Erfolgreiches Jahr in einem stabilen Markt
Mit erfolgreichen Formaten wie den Spring Talks, mit Nachwuchs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Engagement in internen und externen Arbeitskreisen zeigt der DCA, wie lebendig und zukunftsorientiert Verbandsarbeit sein kann. Im Fokus der wieder als Hybridveranstaltung durchgeführten Mitgliederversammlung im Wardenburger Hof bei Oldenburg standen diesmal ein Vortrag zum NEP und zur Diskussion Erdkabel vs. Freileitung sowie eine Podiumsdiskussion über die HDD-Märkte in Europa.

Der DCA wächst weiter, wie Geschäftsführer Dietmar Quante anfangs berichtete: Mittlerweile haben sich 207 Mitglieder dem Verband angeschlossen. Drei Unternehmen, namentlich Prime Drilling GmbH, Phrikolat Drilling Specialities GmbH und Bohrtec-Teubner Wittenberg GmbH, feierten kürzlich ihre 25-jährige Zugehörigkeit.

DCA-Präsident Jorn Stoelinga warf einen Blick zurück auf die Verbandsaktivitäten im letzten Jahr. Unter anderem wird der DCA insbesondere für alle, die nicht regelmäßig an Veranstaltungen teilnehmen können, auf der DCA-Website eine Plattform einrichten, auf der sich alle Mitglieder zu zentralen HDD-Themen austauschen können. Dabei geht es nicht um offizielle DCA-Positionen, sondern rein um den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern.


Arbeitskreise
Fünf interne Arbeitskreise und vier externe (mit DCA-Beteiligung) tagten im letzten Jahr. Im Sommer 2025 wurde die englische Fassung der Technischen Richtlinien veröffentlicht, die deutsche Fassung wurde redaktionell berichtigt. Die französische Ausgabe ist in Arbeit, wie Vorstandsmitglied Marc Schnau berichtete. In Kürze sollen die Richtlinien über die DCA-Homepage in einem Online-Shop beziehbar sein. Eine inhaltliche Überarbeitung der Richtlinien soll alsbald folgen.
Im Bereich Datenerfassung/-dokumentation (AK 4) soll die ausgearbeitete Tabelle mit den verschiedenen Parametern in den nächsten zwei bis drei Monaten finalisiert werden. Im Arbeitskreis Baugrund (AK 5) erklärte Philipp Dick, x-plan schnau engineering, dass „weiterhin nur wenig bis keine Informationen zum Baugrund vorliegen, wenn es an die Planung oder Ausführung geht“. Ziele des Arbeitskreises in diesem Jahr seien daher die Einteilung der Parameter in sinnvolle Einteilungsgrenzen und Hilfestellung bei der Erstellung von geotechnischen Berichten sowie beim Umgang und bei der Bewertung der Parameter.
Ein weiterer Arbeitskreis (AK 5E) behandelt die Überführung des bisherigen Arbeitsblattes GW 321 in die neue GW 302-Reihe. GW 321 wurde inhaltlich überarbeitet; Teil 1 (Zertifizierung von Bohrunternehmen) ist bereits veröffentlicht.
Netzentwicklungsplan – Erdkabel vs. Freileitung

Mathias Drücker von der TenneT TSO GmbH, Experte im Bereich Energiepolitik, berichtete über den Gesamtprozess eines Netzentwicklungsplans und die Rolle eines Übertragungsnetzbetreibers sowie das aktuell diskutierte Thema Erdkabel vs. Freileitung. „In der letzten Legislaturperiode mussten wir feststellen, dass das Erdkabel nicht die Akzeptanz erbracht hat, die wir uns erhofft hatten. Zudem ist es schwerer zu betreiben als die Freileitung und relativ teuer“, so Drücker. Die Planung von Freileitungen in sämtlichen noch nicht im Bundesbedarfsplan verankerten DC-Projekten habe nach Berechnungen von TenneT ein Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro. Dennoch sei die Diskussion sehr kontrovers, bei der auch Modelle mit Kombinationsmöglichkeiten zur Sprache kämen. Drücker betonte jedoch, dass ein „Hoch und runter“ planerisch, technisch und mit Blick auf die Kosten der Worstcase sei und eine klare Entscheidung für eine der beiden Varianten sehr wichtig. Alles in allem ist die politische Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen und zum Teil zwischen unterschiedlichen politischen Lagern und Regionen ambivalent. Die Entscheidung wird dabei vom Bundestag im Bundesbedarfsplangesetz getroffen.
Podiumsdiskussion der DCA-Repräsentanten

