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Kanalsanierung/

IFAT 2026: Grabenlose Sanierung & Kunststoffrohre für die Infrastruktur

BGT und KRV auf der IFAT

Verantwortung für unsere Leitungsinfrastruktur übernehmen

22.05.2026, 13:53
HAMBURG
IFAT 2026: Grabenlose Sanierung & Kunststoffrohre für die Infrastruktur
Podiumsdiskussion auf dem BGT-Gemeinschaftsstand (v.l.n r.): Michael Stätter (Geiger Kanaltechnik GmbH & Co. KG), Mike Böge (Institut für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e.V.), Dr. Johannes Lis (KRV) und Oliver Denz (WKT Westfälische Kunststofftechnik GmbH) | Foto: BGT

Während der IFAT boten der Bundesverband für grabenlose Technologien (BGT) und der Kunststoffrohrverband (KRV) interessierten Messebesuchern fünf Vorträge und eine Podiumsdiskussion rund zu grabenlosen Technologien mit Verwendung von Kunststoffrohren an. Veranstaltungsorte waren der BGT-Gemeinschaftsstand und einzelne Stände von KRV- und BGT-Mitgliedsunternehmen.


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Durch das Programm unter dem Motto „Verantwortung für unsere Infrastruktur“ zog sich ein roter Faden. Die Referenten und Diskussionsteilnehmer zeigten anschaulich, dass wir einfach mal machen müssen, um unsere wertvolle Ver- und Entsorgungsinfrastruktur zu erhalten und auszubauen. Die aktuellen Anstrengungen reichen noch nicht aus, um eine deutliche Verbesserung der Netzzustände zu erzielen. Vielfach behindern wir uns selbst mit strengen Vorgaben, langen Genehmigungsverfahren, aufwändigen Prozessen und nicht zielführenden Diskussionen. Wir brauchen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine deutlich größere Kraftanstrengung und eine „Machermentalität“, um der großen Herausforderung des Infrastrukturerhalts gerecht zu werden.

Das Programm startete mit einem Vortrag von Kai Herzogenrath, DB InfraGo AG, und Ingo Zimmer, The Malamute GmbH, zu einer grabenlosen Erneuerung einer Bahnquerung unter laufendem Betrieb. Sie zeigten, dass fachliches Knowhow, sorgfältige Planung und Dokumentation der Arbeiten ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg sind. Auch ein funktionierendes Team von Mitwirkenden trägt maßgeblich dazu bei. Bei vertrauensvoller, verlässlicher und fachgerechter Durchführung aller Arbeiten – auch unter Betrieb – ist es sogar möglich, die Bürokratie zu verschlanken und formale Vorgänge zu entschlacken, um die nötigen Arbeiten zu beschleunigen und einfach mal zu machen. Davon profitieren letztendlich die Bahnnutzerinnen und -nutzer. Und die gewonnenen Erfahrungen können für zukünftige Projekte genutzt werden.

Burkhard Malcus von der Stadtentwässerung Mülheim a. d. R. stellte Vorteile von GFK-Profilen im Stauraumbau zur Verbesserung der Resilienz gegen zunehmende Starkregenereignisse vor. Im Vergleich zu klassischen Stahlbetonlösungen sind die Aushubmassen geringer, die Rohrinnenwandungen glatter und die Nutzungsdauer länger. Daraus ergeben sich bauliche, betriebliche und wirtschaftliche Vorteile. Der innovative Ansatz wirkt sich einfach mal positiv auf die Abarbeitung des Sanierungsrückstaus, die Erhöhung der Resilienz der kritischen Abwasserinfrastruktur und die Bau- und Betriebskosten aus.

Und das von Jörg Sommer, Simona AG, vorgestellte Berstlining mit innovativer grabenloser Anbindung von Anschlussleitungen kommt Beitragszahlern, Immobilienbesitzern und Anwohnern zugute. Der technologische Fortschritt des sogenannten TOP-Verfahrens (Tight-Out-Pipe-Verfahren) reduziert Bauzeit, Kosten und Verkehrsbeeinträchtigen. Es verbessert auch die Hydraulik und vermeidet Querschnittsverluste. Das innovative Verfahren ist besonders im innerstädtischen Bereich von Vorteil und hat sich bereits in einigen Fällen, wie sie beispielsweise die Wirtschaftsbetriebe Hagen in NRW einfach mal durchgeführt hat, bewährt.

