Rattenbekämpfung
Digitale Sensorik statt starrer Kontrollintervalle

Werden im Kanal oder in Wassernähe Giftköder eingesetzt, müssen seit Juli Köderschutzboxen verwendet werden – ausnahmslos. Kanalbetreiber und Kommunen, die jetzt neue Boxen anschaffen, sollten allerdings darauf achten, dass diese mehr können als nur den Kontakt zwischen Wasser und Köder zu verhindern. Denn mit Sensorik und Vernetzung wird aus der neuen Pflicht eine Entlastung – und das nicht nur für die Umwelt.

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Seit Juli 2026 gelten verschärfte gesetzliche Vorgaben für den Einsatz von Rattengiften. Der Eintrag von hochgiftigen Wirkstoffen ins Wasser muss nun ausnahmslos durch den Einsatz von Köderschutzboxen verhindert werden – sowohl im Kanalnetz als auch oberirdisch in Gewässernähe. Zudem dürfen Giftköder nur noch bei nachgewiesenem, konkretem Befall eingesetzt werden. Für Netzbetreiber und Kommunen steigt damit potenziell nicht nur der Aufwand für die Befallskontrolle sondern auch für die Dokumentation.
Ratten-Befall vom PC aus erkennen
Bei der Schädlingsbekämpfung basieren Abläufe bislang weitgehend auf starren Kontrollintervallen. Sämtliche Schächte werden dabei routinemäßig angefahren und manuell überprüft – unabhängig davon, ob tatsächlich Ratten präsent sind. Sind die Köderschutzboxen dagegen mit Sensoren ausgestattet, erfolgt der Gifteinsatz stets anlassbezogen. Denn sobald eine Ratte die Box betritt, erfasst die Sensorik das Ereignis und die Daten werden per Funk automatisch an den dazugehörigen WebService übermittelt. So lässt sich ein akuter Befall vom PC aus erkennen und die neuen Ratten-Hotspots bei Bedarf umgehend anfahren, bevor es zu einer Verbreitung oder gar Plage kommt.
Deutliche Effizienzsteigerung, verbesserter Arbeitsschutz
Der Einsatz von Sensor-basierten Systemen führt folglich zu einer deutlichen Effizienzsteigerung. Der Zeitaufwand für Kontrollen lässt sich mittels Sensorik um bis zu 80 Prozent reduzieren, wodurch die Mitarbeiter entlastet werden, die somit andere Aufgaben wahrnehmen oder größere Gebiete betreuen können.
Neben wirtschaftlichen Aspekten verbessert sich zudem der Arbeitsschutz. Da die Mitarbeiter die Schächte seltener öffnen und betreten müssen, sinkt das Risiko von Unfällen und Verletzungen ebenso wie die Infektionsgefahr durch den Kontakt mit Abwasser und Krankheitserregern. Zudem sorgt die automatisierte Datenerfassung für eine lückenlose und manipulationssichere Dokumentation des gesamten Bekämpfungsverlaufs. Als Auftraggeber bzw. verantwortlicher Mitarbeiter kann man sich also sicher sein, dass die Bekämpfung vorschriftsmäßig durchgeführt wurde, was auch für den Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden wichtig ist.
Ganzheitliche Digitalisierung mit Gesamtsystem
Zu einer nachhaltigen Schädlingsbekämpfung gehört allerdings mehr als die Erfassung isolierter Daten aus einzelnen Köderschutzboxen. Um eine umfängliche Digitalisierung handelt es sich erst dann, wenn aus Sensorik, Datenübertragung, mobile Anwendungen und Auswertungssoftware ein Gesamtsystem entsteht. Auf Basis aller gesammelten Messdaten lassen sich dann Befallsmuster analysieren und erkennen, präventive Maßnahmen planen und strukturierte Arbeitsprozesse etablieren.
Lörrach: Statt 4.500 müssen nur 150 Schächte beködert werden – mit besserem Erfolg
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Quelle: Ball-b
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