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Kanalbau und -betrieb/

Neue Güterichtlinie RAL-GZ 692: Mehr Qualität bei Schachtabdeckungen

Schachtabdeckungen

Das fordert die neue Güterichtlinie RAL-GZ 692

06.07.2026, 12:31
DIEZ
Neue Güterichtlinie RAL-GZ 692: Mehr Qualität bei Schachtabdeckungen
Eine fachgerecht eingebaute, einwalzbare Schachtabdeckung sieht nicht nur gut aus. Durch sie wird die Last durch Straßenverkehr überwiegend in die Fahrbahn abgegeben. So wird der Schacht vor dem Absacken geschützt und dadurch wiederum auch die Fahrbahn. | Foto: B_I MEDIEN

Robuste Infrastrukturkomponenten sind im modernen Straßen- und Leitungsbau unverzichtbar. Die Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik (GET) hat die Güterichtlinie RAL-GZ 692 für den Bereich Kanalguss umfassend überarbeitet. Die verschärften technischen Kriterien bieten Planenden, Kommunen und Bauunternehmen ab sofort ein deutliches Plus an Qualität und Ausschreibungssicherheit.


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Schachtabdeckungen und Aufsätze müssen im täglichen Betrieb massiven dynamischen Verkehrsbelastungen dauerhaft standhalten. Das seit Jahren etablierte Gütezeichen RAL-GZ 692 liefert hierfür einen anerkannten Qualitätsnachweis. Mit der Neufassung des Regelwerks wurden zentrale Anforderungen gezielt geschärft, um Ausfälle im Straßenraum zu minimieren. Der konkrete fachliche Nutzwert für Bauherren und Kommunen liegt in einer verlängerten Lebensdauer der Bauteile bei gleichzeitig reduziertem Wartungsaufwand.

Das sind die wesentlichen konstruktiven und technischen Neuerungen der überarbeiteten Richtlinie:

Bauteil / Prüfkriterium

Neue Anforderung gemäß RAL-GZ 692 (Stand: Februar 2026)

Verschlussvorrichtungen

Sicher und austauschbar: Integrierte Verriegelungen müssen proaktiv gegen Verlust gesichert sowie im Bedarfsfall unkompliziert austauschbar sein. Alternativ ist eine monolithische Fertigung direkt mit dem Deckel oder Rost zulässig.

Scharnierkonstruktionen

Langlebig: Scharniere sind geometrisch so auszulegen, dass keine direkten Verkehrslasten auf die Scharnierbolzen übertragen werden. Dies reduziert den Materialverschleiß und verhindert Bauteilversagen.

Auflageflächen

Definierte Ebenheit zugunsten einer ruhigen und sicheren Lage von Deckel/Rost. Für einen zuverlässigen Betrieb fordert die Güterichtlinie kontrollierte Maßhaltigkeit in den Auflagebereichen.

Höhendifferenz zwischen Deckel und Rahmen

Begrenzung: Die Höhendifferenz darf maximal 3 mm betragen. Das verbessert die Gebrauchstauglichkeit und unterstützt die Verkehrssicherheit.

Kennzeichnung normgerechter Bauteile

Verbindlichkeit: Bauteile eines mit einer Maßnorm beworbenen Systems müssen dieser Norm entsprechen und verbindlich entsprechend gekennzeichnet sein.

Konstruktive Verschärfung und erweiterter Geltungsbereich

Das sind die bereits seit dem Jahr 2011 geltenden Einbaukriterien für Schachtabdeckungen und Bauteile im Rahmen der Richtline:

Bauteil / Prüfkriterium

Bewährte Qualitätsanforderungen der RAL-GZ 692

Vertikale Lagesicherung

Erhöhte Anforderungen: Eine zentrale Anforderung ist die sichere Lage von Deckeln/Rosten unter Verkehrsbelastung. Im dynamischen Verkehr müssen Bauteile zuverlässig in Position bleiben, damit Risiken durch Ausschleudern vermieden werden.

Für leichte verriegelte Deckel/Roste fordert die RAL-GZ 692 eine Mindest-Auszugskraft vom 1,5-fachen des deutschen Einheitsgewichts. Damit erhalten Auftraggeber eine überprüfbare Sicherheitsanforderung über die DIN EN 124 hinaus.

Kippverhalten

Definierte Anforderungen: Lose eingelegte Deckel können bei einseitiger Belastung kippen. Die RAL-GZ 692 fordert deshalb seit 2011 verbindliche Prüfungen des Kippverhaltens. Diese Anforderung wird fortgeführt und stärkt die Betriebssicherheit.

Dämpfende Einlagen

Für Sicherheit und Geräuschminderung: Klare Vorgaben für dämpfende Einlagen verbessern die sichere Lagerung von Deckeln/Rosten und reduzieren Geräuschemissionen. Davon profitieren Betreiber, Anwohner und Verkehrsteilnehmer.

Für Abdeckungen der Klassen D bis F gilt:

  • mindestens eine dämpfende Einlage in Deckel oder Rahmen mit ≥ 65 Shore A,
  • maximale Verformung der dämpfenden Einlage unter senkrechter Belastung ≤ 3 mm.

So wird der sogenannte „Trampolin-Effekt“, der zum Ausschleudern eines Deckels führen kann, verhindert.

Höhere Rechtssicherheit bei der Vergabe

Die wichtigsten Vorteile der erneuerten Richtlinie sind eine höhere Betriebs- und Verkehrssicherheit, die längere Nutzungsdauer beziehungsweise Langlebigkeit. Gleichzeitig gibt es nun eindeutigere technische Anforderungen, eine verbesserte Austauschbarkeit, mehr Transparenz und Sicherheit in Ausschreibungen sowie eine nachgewiesene Praxistauglichkeit.

Letzteres, die Praxistauglichkeit, ist laut GET ein besonderer Mehrwert der RAL-GZ 692: Das Gütezeichen wird erst vergeben, wenn ein Produkt seine Eignung unter realen Einsatzbedingungen gezeigt hat. Anwenderinnen und Anwender erhalten damit zusätzliche Sicherheit, dass Funktion, Qualität und Dauerhaftigkeit auch im Betrieb überzeugen.

Die überarbeitete Güterichtlinie RAL-GZ 692 stärkt Qualität und Sicherheit von Schachtabdeckungen und Aufsätzen. Sie unterstützt Kommunen, Planungsbüros und planende Stellen bei der Auswahl langlebiger und betriebssicherer Lösungen.

Lesen Sie mehr über die GET:

Quelle: GET


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