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B_Iumweltbau

Zukunftssicher und resilient

Mit dem Neubau einer DA560-Trinkwasserhauptleitung zwischen Ahlhorn und Garthe setzt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) ein wichtiges Projekt zur langfristigen Stärkung seines südlichen Verbundnetzes um. Das Projekt bietet einen Einblick in die Umsetzung moderner Infrastruktur im großen Maßstab: von datenbasierter Bedarfsplanung über langlebige Rohrsysteme bis hin zu grabenlosen Bauverfahren, präziser digitaler Dokumentation und der engen, abgestimmten Zusammenarbeit aller Projektpartner.

Trinkwasserleitung des OOWV für zukunftssicheres resilientes Netz
Einzug der PE-Leitung | Foto: WKT

Die rund 6 Kilometer lange Leitung verbindet bestehende Netzstrukturen und Wasserwerke miteinander und schafft zusätzliche hydraulische Stabilität. Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in einer Region, in der insbesondere durch neue Gewerbegebiete steigende Wasserbedarfe zu verzeichnen sind.

Datenbasierte Planung

Ausgangspunkt der Maßnahme ist die kontinuierliche Analyse des Trinkwassernetzes durch den OOWV. Über ein umfassendes Netzmonitoring werden Druck- und Mengenverläufe fortlaufend erfasst und ausgewertet. Diese Betriebsdaten werden mit Prognosemodellen zur künftigen Entwicklung von Siedlungs- und insbesondere Gewerbeflächen verknüpft und bilden die Grundlage für die strategische Netzentwicklung.

Die Auswertungen zeigten, dass die vorhandenen Leitungsstrukturen im südlichen Verbandsgebiet perspektivisch an ihre hydraulischen Grenzen stoßen könnten. Um frühzeitig gegenzusteuern und die Leistungsfähigkeit des Netzes langfristig zu sichern, fiel die Entscheidung für den Neubau einer leistungsfähigen Hauptleitung zwischen Ahlhorn und Garthe.

Ziel ist es, das Verbundnetz gezielt zu verstärken, Wasserströme flexibler zu lenken und die Wasserwerke besser miteinander zu verknüpfen. Die neue Leitung ist dabei von Beginn an auf eine Nutzungsdauer von mehr als 100 Jahren ausgelegt und folgt dem Anspruch, Infrastruktur nicht nur für den aktuellen Bedarf, sondern für kommende Generationen zu planen.

Trassenverlauf, Dimensionen und Zeitplan

Befestigung der Wege | Foto: WKT
Befestigung der Wege | Foto: WKT

Der OOWV investiert rund 3 Millionen Euro in den Neubau der Trinkwasserleitung. Die Maßnahme startete im Mai 2025 und soll planmäßig bis Mitte 2026 abgeschlossen werden.

Die Trasse verläuft über rund 6 Kilometer durch die Landkreise Oldenburg, Cloppenburg und Vechta. Über weite Strecken folgt sie bestehenden Forst- und Wirtschaftswegen, um Eingriffe in Natur und Eigentumsflächen möglichst gering zu halten. Zum Einsatz kommt eine Trinkwasserhauptleitung mit einem Außendurchmesser von 560 mm (DA 560). Ausgeführt in SDR 17 und PN 10 übernimmt sie eine zentrale Funktion für die hydraulische Leistungsfähigkeit des Netzes.

Begleitet wird das Projekt durch einen landschaftspflegerischen Begleitplan sowie durch bodenkundliche, ökologische und archäologische Fachgutachter. Diese Rahmenbedingungen prägen Planung und Bauausführung gleichermaßen und sind fester Bestandteil der Gesamtmaßnahme.

Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette

Die Umsetzung der DA560-Hauptleitung ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit spezialisierter Projektpartner, deren Kompetenzen gezielt ineinandergreifen:

  • Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV) – Auftraggeber und Netzbetreiber

Der OOWV verantwortet die strategische Netzplanung, die Bedarfsanalyse sowie die Gesamtkoordination des Projekts. Dazu zählen die Genehmigungsführung, die Abstimmung mit Landkreisen und Fachbehörden sowie die Integration der neuen Leitung in das bestehende Verbundnetz.

