Schächte als Tor zur Unterwelt im Fokus
Rund 60 Teilnehmer konnte Tim Brandenburger als Gastgeber zum 1. Symposium Schachtsanierung der Brandenburger Liner GmbH begrüßen. Das Interesse zeigt: Die Schächte geraten zunehmend in den Blick der Netzbetreiber.

Nach dem Basic- und dem Expertenseminar zum Thema Schlauchlining vervollständigte das Schachtsymposium den Dreiklang der neu konzipierten Informationsveranstaltungen, die, so Tim Brandenburger, seitens des Unternehmens nicht nur intensiviert, sondern inhaltlich wie fachlich einem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden sollen.
Großer Handlungsbedarf bei der Sanierung
Zum Auftakt in der bis auf den letzten Platz gefüllten „Grillhütte “ auf dem Brandenburger-Firmengelände wies Benedikt Stentrup, Vorsitzender des Bundesverbandes Grabenlos (BGT) und Geschäftsführer von Sanierungstechnik Dommel, auf die Dimension des Themas Schächte und deren Bedeutung im Gesamtsystem der Entwässerungsinfrastruktur hin und sprach in Analogie zum weit verbreiteten Videospiel Minecraft vom „Tor zur Unterwelt“. Die Rede sei von geschätzt 10 bis 13 Millionen Schächten im öffentlichen Bereich und noch einmal 25 bis 30 Millionen auf privaten Grundstücken. Die Schadensquote im öffentlichen Bereich wird aktuell auf 30 bis 50% geschätzt.
Trotz des erkennbaren Sanierungsstaus und eines entsprechend großen Handlungsbedarfes würden die Schächte vielerorts nach wie vor eher stiefmütterlich behandelt. Dabei seien die Voraussetzungen zum Handeln in Form bewährter - insbesondere grabenloser – Sanierungstechnologien und dazugehöriger Regelwerke vorhanden.

Erfahrungen eines Netzbetreibers

Als besondere Empfehlung gab Hamann den anwesenden Netzbetreibern mit auf den Weg, die Sanierung der Schächte getrennt von der Sanierung der Haltungen auszuschreiben. Die Schachtsanierung sei bezüglich Planung und Ausführung eine anspruchsvolle Aufgabe, die nicht im Rahmen der Sanierung einer Haltung nebenbei miterledigt werden sollte.
Vergleichende Betrachtung
Stefan Blenke ist seit 2008 im Unternehmen Brandenburger Liner beschäftigt. Er war maßgeblich an der Entwicklung des Schachtliners aus dem Hause Brandenburger beteiligt und ist heute verantwortlich für das Produktmanagement Vertical. Blenke beleuchtete in seinem Vergleich unterschiedlicher Sanierungssysteme die Stärken und die Einsatzgrenzen der einzelnen Sanierungstechniken von der händischen Sanierung über mineralische, kunststoffbasierte, Schacht-in-Schacht-Systeme bis zum Ersatzneubau. Blenke betonte die Berechtigung aller Techniken.
Im Mittelpunkt der Entscheidung für das eine oder andere System sollte nicht die Präferenz für ein bestimmtes Produkt oder Verfahren stehen. Maßgeblich für die optimale Auswahl seien die Randbedingungen vor Ort, bauliche und schadensspezifische Kriterien sowie sanierungsstrategische Überlegungen. Investitionskosten allein seien vor diesem Hintergrund kein Entscheidungsmaßstab, betonte Blenke und empfahl auch den Betrieb und Unterhaltung in die Überlegungen einzubeziehen.
Eine flexible Lösung

Mit dem Schachtliner „BB Vertical“ stellte der Leiter der Anwendungstechnik Manuel Geissler die aktuelle Schachtsanierungslösung von Brandenburger vor. Zu den besonderen Eigenschaften dieses Produktes gehört seine hohe Dehnfähigkeit. Damit passt sich der Liner an die Schachtgeometrie an. Ein genaues Aufmaß des Schachtes und eine Vorkonfektionierung des Schachtliners sind nicht erforderlich, das Linermaterial kann als Meterware verwendet werden. Außerdem sei eine vollständige Sanierung einschließlich der Berme möglich, betonte Geissler. Der schnelle Einbau ermögliche es, in kurzer Zeit ein im ausgehärteten Zustand selbsttragendes, zuverlässig dichtes System herzustellen.
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Ergänzt wurde das Programm des 1. Symposiums Schachtsanierung durch Kurzvorträge und eine kleine Ausstellung von Anbietern ergänzender Technologien wie der Anbindung von Zuläufen oder spezieller GFK-Arbeiten. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit Branchenexperten, die aktuelle Stimmungen und Trends der Branche thematisierte.
Insgesamt stieß das 1. Symposium Schachtsanierung der Brandenburger Liner GmbH bei den Teilnehmern auf ein betont positives Feedback. „Eine sehr gelungene Veranstaltung“, so das vielfach geäußerte Fazit. Und seitens der Veranstalter soll es nicht die letzte gewesen sein.
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