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B_Iumweltbau

Premiere im Gleisumfeld

Sanierungen im Gleisbereich gelten als technisch und regulatorisch besonders anspruchsvoll. In Gifhorn kam mit dem Alphaliner RL erstmals ein speziell durch die Deutsche Bahn zugelassenes Schlauchlinersystem unter realen Bedingungen zum Einsatz – entwickelt für hohe dynamische Lasten und minimale Eingriffe in den Bahnbetrieb.

Premiere: DB-zugelassener Liner im Einsatz
Zustand der DN 1000-Stahlleitung vor der Reinigung – Ablagerungen auf der Korrosionsschutzschicht machten eine aufwendige Vorbereitung der Haltung erforderlich. | Foto: RelineEurope

Die Deutsche Bahn investiert in diesem Jahr über 23 Milliarden Euro in das Schienennetz durch Großprojekte und Präventivmaßnahmen. Dieses Infrastrukturprogramm betrifft auch die im Einflussbereich von Gleisanlagen verlegten Rohrleitungen. Sie unterliegen besonderen technischen und regulatorischen Anforderungen. Netzbetreiber von Leitungen in Bahnkörpern mussten daher bislang mit stark eingeschränkten Sanierungsoptionen, aufwendigen Genehmigungsprozessen oder mit dem Einsatz von kostenintensiven Instandsetzungsmethoden der unterirdischen Infrastruktur an Gleisanlagen agieren.

Alphaliner RL: Erster Schlauchliner mit Zulassung der Deutschen Bahn

Reline hat genau hierfür eine eigenständige Lösung entwickelt: den Alphaliner RL. Als erster Schlauchliner mit produktspezifischer Zulassung der Deutschen Bahn gemäß „Planungshilfe Rohrleitungssanierung Teil 1“ kam er in Gifhorn nun unter realen Bedingungen zum Einsatz.

Vor diesem Hintergrund wurde eine Abwasserleitung DN 1000 saniert, bei der aufgrund der Abgängigkeit der Korrosionsschutzschicht dringender Instandsetzungsbedarf bestand.

Manuelles hydromechanisches Entfernen der auf der Korrosionsschutzschicht anhaftenden Ablagerungen – Zustand der DN1000-Leitung nach der Reinigung und Vorbereitung für den Linereinbau. | Foto: RelineEurope
Manuelles hydromechanisches Entfernen der auf der Korrosionsschutzschicht anhaftenden Ablagerungen – Zustand der DN1000-Leitung nach der Reinigung und Vorbereitung für den Linereinbau. | Foto: RelineEurope

Grabenlose Rohrsanierung in Gifhorner Gleisnetz

Die ausgewählte Leitung verläuft im Bereich einer eingleisigen Bahntrasse, quert diese und übernimmt zugleich eine zentrale Entwässerungsfunktion für das umliegende Abwassernetz Gifhorns. Auftraggeber der Maßnahme war der Abwasser- und Straßenreinigungsbetrieb Stadt Gifhorn. Für den Betreiber kam ein offener Eingriff aufgrund der Lage im Gleisnetz der Deutschen Bahn nicht infrage. Daher suchte man eine Lösung, für die seitens der Bahn eine Freigabe vorlag und die sich innerhalb eines eng definierten Zeitfensters umsetzen ließ. Zudem sollte der laufende Bahnbetrieb nicht beeinträchtigt werden.

Projektumsetzung unter strengen Bahnauflagen und Sicherheitsvorgaben

Die operative Ausführung übernahm die Swietelsky-Faber-Niederlassung Blomberg unter der Projektverantwortung des Niederlassungsleiters Oliver Ruch. Aufgrund der besonderen Tragweite der Maßnahme wurde das Projekt in enger Abstimmung mit der Anwendungstechnik von Reline begleitet. Es galt sich den besonderen betrieblichen Anforderungen der Deutschen Bahn für die Rohrleitungssanierung im Gleisbereich sowohl bezüglich der Berücksichtigung der statischen Gegebenheiten als auch den verfahrenstechnischen Anforderungen präzise zu widmen.

Interimsentwässerung und Vorbereitung der DN 1000-Stahlleitung

Verlegung einer rund 500 m langen Interimsentwässerung (ca. 40 l/s) parallel zum Bahngleis zur Sicherstellung der Entwässerung während der Bauarbeiten unter laufendem Bahnbetrieb. | Foto: RelineEurope
Verlegung einer rund 500 m langen Interimsentwässerung (ca. 40 l/s) parallel zum Bahngleis zur Sicherstellung der Entwässerung während der Bauarbeiten unter laufendem Bahnbetrieb. | Foto: RelineEurope

Um die Außerbetriebnahme der Abwasserleitung während der Bauphase unter 100%iger Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs sicherzustellen, organisierte das Team der Niederlassung Blomberg im Vorfeld der Sanierungsmaßnahme daher die Einrichtung einer rund 500 Meter langen Interimsentwässerung parallel zum Bahngleis. Anschließend erfolgten die Reinigung und Zustandserfassung des bestehenden Stahlrohres DN 1000. Dabei wurden auf der Korrosionsschutzschicht anhaftende Ablagerungen manuell hydromechanisch entfernt und die Stahlrohroberfläche für den Linereinbau aufwendig egalisiert.