  • Meybau GmbH & Co. KG – Ausführendes Bauunternehmen

Meybau übernimmt die Bauausführung in offener Bauweise und mittels grabenloser Verfahren. Das Unternehmen koordiniert die Bauabschnitte, setzt die gesteuerten Bohrungen um und stellt die technische Umsetzung auch unter anspruchsvollen Randbedingungen sicher.

  • HTI Cordes & Graefe KG – Technischer Handel und Logistikpartner

HTI Cordes & Graefe übernimmt die Materialdisposition und Logistik für das Projekt. Dazu gehört die termingerechte Bereitstellung der Rohrsysteme und Zubehörkomponenten in Abstimmung mit Bauablauf und Baufortschritt. Insbesondere bei großdimensionierten Rohrleitungen ist eine präzise Koordination der Lieferkette entscheidend für einen reibungslosen Bauprozess.

  • WKT Westfälische Kunststofftechnik GmbH – Rohrhersteller

WKT liefert die Trinkwasserrohre aus PE 100 RC für die Hauptleitung. Die Rohre zeichnen sich durch hohe Kerbunempfindlichkeit, Spannungsrissbeständigkeit und Langzeitstabilität aus und sind sowohl für die offene Verlegung als auch für grabenlose HDD-Querungen geeignet. Mit der Lieferung präzise gefertigter Rohrsysteme, ausgelegt auf eine Nutzungsdauer von über 100 Jahren, leistet WKT einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Betriebssicherheit der Hauptleitung.

Werkstoffwahl und Dimensionierung mit Langzeitperspektive

Rohrlager | Foto: WKT
Rohrlager | Foto: WKT

Hauptleitungen im Trinkwassernetz sind langfristige Investitionen mit sehr langen Nutzungszeiträumen. Planung, Dimensionierung und Materialwahl müssen diesem Anspruch gerecht werden. Die Hauptleitung ist konsequent auf eine Nutzungsdauer von mehr als 100 Jahren ausgelegt und folgt dem langfristigen Infrastrukturansatz des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands.

Die Wahl der großen Nennweite ist das Ergebnis einer vorausschauenden hydraulischen Dimensionierung. Grundlage bilden Auswertungen aus dem Netzmonitoring, Prognosen zur Entwicklung gewerblicher Bedarfe sowie die Zielsetzung, das Verbundnetz langfristig leistungsfähig und flexibel zu gestalten. Die DA560-Leitung ermöglicht hohe Fördermengen bei geringen Druckverlusten und schafft zusätzliche Reserven für Lastspitzen, Umverteilungen im Netz und den Störfallbetrieb.

In Kombination mit der verbesserten Verbindung der Wasserwerke trägt die Dimensionierung wesentlich zur hydraulischen Stabilität und Resilienz des Netzes bei. Gleichzeitig reduziert die großzügige Auslegung den Bedarf an späteren Nachrüstungen oder Verstärkungsmaßnahmen und unterstützt damit eine wirtschaftliche und nachhaltige Netzentwicklung über mehrere Generationen hinweg.

Zum Einsatz kommen Rohrsysteme aus PE 100 RC, die eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einwirkungen, Punktlasten und langsamen Rissfortschritten aufweisen. Die Lieferung der Rohre in 12-Meter-Längen ermöglicht lange, kontinuierliche Verlegeabschnitte mit einer reduzierten Anzahl an Verbindungsstellen und minimiert potenzielle Schwachpunkte im Leitungssystem. In Verbindung mit der hydraulisch sinnvoll gewählten Dimension, präziser Fertigung, fachgerechter Verlegung und einer konsequent lebenszyklusorientierten Planung entsteht eine dauerhaft stabile, betriebssichere und wartungsarme Hauptleitung im OOWV-Netz.

Technische Umsetzung unter anspruchsvollen Bedingungen

Die DA560-Trinkwasserleitung aus PE 100 RC zeichnet sich durch hohe Kerbunempfindlichkeit, Spannungsrissbeständigkeit und Langzeitstabilität aus. | Foto: WKT
Die DA560-Trinkwasserleitung aus PE 100 RC zeichnet sich durch hohe Kerbunempfindlichkeit, Spannungsrissbeständigkeit und Langzeitstabilität aus. | Foto: WKT

Die Bauausführung erfolgt in einer Kombination aus konventioneller offener Bauweise und grabenlosen Verfahren. Während die Leitung entlang der Forst- und Wirtschaftswege offen verlegt wird, kommen an besonders sensiblen Punkten gesteuerte Horizontalbohrungen (HDD) zum Einsatz.

