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Asbestzementleitungen sanieren: Erster Fachtag in Oldenburg

Asbestzementleitungen sanieren: Erster Fachtag in Oldenburg
Premiere geglückt: Der erste Fachtag des iro Oldenburg bot eine Plattform zum dringend benötigten Austausch über die Sanierung von AZ-Leitungen. | Foto: iro

Die Sanierung von Asbestzement-(AZ)-Leitungen ist ein Thema, das Netzbetreiber, Baufirmen und Behörden gleichermaßen intensiv beschäftigt. Unsicherheiten im Umgang mit dem gefahrträchtigen Werkstoff, uneinheitliche Regelungen und die Frage nach der richtigen Sanierungsstrategie sorgen für reichlich Diskussionsstoff.


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Dass der Bedarf an Austausch und fachlicher Orientierung enorm ist, bewies der erste „Oldenburger Asbestzementleitungssanierungstag“, der am 9. Juni 2026 stattfand. Die vom iro (Institut für Rohrleitungsbau an der FH Oldenburg e.V.) als Pilotprojekt initiierte Veranstaltung war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht und traf bei den rund 40 Teilnehmern genau den richtigen Nerv.

Die Idee: Ein Forum für ein unausdiskutiertes Thema

Die Initiative für das neue Seminarformat ging auf die Erkenntnis zurück, dass das Thema AZ-Leitungen in der Branche zwar allgegenwärtig, aber noch lange nicht ausdiskutiert ist. Wie die Veranstalter im Nachgespräch betonten, trauen sich viele Akteure kaum, offen über die Herausforderungen zu sprechen, aus Angst, im Umgang mit dem heiklen Thema Fehler zu machen.

Ziel war es daher, eine Plattform zu schaffen, die einen offenen, aber auch geschützten Austausch ermöglicht. Die bewusste Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 40 Personen erwies sich als goldrichtig: Die Veranstaltung im „Schlauen Haus“ in Oldenburg bot eine persönliche Atmosphäre, die intensive Diskussionen und eine hervorragende Vernetzung unter den Teilnehmern und Referenten ermöglichte.

Relevanz und Erkenntnisse des Asbestzementleitungssanierungstages

Die Relevanz der Tagung wurde in den regen Debatten deutlich. Langfristig, so der Konsens, müssen die alten Leitungen aus dem Boden – schon allein aus Gründen des Bodenschutzes. Doch über den Weg dorthin herrscht Uneinigkeit. Die Lösungsansätze reichen von „Alles muss raus, koste es, was es wolle“, bis hin zur Sanierung im Bestand, um den riesigen Berg an Aufgaben überhaupt bewältigen zu können.

Die wichtigsten Themen und Erkenntnisse der Veranstaltung waren:

  • Regulatorische Hürden: Dr. Katrin Brummermann vom Bundesverband grabenlose Technologien e.V. (BGT) beleuchtete den aufwendigen Prozess zur Anerkennung emissionsarmer BT-Verfahren (bauaufsichtlich zugelassene Verfahren). Das Beispiel des Schlauchlining-Verfahrens zeigt, welch enormer Aufwand für die notwendigen Nachweise betrieben werden musste. Ein Problem bleibt: Anerkannte Verfahren sind oft auf bestimmte Durchmesser beschränkt, was Netzbetreiber wie den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) vor Probleme stellt, wenn ihre Leitungen und Hausanschlüsse kleinere Nennweiten aufweisen.
  • Verfahren im Vergleich: Die Tagung stellte die offene Bauweise unter Einhaltung der TRGS 519 den verschiedenen grabenlosen Sanierungsmethoden gegenüber. Dabei wurden Verfahren wie das Berstlining, diverse Schlauchliner-Varianten und das Close-Fit-Lining vorgestellt.
  • Uneinheitliches Vorgehen: Ein zentraler Punkt war die fehlende einheitliche Linie bei den Genehmigungsbehörden. Die Vorgehensweisen der Gewerbeaufsichtsämter und Unteren Bodenschutzbehörden unterscheiden sich teils von Bundesland zu Bundesland oder sogar von Amt zu Amt. Diese Unsicherheit erschwert die Planung und Durchführung von Sanierungsprojekten erheblich.

Positives Feedback zum Asbestzementleitungssanierungstag

Das Feedback der Teilnehmer zur Veranstaltung – überwiegend Vertreter von Netzbetreibern und Wasserversorgern aus ganz Deutschland – und der Referenten war durchweg positiv. Besonders gelobt wurden der offene Austausch, die hohe fachliche Qualität der Vorträge und die lebhafte Podiumsdiskussion, die das große Interesse am Thema unterstrich. Die Pausen wurden intensiv zum Netzwerken genutzt, was den Charakter einer echten Fachtagung untermauerte.

Die Veranstalter zeigten sich mit der Premiere sehr zufrieden. Das Format hat definitiv das Potenzial für eine Wiederholung, um die dynamische Entwicklung bei Regelwerken, Technologien und Strategien weiter zu begleiten. Zukünftig könnten Themen wie die stärkere Einbindung der Genehmigungsbehörden auf der Agenda stehen, um den dringend notwendigen Dialog weiter zu fördern.

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