Darüber hinaus koordinierte Swietelsky-Faber den Einbau und die Anbindung des Liners sowie den Einsatz der Sicherungsaufsichtskräfte (Sakra), um sämtliche Sicherheitsvorschriften der Deutschen Bahn im Gleisbereich einzuhalten.

Besondere Anforderungen im Gleisumfeld: Dynamische Lasten und Zulassungen

Im Gegensatz zu klassischen Kanalhaltungen, bei denen überwiegend statische Belastungen maßgeblich sind, bestimmen im Gleisbereich wiederkehrende dynamische Verkehrseinwirkungen das Langzeitverhalten des Rohr-Boden-Systems. Wandaufbau, Materialverhalten und der Schutz des Laminats werden dadurch zu entscheidenden Faktoren.

Einzug des GFK-Schlauchliners Alphaliner RL in die vorbereitete DN 1000-Bestandsleitung im Bereich der Bahnquerung. | Foto: RelineEurope
Einzug des GFK-Schlauchliners Alphaliner RL in die vorbereitete DN 1000-Bestandsleitung im Bereich der Bahnquerung. | Foto: RelineEurope

Gleichzeitig sind Eingriffe im unmittelbaren Einflussbereich von Gleisanlagen klar reguliert. Bauprodukte müssen ihre Eignung nachweisen, bevor sie eingesetzt werden dürfen. Das erhöht die Betriebssicherheit, begrenzt jedoch die Auswahl an zulässigen Sanierungssystemen erheblich. Der Alphaliner RL ist derzeit das einzige GFK-Schlauchlinersystem mit entsprechender produktspezifischer Freigabe für diesen Anwendungsbereich.

Alphaliner RL: Innenfolie als zusätzliche Barriere

Der Alphaliner RL basiert auf dem bewährten Alphaliner-System, wurde jedoch gezielt für diesen sensiblen Einsatzbereich weiterentwickelt. Der entscheidende Unterschied liegt im Wandaufbau: Die Innenfolie verbleibt dauerhaft im Rohr und wird nicht wie bei herkömmlichen Systemen nach der Aushärtung entfernt.

Während sie bei Standardlinern primär eine Funktion im Herstellungsprozess erfüllt, bleibt sie beim RL-System integraler Bestandteil der Konstruktion. Sie fungiert als zusätzliche Barriere zwischen Medium und Laminat und optimiert den Schutz vor langfristig eindringender Feuchtigkeit in die Konstruktionsmatrix. Gerade unter dynamischen Lasten, wie sie im Bereich von Gleisanlagen naturgemäß entstehen, ist dieser Schutz ein wesentlicher Faktor für die langfristige Materialbeständigkeit.

Die hier in Gifhorn gewählte erhöhte Verbunddicke von 14,90 mm trägt darüber hinaus den besonderen statischen Anforderungen Rechnung und unterstreicht den spezifischen Zuschnitt des Systems auf das Bahnumfeld.

Effiziente Sanierung ohne Querschnittsverlust

Alternativverfahren im Gleisbereich sind technisch möglich, gehen jedoch häufig mit Querschnittsreduktionen, zusätzlichen baulichen Maßnahmen oder verlängerten Bauzeiten einher. Gerade bei kurzen Querungen zwischen 20 und 50 Metern entsteht dadurch ein erheblicher organisatorischer und wirtschaftlicher Aufwand.

Fertig installierter GFK-Liner Alphaliner RL nach erfolgreichem Einbau und Aushärtung | Foto: RelineEurope
Fertig installierter GFK-Liner Alphaliner RL nach erfolgreichem Einbau und Aushärtung | Foto: RelineEurope

In Gifhorn konnte der hydraulische Querschnitt vollständig erhalten bleiben. Der kompakte Bauablauf minimierte Eingriffe in die bestehende Infrastruktur und reduzierte die Dauer der Maßnahme auf ein Minimum. Der Linereinbau verlief ohne Behinderungen und konnte innerhalb eines Tages abgeschlossen werden.

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Referenzprojekt mit Signalwirkung

Mit dem erfolgreichen Einbau des Alphaliner RL festigt Reline seine Vorreiterrolle in einem bislang stark reglementierten Marktsegment. „Das Projekt in Gifhorn belegt, dass die grabenlose GFK-Sanierung von Leitungen und Durchlässen im Druckbereich von Eisenbahnverkehrslasten technisch belastbar und wirtschaftlich tragfähig ist“, so Christian Pfaff, Area Sales Manager Germany bei Reline.

Quelle: RelineEurope



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