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Wasserinfrastruktur im Fokus: Experten-Interview zur IFAT 2026

Wasserinfrastruktur

Unsichtbar, aber unverzichtbar

30.06.2026, 07:01
TROLLENHAGEN
Wasserinfrastruktur im Fokus: Experten-Interview zur IFAT 2026
Dr. Johannes Lis (li.) und Mario Frieben während eines Interviews auf der IFAT 2026 | Foto: Amiblu Germany GmbH

Die Wasserinfrastruktur, oder genauer die entsprechenden Rohrsysteme, stärker in den Fokus rücken, Investitionsstau abbauen und dabei den Blick auf den gesamten Lebenszyklus von Rohrsystemen lenken – diese Themen standen während der IFAT 2026 im Mittelpunkt eines Interviews mit Dr. Johannes Lis, bis Ende Juni Geschäftsführer des Kunststoffrohrverbandes (KRV), und Mario Frieben, Managing Director Amiblu Germany GmbH.


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Nach Einschätzung beider Experten leidet Deutschland an einem erheblichen Investitionsstau – auch bei der Wasserinfrastruktur. „Vor allem die unterirdische Infrastruktur ist unsichtbar“, betont Frieben. Gerade deshalb erhalte sie oftmals nicht die Aufmerksamkeit und Priorisierung, die ihrer grundlegenden Bedeutung für Versorgungssicherheit und Lebensqualität entspricht. Während öffentliches Interesse häufig auf sichtbare Infrastrukturprojekte gerichtet ist, bilden Rohrsysteme das Rückgrat einer funktionierenden Wasserver- und -entsorgung. Technische Lösungen seien auf allen Ebenen und mit unterschiedlichen Ansätzen vorhanden; nun gelte es, Genehmigungsverfahren zu verkürzen und Infrastrukturprojekte schneller und praxisnah umzusetzen. Und darin sind sich beide einig: Dafür muss die politische und auch gesellschaftliche Wahrnehmung gestärkt werden.

Nachhaltige Infrastruktur: Kunststoffrohre im Fokus von Klimawandel und Digitalisierung

Vor dem Hintergrund von Klimawandel und Digitalisierung sieht Dr. Lis Kunststoffrohrsysteme als wichtigen Bestandteil einer langfristig tragfähigen Infrastruktur. Ihre Langlebigkeit und diversen Einsatzfähigkeiten könnten dazu beitragen, notwendige Modernisierungsmaßnahmen schnell voranzutreiben. Gleichzeitig plädiert er dafür, die Bewertung von Rohrsystemen hinsichtlich der Klimabilanz nicht auf Herstellung und Material zu reduzieren. Entscheidend sei vielmehr die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus – von der Produktion über die Nutzungsdauer bis hin zu Recycling und Entsorgung. Der CO₂-Fußabdruck müsse über die gesamte Lebensdauer betrachtet werden und sei „kein Modethema“, sondern ein echtes Anliegen der Kunststoffrohrhersteller, so Dr. Lis.

Mario Frieben: „Beim vorhandenen Investitionsstau muss man das Gesamtsystem betrachten.“ | Foto: Amiblu Germany GmbH
Mario Frieben: „Beim vorhandenen Investitionsstau muss man das Gesamtsystem betrachten.“ | Foto: Amiblu Germany GmbH

Mehr als nur Produktion: Ganzheitliche Projektbegleitung gegen den Fachkräftemangel

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Rolle der Unternehmen in der gesamten Projektrealisierung einschließlich Planung und Ausführung. Als ein Vertreter der Kunststoffrohr-Hersteller liefert Amiblu nicht nur die Rohre und Formteile für GFK-Rohrsysteme, sondern unterstützt Kommunen, Planungsbüros und Betreiber bereits in frühen Projektphasen mit Planleistungen, betont Frieben. Angesichts des Fachkräftemangels gewinnen solche Unterstützungsangebote zunehmend an Bedeutung. Für Dr. Lis zeigt sich darin ein grundlegender Mehrwert: Unternehmen der Branche seien weit mehr als reine Rohrhersteller – sie begleiten Infrastrukturprojekte von der Planung über die Umsetzung bis zur Inbetriebnahme.

Interview-Auszug

Wo sehen Sie den größten Investitions- und Handlungsbedarf in den kommenden 10-20 Jahren?

Mario Frieben: Zunächst würde ich einmal einen Schritt zurückgehen und von einem Investitionsstau sprechen, den wir täglich erleben. Angefangen von der Politik, runtergebrochen über die Kommunen, über die Ausschreibung etc. Wir stehen vor einem wahnsinnigen Investitionsstau in Deutschland, der erst einmal bewältigt werden muss. Es liegt nicht an den Unternehmungen, es liegt an weiterer Entscheidungskraft. Und letztendlich sind es verschiedene Dinge, die zusammenkommen. Auf der einen Seite sehr schleppende Genehmigungsverfahren und lange bürokratische Zyklen. Da muss Deutschland ran. Wir müssen in diesen Prozessen, vor allem bei der Infrastruktur, viel besser werden.

Johannes Lis: „CO2-Footprint ist kein Modewort, sondern ein echtes Anliegen der Kunststoffrohr-Hersteller.“ | Foto: Amiblu Germany GmbH
Johannes Lis: „CO2-Footprint ist kein Modewort, sondern ein echtes Anliegen der Kunststoffrohr-Hersteller.“ | Foto: Amiblu Germany GmbH

Dr. Johannes Lis: Ja, dann kommen wir auch schneller in solchen Projekten voran. Auf der anderen Seite geht es aber auch um finanzielle Ressourcen. Auch da, glaube ich, müssen wir darauf achten, dass so etwas wie das Sondervermögen nicht nur in oberirdisch sichtbare Projekte geht, sondern genauso in die Infrastruktur, die uns am Leben hält. Also auch in Rohrsysteme.

Frieben: Ich denke, wir bieten hier auch einen Mehrwert für das Gesamtsystem. Wir unterstützen oftmals schon in der Planungsphase. Der Fachkräftemangel ist uns sehr bewusst. Also nehmen wir uns dieser Herausforderung an und unterstützen Ingenieurbüros, Bauherren, Betreiber und Kommunen auch mit unserer Planleistung.

Dr. Lis: Ich glaube, daran wird auch deutlich, dass am Ende unsere Unternehmen nicht nur Rohrproduzenten sind. Sie gestalten Systeme, schaffen kluge, effiziente Lösungen und unterstützen bei der Implementierung dieser Lösung, sei es bei Ingenieursleistungen, aber auch am Ende beim Verschweißen vor Ort und bei Maßnahmen, die auch in der Wartung wichtig sind. Das sind alles Leistungen, die die Mitglieder des KRV anbieten.

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Das gesamte Video der Experten können Sie unter https://www.amiblu.com/de/interview-wasserinfrastruktur-im-wandel/ schauen.

Quelle: Amiblu Germany

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