In einer Podiumsdiskussion zu „Grabenloser Sanierung mit Kunststoffrohren – sicher, effizient, nachhaltig“ erläuterten Mike Böge, Institut für Rohrleitungsbau an der FH Oldenburg e. V., Michael Stätter, Geiger Kanaltechnik GmbH & Co. KG, sowie Oliver Denz, WKT Westfälische Kunststofftechnik GmbH, ihre positiven Erfahrungen mit grabenlosen Technologien aus langjähriger Berufspraxis heraus. Auf Nachfrage des Moderators Dr. Johannes Lis vom KRV berichteten alle drei aus ihren Perspektiven von Materialprüfung und Forschung, Herstellung und Bauausführung, dass sie die Verwendung von Kunststoffrohren positiv und essentiell sehen. Ohne Kunststoffrohre und innovative Sanierungstechniken gehe es nicht. Die Eignung werde verlässlich nachgewiesen und dabei Umweltbeeinträchtigungen vermieden. Es kommen überwiegend nahezu sortenreine Kunststoffe zum Einsatz – ohne kritische Weichmacher. Die Diskussionsteilnehmer begrüßen es, wenn sich die Messebesucherinnen und -besucher auf der IFAT einfach umfänglich informieren und sich eine eigene Meinung über die vielen technischen Möglichkeiten und positiven Erfahrungen bilden. Es geht um den dringenden Erhalt unserer kritischen Leitungsinfrastruktur und eine solide Aufklärung der Menschen über die zum Einsatz kommenden Werkstoffe und grabenlosen Technologien.

Andreas Haacker (Siebert + Knipschild) sprach über den Abrieb und Mikroplastik bei Kunststoffrohren | Foto: BGT
Andreas Haacker (Siebert + Knipschild) sprach über den Abrieb und Mikroplastik bei Kunststoffrohren | Foto: BGT
Andreas Haacker, Siebert + Knipschild GmbH und Vorstandsmitglied im BGT, stellte Fakten über Abrieb und Lebensdauer von Kunststoffrohren vor. Was ist Mikroplastik überhaupt? Was ist der Unterschied zu Nanoplastik, das deutlich kleiner ist und im Gegensatz zu Mikroplastik Auswirkungen auf die Gesundheit hat? Welche Kunststoffe kommen in der Kanalsanierung zum Einsatz und in welchen Mengen kann hier Mikroplastik überhaupt entstehen? Wie sind die Risiken durch Abrieb und Hochdruckspülung zu bewerten? Welches Fazit lässt sich ziehen? Einfach mal solide zu recherchieren, Studien zu lesen, Prüfungen durchzuführen und Zusammenhänge herzustellen, verbessert das Verständnis zum vielgegenwärtigen Begriff Mikroplastik erheblich. Rohrwerkstoffe für Neubau und Sanierung werden in Deutschland aufwändigen Abrieb- und Hochdruckspültests unterzogen. Reale Messergebnisse belegen, dass bei Einsatz moderner Kunststoffrohrmaterialien kaum Mikroplastik entsteht und keine erhöhten Risiken für Umwelt und Gesundheit abzuleiten sind. Und außerdem gelangt möglicher Abrieb aus Abwasserkanälen in Kläranlagen und wird dort aufgefangen.

Sebastian Beck, Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR, schloss das Programm mit seinem Vortrag zum Stand der Kanalsanierung in Deutschland ab. Er mahnte, dass seit seiner Studienzeit bis heute der Sanierungsbedarf der Abwasserkanalinfrastruktur nicht abgenommen habe. Das zeige sich in diversen von der DWA veröffentlichten Umfrageergebnissen zum Zustand der Kanalisation in Deutschland: seit 1984/85 ist die Umfrage achtmal erschienen und belegt, dass sich trotz eines erheblichen jährlichen Mitteleinsatzes der Netzzustand nicht verbessert hat. Dabei nehme der altersbedingte Sanierungsbedarf in den nächsten Jahren sogar noch deutlich zu. Es liege nicht maßgeblich an Finanzierungsproblemen, sondern an der fehlenden Machermentalität. Mehr Pragmatismus und höhere Effizienz sollten im Mittelpunkt stehen. Schlankere Prozesse in Planung und Vergabe, schnellere Genehmigungsprozesse, Bürokratieabbau, Digitalisierung und KI sind erforderlich, um endlich Sanierungsrückstau abzubauen. In den Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahren wurde ohne Computer und KI, mit weniger Menschen, einfacheren Maschinen und Equipment mehr gebaut als heute. Es komme darauf an, dass die Beteiligten und Verantwortlichen auch heute einfach mal machen.

Sebastian Beck (Wirtschaftsbetriebe Duisburg) sprach über den Stand der Kanalsanierung in Deutschland | Foto: BGT
Sebastian Beck (Wirtschaftsbetriebe Duisburg) sprach über den Stand der Kanalsanierung in Deutschland | Foto: BGT

Was jetzt entscheidend wird

Nehmen wir den roten Faden auf und machen einfach. Mit vollem Einsatz, innovativen Lösungen, mehr Pragmatismus und Bürokratieabbau können wir schnell ressourcenschonende, langlebige, effiziente und nachhaltige Sanierungen und Erschließungen durchführen und für uns und nachfolgende Generationen zum Erhalt und zur Zustandsverbesserung unserer kritischen Infrastruktur und damit zur Daseinsvorsorge beitragen.

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Die Handouts zu den Vorträgen können auf der Website des BGT unter https://grabenlos.de/handouts-ifat-vortraege heruntergeladen werden.

Quelle: BGT

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