Was tut sich in den europäischen Ländern im Bereich HDD? Dazu gaben die DCA-Repräsentanten Auskunft. Insgesamt zeigte sich, dass es in allen europäischen Ländern viel zu tun gibt – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Der französische HDD-Markt sei derzeit sehr aktiv, sagte François Gandard. Es werde viel Geld in Projekte investiert, etwa in die HGÜ-Anbindung nach Spanien und Irland.
Scott Stone, Repräsentant für Großbritannien und Irland, beschrieb den dortigen HDD-Markt als gut, klagte aber über zu wenig Personal. Auch bei der Ausrüstung gebe es Engpässe.
In Osteuropa nehmen Großprojekte immer mehr zu, so Bartek Fratczak, auch um den Importstopp von russischem Gas aufzufangen. Auch in den Bereichen Strom und Glasfaser passiere derzeit viel.
Benny Jensen, zuständig für Skandinavien, berichtete, dass zumindest in Dänemark der HDD-Markt etwas ruhiger sei, auch weil die Glasfaserverlegung fast abgeschlossen ist und Gasleitungsprojekte zur Zeit kaum anstünden. Im letzten Jahr habe man das erste dänische Mitglied für den DCA gewinnen können.
In Spanien und Portugal entwickelt sich der HDD-Markt nicht so dynamisch wie in Deutschland, sagte Brian Jorgensen. Aber wie in Frankreich und UK spielen Anbindungen eine große Rolle. Die Glasfaserverlegung biete viel Potenzial. Zudem sieht Jorgensen in Zukunft gerade auch wegen der notwendigen Errichtung von Datenzentren in Europa viel Arbeit auf die HDD-Industrie zukommen.
Wahlen und Satzungsänderung

Nach dem Kassenbericht durch Vorstandsmitglied Ronald Siebel, der dem Verband ein sehr erfolgreiches zurückliegendes Jahr attestierte (insbesondere wegen der gestiegenen Mitgliederzahl, des Sponsorings zur Jahrestagung und des Verkaufs der Technischen Richtlinien), sowie der Entlastung des Vorstands stand die Wahl des Vorstands an. Auf der letzten Vorstandssitzung im November 2025 wurde entschieden, den Vorstand gemäß § 6 der Satzung um einen weiteren Beisitzer zu erweitern. Auf Vorschlag des Vorstands wurde Timo Mücke, Geschäftsführer der Beermann Bohrtechnik GmbH, von der Mitgliederversammlung zum 4. Beisitzer gewählt.
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Zum Kassenprüfer wurden Dirk Müller von der Firma Transco Downhole Drilling Tools GmbH und Kai Bernhardt von der Firma Tracto-Technik GmbH & Co. KG für ein weiteres Jahr gewählt. Ersatzkassenprüfer ist Ernst Fengler, LMR Drilling GmbH.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde schließlich eine Satzungsänderung bzgl. des Vereinszwecks beschlossen. Nach § 2 Abs. 8 der Satzung ist ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb nunmehr „zulässig, sofern er der Verwirklichung des gemeinnützigen Zwecks dient.“

Abschließend warfen Dietmar Quante und Jorn Stoelinga noch einen Blick auf das Jahr 2026. Im Fokus der Verbandsarbeit stehen etwa die Fortführung der Arbeitskreise, die Öffentlichkeitsarbeit samt Landing Page sowie Schulungs- und Fortbildungsveranstaltungen. Mit Vorfreude blickt der DCA auch auf die Spring Talks im Mai, das Mitgliederforum mit dem auf der Jahrestagung schon viel und kontrovers diskutierten Thema „HDD-Kategorisierung“ und die 30. Jahrestagung in Rom (30.9. - 2.10.). Für letztere haben sich bereits einige Sponsoren angemeldet, Plätze sind aber noch frei.
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