Insgesamt werden drei grabenlose Querungen realisiert, darunter die Unterquerung der Autobahn A 1 sowie zweier Gewässer. Diese Bauweise ermöglicht es, Verkehrs- und Umweltbereiche ohne offene Eingriffe zu queren, stellt jedoch hohe Anforderungen an Planung, Materialqualität und Ausführung.

Die Umsetzung des Projekts ist durch eine Vielzahl technischer und organisatorischer Rahmenbedingungen geprägt. Eine besondere Herausforderung stellt die Koordination der Maßnahme über drei Landkreise hinweg dar, jeweils mit eigenen Zuständigkeiten und Genehmigungsprozessen. Vor Beginn der Bauarbeiten wurde die gesamte Trasse im Rahmen einer Kampfmitteluntersuchung bis in eine Tiefe von rund 4 Metern sondiert. Parallel dazu erfolgte eine archäologische Begleitung aufgrund vermuteter historischer Strukturen.

Hinzu kommen Arbeiten in sensiblen Wald- und Gewässerbereichen mit eingeschränkter Zugänglichkeit sowie die zeitweise notwendige Grundwasserabsenkung in einzelnen Abschnitten. Diese Randbedingungen erfordern eine präzise Bauablaufplanung, eine enge Abstimmung aller Beteiligten und eine hohe Ausführungsqualität.

Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahme ist die lückenlose digitale Dokumentation der neu verlegten Leitung. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der Trassenverlauf mittels GPS-Technik millimetergenau vermessen und dauerhaft in das Netzmanagement des OOWV integriert. Damit entsteht ein digitales Abbild der Hauptleitung als Grundlage für Betrieb, Instandhaltung und zukünftige Netzentwicklungen.

Darüber hinaus wird großer Wert auf eine nachhaltige Bauweise gelegt. Die Baustellenlogistik sowie die Materialanlieferung wurden eng abgestimmt und in sechs Bauabschnitten bedarfsgerecht organisiert. Dadurch konnte die Materialverfügbarkeit jederzeit sichergestellt und gleichzeitig die Flächeninanspruchnahme sowie Eingriffe in Natur und Umgebung auf das notwendige Maß reduziert werden. Nach Abschluss der Arbeiten werden die betroffenen Bereiche fachgerecht rekultiviert und die Vegetationsflächen wiederhergestellt.

Die Kombination aus grabenlosen Verfahren, präziser Dokumentation und umweltschonender Bauausführung unterstreicht den Anspruch des Projekts, moderne Trinkwasserinfrastruktur mit langfristiger Verantwortung umzusetzen.

V.l.: Sebastian Zukowski (WKT), Alfred Brand (Bauleiter Meybau), Daniel Hilgefort (Leiter Betriebsstelle OOWV), Torben Bötzel (WKT) | Foto: WKT
V.l.: Sebastian Zukowski (WKT), Alfred Brand (Bauleiter Meybau), Daniel Hilgefort (Leiter Betriebsstelle OOWV), Torben Bötzel (WKT) | Foto: WKT

Infrastruktur für kommende Generationen

Mit dem Neubau der Trinkwasserhauptleitung setzt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt um. Die Maßnahme stärkt die Versorgungssicherheit, erhöht die hydraulische Stabilität und verbessert die Resilienz des südlichen OOWV-Verbundnetzes nachhaltig.

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Der Erfolg des Projekts basiert auf dem präzisen aufeinander abgestimmten Zusammenspiel aller Beteiligten entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der datenbasierten Netzplanung und langfristigen Bedarfsanalyse über die fachgerechte Bauausführung mit offenen und grabenlosen Verfahren bis hin zur zuverlässigen Materialdisposition und der Lieferung präzise nach höchsten Qualitätsanforderungen gefertigter Rohrsysteme. Diese konsequente Ausrichtung auf Qualität, Maßhaltigkeit und Langzeitbeständigkeit schafft die Grundlage für eine Trinkwasserleitung, die auf eine Nutzungsdauer von über 100 Jahren ausgelegt ist und dauerhaft zur Versorgungssicherheit und Resilienz des Netzes beiträgt.


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