Berstverfahren
Verdopplung unter Zeitdruck

Unter der Seminarstraße in Unna liegt ein Mischwasserkanal, der aufgrund von erheblichen altersbedingten Schäden dringend erneuert werden musste. Zwecks Aufweitung des Kanals, aber auch wegen der Platzverhältnisse und des begrenzten Bauzeitraums kam hier das Berstverfahren zum Einsatz.

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Bei dem zu erneuernden Mischwasserkanal handelte es sich um einen Steinzeugkanal DN 200, mit einer Sohlentiefe von ca. 3,00 m, der über vier Haltungen auf insgesamt 160 m ausgetauscht werden musste. Aus hydraulischen Gründen sollte der Kanal auf DN 300 (DA330) aufgeweitet werden. Die Baumaßnahme musste während der Sommerferien durchgeführt werden, da zu dieser Zeit sowohl der Bus- als auch der Individualverkehr zur Schule für einen längeren Zeitraum ruht.
Kanalerneuerung im Berstverfahren
So wurde im Frühjahr 2025 die Alfes und Sohn GmbH, ein Spezialunternehmen für grabenlose Kanalerneuerung aus Wenden, von den Stadtbetrieben Unna nach beschränkter Ausschreibung mit der Kanalerneuerung im sogenannten Berstliningverfahren beauftragt, ein Verfahren, welches durch spezielle Maschinentechnik erlaubt, die Dimensionen des Kanals aufzuweiten.
Die Baustelleneinrichtung: Maschinen-, Rohreinbau- und Kopflochgruben
Die Ausführung erfolgte aus einer Maschinengrube, die auf der Mitte der Gesamtstrecke angelegt wurde, und zwei kleineren Rohreinbaugruben an den jeweiligen Enden der Trasse. Dazwischen sollten noch sechs weitere kleinere Baugruben zum Umklemmen der Hausanschlüsse ausgehoben werden. Weitere Hausanschlüsse konnten in Maschinen- und Rohreinbaugruben angeschlossen werden.

125 Tonnen Zugkraft für die Querschnittsverdopplung
Da die Aufweitung von DN 200 auf DN 300 (Aufweitung DA 390 mm) mehr als einer Verdopplung des Rohrquerschnittes entspricht, wurde eine Berstanlage mit einer Zugkraft von 125 to eingesetzt, sodass an jedem Teilstück der Trasse ausreichend Zugkraft vorgehalten werden konnte.
Bauzeitenplan unterboten: Erfolgreicher Projektabschluss in den Sommerferien
Mit dem ersten Tag der Sommerferien am 14.7.2025, begann die Firma Alfes die Baumaßnahme. Die Verantwortung vor Ort lag bei Straßenbaumeister Dario Alfes, der mit seinem Team dafür sorgte, dass der mit den Stadtbetrieben Unna abgestimmte Bauzeitenplan vom ersten Tag an eingehalten wurde. Darüber hinaus konnten bei mehreren Teilleistungen die Zeitvorgaben unterboten wurden. Dies alles hatte zur Folge, dass die Gesamtmaßnahme am 15.8.2025 vollständig übergeben werden konnte. Somit wurde die Bauzeit um ca. 2 Wochen unterschritten.

Fazit: Effizienter Maschineneinsatz verhindert Kostenexplosionen
Geschäftsführer der Alfes und Sohn GmbH, Gerhold Alfes, zeigt sich mehr als zufrieden, über das Gelingen und die gute Zusammenarbeit mit den Stadtbetrieben: „Dieses Projekt beweist, dass bei guter Planung seitens des Auftraggebers, gründlicher Arbeitsvorbereitung durch den Auftragnehmer, effektivem Maschineneinsatz und nicht zuletzt durch den Einsatz von motivierten, fachkundigen Mitarbeitern, Projekte auch in der heutigen Zeit ohne Bauzeit- und Kostenexplosionen realisiert werden können.“
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