der Impedanzspektroskopie vor. Außerdem erläuterte er die sich aus den gewonnenen Daten ergebenden Möglichkeiten der Prozesssteuerung, der Prozessüberwachung, einer Beurteilung der Aushärtung sowie der Qualitätssicherung.

Über die Möglichkeiten und den Nutzen eines Aushärtungsmonitorings berichtete Jens Wahr. | Foto: B_I Medien/z. Eulenburg
Über die Möglichkeiten und den Nutzen eines Aushärtungsmonitorings berichtete Jens Wahr. | Foto: B_I Medien/z. Eulenburg

Jens Wahr betonte die Bedeutung der Datenerfassung auf der Außenseite des Liners. Dies sei die kälteste und somit kritischste Zone im Wandquerschnitt. Nur dort sei zuverlässig erkennbar, ob eine sichere Durchhärtung über die gesamte Wanddicke erreicht worden sei.

Wahr sieht in einem Aushärtemonitoring keinen Ersatz für bestehende Prozesse, sondern eine zusätzliche Informations- und Qualitätsebene. Durch die Verbindung von Vorgaben, Messdaten und äußeren Randbedingungen sowie eine zusätzliche intelligente Auswertung von Einbaureihen, etwa durch Nutzung der Datenbank Mate von Syscribe, lasse sich nicht nur die individuelle Sanierungsqualität sichern. Darüber hinaus ermögliche dies Auftraggebern, Planern und Sanierungsunternehmen, Tendenzen und Trends für Folgeinstallationen und -projekte zu erkennen.

Linerstatik und Nachhaltigkeit: Zukunftssichere Kanalsanierung planen

Vorträge zu Linerstatik von Markus Maletz von der LGA Nürnberg und aus dem Hause Brandenburger zum Dehnverhalten der Liner von Daniel Stelzer, zum Einfluss von Einbauparametern auf die Qualität des Endproduktes von Willi Voss bis hin zum aktuellen Stand der Diskussion und des Regelwerkes zur Bewertung der Nachhaltigkeit in der Kanalsanierung von Sina Verhoeven rundeten das anspruchsvolle und aktualitätsbezogene Programm ab.

Die vielen Diskussionsbeiträge zu den Vorträgen zeigten, dass die Themen seitens der Organisatoren richtig gesetzt waren. Und bevor der Tag mit einem gemeinsamen Grillabend ausklang, war vor dem Hintergrund der vielen positiven Rückmeldungen den Verantwortlichen bei Brandenburger klar: Dies soll nicht der letzte Planer- und Betreibertag gewesen sein.

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