Baugrubensicherung
Wie Flüssigboden die Klimabilanz verbessert

Beim Neubau eines Abwasserpumpwerks in Germering kombinierte der Amperverband erstmals das RSS-Flüssigbodenverfahren mit einem E&S-Linearverbau. Diese Methode ermöglichte eine bis zu neun Meter tiefe Baugrube ohne die ökologisch riskante Grundwasserabsenkung und reduzierte den CO2-Ausstoß deutlich.

Vom Kalibrierschlauch zum Werkzeug in der grabenlosen Sanierung
Der AIRBAGLINER® von Bodenbender hat sich vom klassischen Kalibrierschlauch zu einem festen Bestandteil moderner Sanierungssysteme entwickelt.
In der Breslauer Straße in Germering stand der Amperverband, Zweckverband für Abwasserentsorgung in Olching, vor einer technischen Herausforderung: Für die Erneuerung der Infrastruktur musste zwischen Juli und Oktober 2025 eine sieben bis neun Meter tiefe Baugrube ausgehoben werden. Die geotechnischen Rahmenbedingungen waren anspruchsvoll, da das Grundwasser bereits etwa drei Meter unter der Geländeoberkante ansteht und tiefliegende Zuläufe berücksichtigt werden mussten.
Konventionelle Bauweisen hätten hier umfangreiche Wasserhaltungsmaßnahmen oder massive Verbaulösungen erfordert.
RSS-Flüssigboden als ökologische Alternative zur Wasserhaltung
Anstatt auf konventionelle Methoden wie das Einrammen von Spundwänden oder eine großflächige Wasserhaltung zu setzen, entschied sich die Bau GmbH Herrischried für eine Kombination aus RSS-Flüssigboden und dem E&S-Linearverbau von Terra Infrastructure. „Konventionelle Bauweisen hätten hier umfangreiche Wasserhaltungsmaßnahmen oder massive Verbaulösungen erfordert", erklärt Geschäftsführer Jürgen Eckert. „Diese wären nicht nur kostenintensiv gewesen, sondern hätten auch erhebliche Auswirkungen auf Baugrund, Umwelt, Gebäude und Anwohner gehabt – insbesondere durch Lärm, Erschütterungen sowie erhöhtes Verkehrsaufkommen."

Das angewendete RSS-Flüssigbodenverfahren nutzt den anstehenden Bodenaushub direkt vor Ort. Dieser wird aufbereitet, mit Zusatzstoffen konditioniert und als fließfähiger, selbstverdichtender Baustoff wieder eingebracht. Nach der Rückverfestigung entsteht eine dichte und wasserundurchlässige Struktur, die die Baugrube stabilisiert, ohne dass das Grundwasser abgesenkt werden muss.
Bauablauf: Präziser Linearverbau und Einbau unter dem Wasserspiegel

Der Bauablauf erfolgte abschnittsweise unter Einsatz von Verbauboxen. Nach dem Entfernen des Asphaltaufbaus wurden Linearverbauträger sowie Grund- und Aufsatzplatten gesetzt. Ab Erreichen des Grundwasserspiegels wurden sowohl der Aushub als auch der Einbau des Verbaus vollständig unter Wasser durchgeführt. Die Verfüllung mit Flüssigboden erfolgte im Kontraktorverfahren ebenfalls unter dem Wasserspiegel.
Verfüllung und Statik: Das Kontraktorverfahren im Einsatz

Ein technisches Detail war die Führung der äußeren Verbauplatten in einer Schiene, wodurch eine glatte Verbauwand entstand. „Die so entstandene glatte Verbauwand schuf die Basis für den späteren Rückbau und das Ziehen der Platten", erläutert Jürgen Klausmann von Terra Infrastructure. In den noch flüssigen Boden wurden zudem statisch erforderliche T-Träger positionsgenau eingebracht. Nach der Rückverfestigung des Materials konnte die Schachtgrube trocken gelegt, der Bestandskanal zurückgebaut und die neuen Komponenten eingebunden werden.
Projektergebnis: 80 % weniger CO2-Ausstoß und minimierte Emissionen
Der Einsatz dieser Verfahrenskombination wirkte sich signifikant auf die Projektbilanz aus. Durch den Wegfall der Grundwasserabsenkung wurden Setzungen im Umfeld, die durch den Austrag von Feinteilen entstehen können, vermieden. Da das Aushubmaterial direkt wiederverwertet wurde, sanken die Transport- und Entsorgungskosten sowie die Verkehrsbelastung für die Anwohner.

Laut Projektbericht konnte der CO2-Ausstoß im Vergleich zu konventionellen Verfahren um mindestens 80 % gesenkt werden. Auch die Lärm- und Erschütterungsemissionen fielen durch den Verzicht auf Rammarbeiten deutlich geringer aus. Das Verfahren empfiehlt sich damit insbesondere für komplexe Tiefbauprojekte im innerstädtischen Raum mit beengten Platzverhältnissen und hohem Grundwasserstand.
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Quelle: Terra Infrastructure
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