Flüssigbodentechnologie
Fachtagung beleuchtet EBV-Konformität und Leitungsbau

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden sowie die RAL Gütegemeinschaft Flüssigboden laden im September 2026 zur siebten D.A.CH-Tagung Flüssigboden nach Dresden ein. Im Fokus des Branchentreffs für Tiefbauunternehmen, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Behörden stehen der praxistaugliche Einsatz nach der Ersatzbaustoffverordnung, neue Aufbereitungstechniken sowie der Netzausbau. Eine Fachausstellung rundet die Fachtagung ab. Jetzt noch anmelden.
Zum Auftakt der Fachtagung vom 10. bis 12. September 2026 zeichnen Prof. Dr.-Ing. Bernd Märtner (Obmann des Güteausschusses der RAL Gütegemeinschaft Flüssigboden) und Sören Trillenberg (Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung) die Gewinnerinnen und Gewinner des mit 5.000 Euro dotierten „RAL GZ 507 – Innovationspreis Flüssigboden 2026“ aus. Fünf wissenschaftliche Arbeiten waren dafür eingereicht worden.
Das Tagungsprogramm umfasst rund 24 Fachbeiträge. Schwerpunkte bilden:
- Die Einordnung der Ersatzbaustoffverordnung im Kontext der Bodenaushub-Verwertung (Prof. Dr.-Ing. Markus Weber, Hochschule Coburg).
- Statische Aspekte und Tragfähigkeit beim Einbau von Flüssigboden (Prof. Dr. Robert Ettinger, Linz).
- Best-Practice-Erfahrungen: Der Einsatz im Kanalbau sowie die Einbettung erdverlegter Stromtrassen im Zuge des Netzausbaus.
Eine begleitende Fachausstellung zeigt aktuelle Anlagentechnik und Herstellungsverfahren unter anderem der Firmen Herrenknecht, Simontec und NB Baumaschinen.

Fachliche Einordnung & Nutzwert: Funktionsweise nach RAL-GZ 507
Flüssigboden nach der Gütesicherung RAL-GZ 507 ist ein zeitweise fließfähiger, selbstverdichtender Verfüllbaustoff (ZFSV). Das Verfahren ermöglicht es, den vor Ort anfallenden Aushub durch Zugabe von Wasser, speziellen Tonmineralen und einem geringen Bindemittelanteil (Zementgehalt < 3 Massenpozent / WGK 1) direkt aufzubereiten.
Der technische und wirtschaftliche Mehrwert für die Baupraxis:
- Keine mechanische Verdichtung: Das fließfähige Material füllt selbst schmale Leitungsgräben und komplexe Hohlräume lückenlos aus. Das verhindert Setzungsschäden an Rohren oder Fahrbahnen nachhaltig.
- Gezielte Rückverfestigung ohne Nacherhärtung: Nach der Verarbeitung verfestigt sich der Boden volumenkonstant. Die Druckfestigkeit bleibt dauerhaft steuerbar (mit einer max. einaxialen Druckfestigkeit bis 0,3 N/mm2 nach 112 Tagen), wodurch das Material gemäß DIN 18300 (Bodenklassen 3–5) auch für spätere Tiefbauarbeiten mühelos wiederlösbar bleibt.
- Kreislaufwirtschaft & Logistikvorteil: Die direkte Wiederverwendung des Aushubs spart Entsorgungs- und Deponiekosten, reduziert den Einkauf teurer Primärbaustoffe (Kies/Sand) und minimiert Lkw-Anfahrten sowie CO2-Emissionen.
Qualitätsüberwachung und Umweltverträglichkeit
Das Gütezeichen RAL-GZ 507 stellt durch Eigen- und Fremdüberwachung sicher, dass der aufbereitete Boden schadstofffrei bleibt, das Grundwasser nicht belastet und seine natürlichen Bodenfunktionen behält.
„Unter ökologischen Gesichtspunkten bietet dieses gütegesicherte Verfahren massive Umweltvorteile und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen", sagt Andreas Bechert von der RAL Gütegemeinschaft Flüssigboden. „Da der vorhandene Bodenaushub direkt wiederverwendet werden kann, entfällt die gesetzliche Notwendigkeit, unbelasteten oder gering belasteten Boden auf Deponien zu entsorgen, wodurch der ohnehin knappe Deponieraum drastisch geschont wird." Gleichzeitig werde, so Bechert, der Abbau von endlichen Ressourcen wie Primärkiesen und -sanden, die sonst als konventionelles Verfüllmaterial herbeigeschafft werden müssten, erheblich reduziert.
Weitere Informationen, das vollständige Tagungsprogramm und das Anmeldeformular gibt es hier.
Lesen Sie mehr zum Thema Flüssigboden:
Quelle: RAL Gütegemeinschaft Flüssigboden
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