Ei-Profil-Sanierung
Komplexe Arbeiten mit minimalen Eingriffen

In Bremen ist ein Mischwasserkanal mit Ei-Profil mittels UV-Schlauchliner saniert worden. Daneben umfasste die Maßnahme auch umfangreiche Sanierungen von Anschlussleitungen und Schächten. Besondere Herausforderungen stellten die großdimensionierten Einziehbaugruben für den Liner, die Herstellung von Kopfbaugruben für jeden Hausanschluss sowie die komplexe Vorflutsicherung über aufgeständerte Leitungen dar.
Die Erlenstraße im Bremer Stadtteil Neustadt weist im Sanierungsbereich abwechselnde Pflaster- und Asphaltflächen auf. Dies führt in innerstädtischer Lage zu zusätzlichen Anforderungen an Bauablauf und Verkehrsführung, da eine offene Bauweise umfangreiche Aufnahmen und Wiederherstellungsarbeiten der Pflasterflächen erfordert hätte. Durch den Einsatz grabenloser Verfahren konnte die vorhandene Straßenoberfläche weitgehend erhalten bleiben; es mussten lediglich partiell an den notwendigen Baugruben für Linereinzug und Schachtzugänge Pflasterflächen angepasst werden.
Grabenlose Kanalsanierung mittels UV-Liner
Kern der Maßnahme, durchgeführt von Swietelsky-Faber, war die Sanierung eines rund 620 m langen Mischwasserkanals im Ei-Profil DN 1070/1605. Aufgrund des baulichen Zustands der Bestandsleitung fiel die Wahl auf eine grabenlose Sanierung mittels GFK-Liner der Firma Impreg.
Verfahrensablauf des UV-Schlauchlinings
Das Verfahren umfasste folgende Arbeitsschritte:
- Reinigung und Vorbereitung des Altkanals
- Einzug des glasfaserverstärkten Liners
- Aushärtung mittels UV-Licht
- Abschließende TV-Untersuchung
- Öffnen der Anschlüsse
- Anschlussanbindung
- Qualitätskontrolle durch externe Gutachter

Statische Ertüchtigung und Dimensionierung der Einziehbaugruben
Durch den Einbau des Liners konnte die statische Tragfähigkeit des Kanals wiederhergestellt und die Nutzungsdauer der Leitung deutlich verlängert werden.
Für den Einzug des Liners wurden mehrere großdimensionierte Einziehbaugruben hergestellt. Deren Planung und Anordnung erfolgte unter Berücksichtigung der vorhandenen Leitungsinfrastruktur, der Bodenverhältnisse sowie der Anforderungen an Arbeitssicherheit und Baustellenlogistik.
120 Anschlussleitungen und Kopfbaugruben
Neben dem Hauptkanal wurden insgesamt 120 Anschlussleitungen für Schmutz- und Regenwasser saniert. Da im Projektbereich nur wenige Übergabeschächte vorhanden waren, musste für jeden Hausanschluss eine separate Kopfbaugrube hergestellt werden. Von diesen Baugruben aus wurden Hausanschlussliner in zwei Richtungen installiert, und zwar in Richtung Gebäude sowie in Richtung Hauptkanal.
Dieses Vorgehen ermöglichte eine vollumfängliche Sanierung der Anschlussleitungen, ohne zusätzliche Tiefbaumaßnahmen entlang der gesamten Leitungsstrecken ausführen zu müssen.
Schachtsanierung: Abdichtung und GFK-Handlaminatbeschichtung
Im Zuge der Maßnahme wurden elf Schächte vollständig saniert, ein Schachtspiegel erneuert und ein Schacht neu errichtet. Die Sanierung der bestehenden Abwasserschächte erfolgte in einem mehrstufigen Prozess. Zunächst wurden die Bauwerke mittels Injektionsverfahren abgedichtet, um Undichtigkeiten sowie drückendes Wasser dauerhaft zu unterbinden. Anschließend erfolgte eine mineralische Innenbeschichtung, die der Egalisierung der Oberfläche sowie der strukturellen Stabilisierung dient und gleichzeitig einen geeigneten Haftgrund für weitere Beschichtungen schafft.

Den Abschluss bildete eine mehrlagige GFK-Handlaminatbeschichtung. Diese gewährleistet einen langfristigen Korrosionsschutz, eine hohe chemische Beständigkeit sowie eine glatte und hydraulisch günstige Oberfläche.
Temporäre Vorflutsicherung und logistisches Verkehrskonzept
Während der gesamten Bauzeit musste die kontinuierliche Ableitung des Abwassers gewährleistet bleiben. Hierzu wurde eine temporäre Vorflutsicherung mittels Bypass-Leitung installiert.
Ein Großteil der Leitung wurde erdverlegt. In Bereichen mit größeren Zufahrten sowie an Nebenstraßen und zwei stark frequentierten Hauptverkehrsstraßen musste die Leitung jedoch über Aufständerungen geführt werden.
Diese Konstruktionen ermöglichten:
- die sichere Überführung der Bypass-Leitung über den Straßenraum
- den störungsfreien Ablauf des öffentlichen Nahverkehrs und Individualverkehrs
- die Aufrechterhaltung von Feuerwehrzufahrten
- die Erreichbarkeit angrenzender Straßen und Grundstücke
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Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung wurden Arbeiten an den Aufständerungen ausschließlich nachts durchgeführt, um die Beeinträchtigungen für den Verkehr möglichst gering zu halten.
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