E-Bohranlage von Tracto
Der Weg zu Null-Emission im Leitungsbau

Auf dem Weg zur Null-Emission-Baustelle gewinnen elektrische Baumaschinen und -geräte auch im Leitungsbau zunehmend an Bedeutung. Wie zum Beispiel die vollelektrische HDD-Bohrlange Grundodrill JCS130E von Tracto, die auf Deutschlands erster emissionsfreier und grabenloser Baustelle in Essen-Steele zum Einsatz kam.

Vom Kalibrierschlauch zum Werkzeug in der grabenlosen Sanierung
Der AIRBAGLINER® von Bodenbender hat sich vom klassischen Kalibrierschlauch zu einem festen Bestandteil moderner Sanierungssysteme entwickelt.
Die grabenlose Technologie für den Leitungsbau ist von Natur aus ökologisch schonender als die offene Bauweise. Sie ist minimalinvasiv, reduziert den Bodeneingriff und vermeidet großflächige Aufgrabungen. Dadurch werden weniger Erdmassen bewegt, Transporte reduziert und Flächen geschont. In Kombination mit und emissionsfreier Maschinentechnik entsteht ein besonders nachhaltiges und zukunftsfähiges Gesamtkonzept.
Tracto verfolgt genau diesen Ansatz. Mit dem Grundodrill JCS130E steht nun eine hochproduktive vollelektrische Horizontalspülbohranlage der neuesten Generation zur Verfügung, die für den Einsatz ohne lokale Abgasemissionen auf der Baustelle konzipiert ist.
Bohranlage Grundodrill JCS130E: Effizienz und Power
Der Grundodrill JCS130E - Electric produziert weder Dieselruß noch Stickoxide. Auch der Energieverbrauch selbst ist deutlich geringer als der ihres dieselbetriebenen Pendants. „Das elektrische System ist weitaus effizienter als das Verbrennungsmotorsystem und erfordert weniger Wartung. Wir sind die Ersten, die dies in der kompakten Größe des JCS130E anbieten können“, sagt Entwicklungsingenieur Lukas Werthmann. Darüber hinaus beweisen 130 kN Kraft, 78 kW Dauerleistung und bis zu 156 kW bei Spitzenlasten, dass „elektrisch“ nicht bedeutet, bei der Leistung Kompromisse einzugehen.

Herausforderung bei der Elektrifizierung
Auf der Bauma 2022 wurde der JCS130E erstmals als Prototyp im Rahmen des Leitthemas „Der Weg zur Null-Emission“ vorgestellt. Bis zur Serienreife dauerte es weitere drei Jahre, bis der JCS130E wiederum auf der Bauma als Serienmodell vorgestellt wurde. Die erste Herausforderung war rein räumlicher Natur: Elektrische Antriebssysteme und Energiespeicher mussten in eine Maschine passen, die ursprünglich für einen Dieselantrieb konzipiert worden war. Das erforderte ein durchdachtes Design und eine effiziente Platzausnutzung.
Die zweite Herausforderung kam von außerhalb der Anlage, nämlich aus der sich rasant verändernden Welt der elektrischen Komponenten. Im Gegensatz zur ausgereiften Dieseltechnologie, die sich über Jahrzehnte hinweg stetig weiterentwickelt hat, werden elektrische Bauteile wie Batterien, Wechselrichter und Motoren häufig aktualisiert. Dieser schnelle Entwicklungszyklus bedeutet, dass sich die Verfügbarkeit und Leistung von Komponenten rasch ändern können. Das erforderte eine kontinuierliche Optimierung und Flexibilität bei der Konstruktion.
100% elektrisch: CO2-neutrale Baustelle
Für Anwender ergeben sich klare Vorteile: weniger Energieverbrauch, keine lokalen Abgase, deutlich reduzierte Geräuschentwicklung, verbesserte Arbeitsbedingungen sowie eine höhere Akzeptanz gerade in sensiblen innerstädtischen Bereichen. Gleichzeitig erfüllen Unternehmen, die den JSC130E einsetzen, bereits heute zukünftige Umweltanforderungen und stärken ihre Position im Wettbewerb.

Zukunft des Leitungsbaus: Auf Nachhaltigkeit ausgelegt
„Mit unserem E-Drill wollen wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen und ihre Anforderungen erfüllen“, sagt Lea Freise, Produktmanagerin bei Tracto. „Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Baustellen wächst, besonders in europäischen Ländern. Daher war es für uns nur logisch, eine vollelektrische Bohranlage zu entwickeln. Mit dem JSC130E haben wir das Elektrokonzept auf unsere neueste Bohrgeräte-Generation übertragen.“ Neben dem JCS130E-Jetbohrgerät bietet Tracto auch ein vollelektrisches All Condition-System für Bohrungen in komplexen Geologien und Fels an, den Grundodrill ACS130E.
Das GasLine-Projekt hat für alle Beteiligten bewiesen, dass sie mit elektrischen Baugeräten technisch machbar sind und einen echten Mehrwert für die Umwelt, die Anwohner und darüber hinaus bieten. In Deutschland sind Stromnetz und Ladeeinrichtungen zwar mancherorts noch nicht darauf vorbereitet, einen vollelektrischen Baustellenbetrieb zu unterstützen. Regionen wie Skandinavien, wo elektrische Baustellen bereits ganz unkompliziert mit Plug-and-Play-Lösungen umgesetzt werden können, zeigen wie die Zukunft von Infrastrukturprojekten aussieht: sauber, leise und konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.
Lesen Sie auch: Vollelektrische Anlagen und Hybridanlagen – Das sagen Baufirmen
Quelle: Tracto
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