„Der anhaltende Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Risiko“
Die Energiewende treibt den Leitungsbau weiter voran, doch steigende Kosten, wachsende Auflagen und Fachkräftemangel stellen die Branche vor große Herausforderungen, meinen Sebastian Lang, Geschäftsführender Gesellschafter bei der Bohrservice Rhein-Main Gesellschaft für Horizontalbohrungen mbH, und Till Mataré, Bereichsleiter Bohr- und Frästechnik.

B_I umweltbau: Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage in Ihrer Branche – national?
B_I umweltbau: Wie fällt Ihre Prognose für das Jahr 2026 aus? Welche Trends, Risiken oder Chancen sehen Sie?
Lang/Mataré: Wir sind mit einem sehr guten Auftragsbestand in das Jahr 2026 gestartet und gehen davon aus, dass sich diese Situation bei stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortsetzen wird. In der HDD-Branche ist ein klarer Trend hin zu längeren und größeren Bohrungen zu beobachten, insbesondere im Zusammenhang mit dem HGÜ-Trassenbau (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen). Gleichzeitig ist zu erkennen, dass ausführende Unternehmen aus der Kleinbohrtechnik zunehmend stärker in die Planungsprozesse eingebunden werden, was mit einem erheblichen zusätzlichen Personal- und Zeitaufwand verbunden ist. Ein zentrales Risiko bleibt der anhaltende Fachkräftemangel. Mittel- bis langfristig ist im Falle einer rückläufigen Nachfrage mit einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb zu rechnen.
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B_I umweltbau: Welche strategischen Maßnahmen verfolgen Sie selbst bzw. welche politischen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind aus Ihrer Sicht erforderlich, um einen (weiteren) Aufschwung zu erreichen?
Lang/Mataré: Wir passen unsere Unternehmensstrategie an die Marktentwicklung an und nehmen in diesem Jahr eine 80-t-Bohranlage in Betrieb, die unsere bisher leistungsfähigste 45-t-Bohranlage sinnvoll ergänzt. Gleichzeitig werden HDD-Projekte zunehmend komplexer, etwa durch anspruchsvollere Geologien, größere Durchmesser und längere Bohrstrecken. Für einen nachhaltigen Aufschwung halten wir eine deutliche Reduzierung des Bürokratieaufwands sowie eine Beschränkung der Genehmigungsauflagen auf ein notwendiges Minimum für erforderlich. Zudem wünschen wir uns, dass langwierige europaweite Vergabeverfahren wieder stärker durch praxisnahe, regionale Vergabelösungen ergänzt werden. Insbesondere sollte die öffentliche Hand wieder in die Lage versetzt werden, bewährten und vertrauensvollen Partnern kurzfristig Aufträge zu vergeben, um das bevorstehende enorme Ausbaupensum effizient und partnerschaftlich umzusetzen.
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