Schächte für Deponie
Sichere Entwässerungslösung mit Beton

Bei Entwässerungssystemen im Bereich von Deponien sind in der Regel Kunststoffe wie PEHD die bevorzugten Werkstoffe. Bei dem Neubau der Deponie Weinstetten entschied sich die Abfallwirtschaft Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (ALB) als Bauherr für Schächte aus korrosionsgeschütztem Stahlbeton.

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Zu den Aufgaben des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald gehört es, Entsorgungsmöglichkeiten für feste Abfälle zu schaffen. Als die Kapazität der bestehenden Deponie für mineralische Abfälle in einem alten Steinbruch in Merdingen absehbar zur Neige ging, begann frühzeitig die Suche nach einer Lösung für die Zukunft. „Es war gar nicht so ganz leicht, geeignete Standorte zu finden, die groß genug, grundstücksrechtlich verfügbar und verkehrsgünstig gelegen sind“, sagt Sven Kunz, Technischer Leiter der Abfallwirtschaft Breisgau-Hochschwarzwald (ALB). Deswegen war die Erleichterung groß, in Eschbach mit dem Areal Weinstetten einen Standort gefunden zu haben, der all diese Kriterien erfüllt. Hier soll zukünftig der im Landkreis und in der Stadt Freiburg anfallende mineralische Bauschutt ordnungsgemäß und umweltverträglich entsorgt werden.

Vom Kiesaushub zum Generationenprojekt: Deponie Weinstetten
Bei dem Gelände handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube, die vor über 30 Jahren nach der Auskiesung von der Knobel Baugruppe gekauft und teilweise bereits mit unbelasteten Böden wiederverfüllt wurde. Vor etwa 10 Jahren begannen die ersten Gespräche mit dem Landkreis, diesen Standort als Bauschuttdeponie zu nutzen.
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Auf einer Gesamtfläche von 10,5 Hektar entsteht hier derzeit eine Deponie der Klasse I mit einem Verfüllvolumen von rund 1,55 Millionen Tonnen oder einer Million Kubikmeter. Entsprechend der Deponieverordnung ist hier die Entsorgung mineralischer Abfälle vorgesehen. Um zum Schutz des Grundwassers die geforderte Dichtheit des Untergrundes herzustellen, wird in Weinstetten zunächst eine einen Meter mächtige mineralische technische Barriere hergestellt. Als Basisdichtung dient eine 10 Zentimeter starke Asphaltdichtung.
Während des Betriebes wird der Deponiekörper abschnittsweise mit einer Oberflächenabdichtung abgedeckt und rekultiviert. „Wenn in rund 40 Jahren die endverfüllte Deponie schließlich vollständig rekultiviert ist, dann gehen wir von einer Nachsorgezeit von noch einmal mindestens 30 Jahren aus“, erläutert Sven Kunz und spricht vor diesem Hintergrund von einem Generationenprojekt.

Sickerwasser-Entwässerung für ein Ewigkeitsbauwerk

Beton trifft PEHD: Wirtschaftliche Hybrid-Schächte statt Reinkunststoff
Da das Sickerwasser in einem geschlossenen Rohrsystem durch die Schächte geleitet wird und somit mit der Schachtoberfläche gar nicht in Berührung kommt, hätten in diesem Einsatzfall auch ungeschützte Betonschächte ausgereicht. „Da das Angebot mit den ausgekleideten Schächten gar nicht so viel teuer war, haben wir gesagt: Dann ziehen wir doch noch den Gürtel zu den Hosenträgern an“, sagt Sven Kunz. So sei man auch für unvorhergesehene Vorkommnisse, beispielsweise bei der Reinigung der Sickerrohre, immer und für mindestens die nächsten 100 Jahre auf der sicheren Seite. „Das ist uns besonders wichtig, denn solche Deponien sind nun einmal Ewigkeitsbauwerke.“

Statische Tragfähigkeit und Logistik: Handling der 19-Tonnen-Fertigteile

CAD-Planung und Hand-in-Hand-Montage: Schlüssel zum Projekterfolg
„Bei solchen Projekten ist es besonders wichtig, schon in der Planungsphase eng mit dem Schachthersteller zusammenzuarbeiten, und das hat bei diesem Projekt super funktioniert“, lobt Mario Hopfgartner. „Wir haben in der Planungsphase auf der gleichen CAD-Basis gearbeitet, die Dateien hin- und hergeschickt und haben so die Fügungen und Durchdringungen der Kunststoffleitungen durch die Betonbehälter bis ins Detail im engen Austausch gemeinsam entwickelt und umgesetzt“, ergänzt Joachim Strack. Das habe sich im Ergebnis auf der Baustelle ausgezahlt. Wichtig sei das Zusammenspiel zwischen Tiefbau, Rohrleitungsbau und Schachthersteller. „Alle drei müssen im Sinne des Projekterfolges Zug um Zug und Hand in Hand zusammenarbeiten, und das hat auf dieser Baustelle bemerkenswert unkompliziert und gut funktioniert“, betont Mario Hopfgartner.

Neues Marktsegment? Betonschächte mit Kunststoff-Auskleidung im Deponiebau
Für Beton Müller war dies der erste Auftrag aus dem Deponiebereich. „Großschächte mit 2,50 und 3,50 Metern Durchmesser komplett auszukleiden und damit eine Deponielösung zu bieten, das war für uns technologisch etwas Neues“, so Joachim Strack. Neben der kompletten Auskleidung inklusive der Schachtböden im Werk wurden auf der Baustelle die Fugen verschweißt. „Unter dem Strich konnten wir hier unterschiedliche Technologien, die wir beherrschen, hier in diesen Bauwerken zusammenführen.“ Auch Mario Hopfgartner sieht hierin eine interessante Perspektive im Deponiebau. Hier seien mit zum Teil sehr tiefen Schächten und erhöhten Temperaturen für Kunststoffschächte oftmals herausfordernde Randbedingungen gegeben. In der Kombination aus einem statisch stabilen und temperaturresistenten Betonschacht mit einem Korrosionsschutz in Form einer Innenauskleidung aus PE sieht er eine perfekte Kombination, „wenn sie von den Beteiligten technisch und qualitativ richtig umgesetzt wird.“
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