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Kanalbau und -betrieb/

RSS-Flüssigboden und Linearverbau: Effiziente Baugrubensicherung in Germering

Baugrubensicherung

Wie Flüssigboden die Klimabilanz verbessert

19.05.2026, 12:30, aktualisiert 19.05.2026, 13:07
GERMERING
RSS-Flüssigboden und Linearverbau: Effiziente Baugrubensicherung in Germering
Blick von oben: Zwischen Juli und Oktober 2025 hat der Amperverband das Abwasserpumpwerk an der Breslauer Straße in Olching erneuert. | Foto: Bau GmbH Herrischried

Beim Neubau eines Abwasserpumpwerks in Germering kombinierte der Amperverband erstmals das RSS-Flüssigbodenverfahren mit einem E&S-Linearverbau. Diese Methode ermöglichte eine bis zu neun Meter tiefe Baugrube ohne die ökologisch riskante Grundwasserabsenkung und reduzierte den CO2-Ausstoß deutlich.


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In der Breslauer Straße in Germering stand der Amperverband, Zweckverband für Abwasserentsorgung in Olching, vor einer technischen Herausforderung: Für die Erneuerung der Infrastruktur musste zwischen Juli und Oktober 2025 eine sieben bis neun Meter tiefe Baugrube ausgehoben werden. Die geotechnischen Rahmenbedingungen waren anspruchsvoll, da das Grundwasser bereits etwa drei Meter unter der Geländeoberkante ansteht und tiefliegende Zuläufe berücksichtigt werden mussten.

Konventionelle Bauweisen hätten hier umfangreiche Wasserhaltungsmaßnahmen oder massive Verbaulösungen erfordert.

RSS-Flüssigboden als ökologische Alternative zur Wasserhaltung

Anstatt auf konventionelle Methoden wie das Einrammen von Spundwänden oder eine großflächige Wasserhaltung zu setzen, entschied sich die Bau GmbH Herrischried für eine Kombination aus RSS-Flüssigboden und dem E&S-Linearverbau von Terra Infrastructure. „Konventionelle Bauweisen hätten hier umfangreiche Wasserhaltungsmaßnahmen oder massive Verbaulösungen erfordert", erklärt Geschäftsführer Jürgen Eckert. „Diese wären nicht nur kostenintensiv gewesen, sondern hätten auch erhebliche Auswirkungen auf Baugrund, Umwelt, Gebäude und Anwohner gehabt – insbesondere durch Lärm, Erschütterungen sowie erhöhtes Verkehrsaufkommen."

Der Einsatz des E&S-Linearverbaus reduzierte die Auswirkungen auf Baugrund, Umwelt, Gebäude und Anwohner, insbesondere in puncto Lärm und Erschütterungen. | Foto: Bau GmbH Herrischried
Der Einsatz des E&S-Linearverbaus reduzierte die Auswirkungen auf Baugrund, Umwelt, Gebäude und Anwohner, insbesondere in puncto Lärm und Erschütterungen. | Foto: Bau GmbH Herrischried

Das angewendete RSS-Flüssigbodenverfahren nutzt den anstehenden Bodenaushub direkt vor Ort. Dieser wird aufbereitet, mit Zusatzstoffen konditioniert und als fließfähiger, selbstverdichtender Baustoff wieder eingebracht. Nach der Rückverfestigung entsteht eine dichte und wasserundurchlässige Struktur, die die Baugrube stabilisiert, ohne dass das Grundwasser abgesenkt werden muss.

Bauablauf: Präziser Linearverbau und Einbau unter dem Wasserspiegel

Zur Sicherung der Baugrube wurden nur äußere Verbauplatten eingebaut, alle in einer Schiene geführt. Die glatte Verbauwand schuf die Basis für den späteren Rückbau und das Ziehen der Platten. | Foto: Bau GmbH Herrischried
Zur Sicherung der Baugrube wurden nur äußere Verbauplatten eingebaut, alle in einer Schiene geführt. Die glatte Verbauwand schuf die Basis für den späteren Rückbau und das Ziehen der Platten. | Foto: Bau GmbH Herrischried

Der Bauablauf erfolgte abschnittsweise unter Einsatz von Verbauboxen. Nach dem Entfernen des Asphaltaufbaus wurden Linearverbauträger sowie Grund- und Aufsatzplatten gesetzt. Ab Erreichen des Grundwasserspiegels wurden sowohl der Aushub als auch der Einbau des Verbaus vollständig unter Wasser durchgeführt. Die Verfüllung mit Flüssigboden erfolgte im Kontraktorverfahren ebenfalls unter dem Wasserspiegel.

Verfüllung und Statik: Das Kontraktorverfahren im Einsatz

Nach dem Rückbau der Verbauelemente sichert der RSS-Flüssigboden die Baugrube und verhindert ein Eindringen des Grundwassers. | Foto: Bau GmbH Herrischried
Nach dem Rückbau der Verbauelemente sichert der RSS-Flüssigboden die Baugrube und verhindert ein Eindringen des Grundwassers. | Foto: Bau GmbH Herrischried

Ein technisches Detail war die Führung der äußeren Verbauplatten in einer Schiene, wodurch eine glatte Verbauwand entstand. „Die so entstandene glatte Verbauwand schuf die Basis für den späteren Rückbau und das Ziehen der Platten", erläutert Jürgen Klausmann von Terra Infrastructure. In den noch flüssigen Boden wurden zudem statisch erforderliche T-Träger positionsgenau eingebracht. Nach der Rückverfestigung des Materials konnte die Schachtgrube trocken gelegt, der Bestandskanal zurückgebaut und die neuen Komponenten eingebunden werden.

Projektergebnis: 80 % weniger CO2-Ausstoß und minimierte Emissionen

Der Einsatz dieser Verfahrenskombination wirkte sich signifikant auf die Projektbilanz aus. Durch den Wegfall der Grundwasserabsenkung wurden Setzungen im Umfeld, die durch den Austrag von Feinteilen entstehen können, vermieden. Da das Aushubmaterial direkt wiederverwertet wurde, sanken die Transport- und Entsorgungskosten sowie die Verkehrsbelastung für die Anwohner.

Projekt fast gemeistert: Zwei Mitarbeitende bauen das neue Pumpwerk ein. | Foto: Bau GmbH Herrischried
Projekt fast gemeistert: Zwei Mitarbeitende bauen das neue Pumpwerk ein. | Foto: Bau GmbH Herrischried

Laut Projektbericht konnte der CO2-Ausstoß im Vergleich zu konventionellen Verfahren um mindestens 80 % gesenkt werden. Auch die Lärm- und Erschütterungsemissionen fielen durch den Verzicht auf Rammarbeiten deutlich geringer aus. Das Verfahren empfiehlt sich damit insbesondere für komplexe Tiefbauprojekte im innerstädtischen Raum mit beengten Platzverhältnissen und hohem Grundwasserstand.

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Quelle: Terra Infrastructure


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