Streckenentwässerung
Spezial-Schlitzrinnen für größtes Luftverkehrsdrehkreuz

Mit mehreren strategisch wichtigen Infrastrukturprojekten bereitet sich Fraport auf die Zukunft vor. Neben der neuen Vorfeldfläche Ramp 9 nahe Terminal 3 entstehen im südlichen Flughafensektor zwölf neue Rollwege als Verbindung zwischen Terminal 3, Vorfeld und Start- und Landebahnen. Für die Entwässerung beider Flächen kommen spezielle Schlitzrinnen von Hans Rinninger u. Sohn aus Kißlegg zum Einsatz.

Vom Kalibrierschlauch zum Werkzeug in der grabenlosen Sanierung
Der AIRBAGLINER® von Bodenbender hat sich vom klassischen Kalibrierschlauch zu einem festen Bestandteil moderner Sanierungssysteme entwickelt.
Flughäfen sind hochkomplexe Verkehrsinfrastrukturen, deren Betrieb höchste Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Umweltverträglichkeit stellt. Ein elementarer Baustein hierfür ist die Entwässerung der befestigten Flächen – insbesondere von Start- und Landebahnen, Rollwegen (Taxiways) und Vorfeldern. Denn nur eine funktionierende Entwässerung sichert die Betriebssicherheit bei jeder Witterung und schützt gleichzeitig Umwelt und Infrastruktur. Stehendes Wasser auf Rollwegen kann nicht nur die Tragfähigkeit der Beläge beeinträchtigen, sondern stellt auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko für den Luftverkehr dar. Aquaplaning, Bremswegverlängerungen und Sichtbehinderungen müssen unter allen Umständen vermieden werden.
Sicherheit, Entwässerungsleistung und Wartung
Speziell für den Frankfurter Flughafen entwickelten die Ingenieure des Betonwerks Rinninger eine Schlitzrinne mit besonderen Eigenschaften. Uwe Schneider, Technischer Gruppenleiter der Strabag Großprojekte GmbH erläutert die Anforderungen: „Wichtig für einen reibungslosen Betrieb der neuen Vorfeldfläche Ramp 9 sind vor allem die Punkte Sicherheit, Entwässerungsleistung und Wartung. In Punkto Sicherheit spielt vor allem die Griffigkeit der Flächen eine wichtige Rolle. Flugzeuge, Enteisungsfahrzeuge und andere Ground-Support-Fahrzeuge rollen teilweise direkt über die Schlitzrinnen.

Schlitzrinne mit zusätzlicher Rostsicherung
Um die Anforderungen an die gewünschte Entwässerungsleistung zu erfüllen, weisen die an der Ramp 9 über 700 Meter verbauten Schlitzrinnen einen Abflussquerschnitt von 706 m² auf. Die Wartung der Rinnen erfolgt über einen Rost. Extra für die Anwendung im Sicherheitsbereich des Flughafens wurde dieser mit einer besonderen Sicherung ausgestattet. Darüber hinaus lieferte das Betonwerk Rinninger aus dem Allgäu aber auch noch über 2.100 Meter Schlitzrinnen für die Entwässerung der Randbereiche der Taxiways. Hierzu Uwe Schneider: „Gerade hier ist ein schnelles und vollständiges Ableiten von Niederschlägen von Bedeutung. Weil die Randbereiche teilweise sehr kurvig verlaufen, mussten die Rinnen an vielen Stellen mit sehr engen Radien ausgeführt werden. Ebenso waren einige Sonderpassrinnen mit abgeschrägten Kanten vorgesehen, um eine nahtlose Entwässerung zu gewährleisten. Für diese Anwendungen lieferte das Betonwerk Rinninger in gewohnt hoher Qualität alle erforderlichen Formsteine und Sonderlösungen“, so Schneider.
Riki-Ceton: Ultrahochfester Beton
Die am Fraport verbauten Schlitzrinnen mit der Bezeichnung Riki-Ceton Smart verfügen aber noch über eine andere besondere Eigenschaft. Hierzu Jürgen Kurzemann aus dem Vertrieb bei Firma Rinninger: „Gefertigt werden die Schlitzrinnen aus einer neuen Generation von Beton, dem sogenannten Riki-Ceton. Dies steht für ultrahochfesten Beton mit duktilen Eigenschaften nach AbZ DIBT-Nr. Z-74.4.178. Das Besondere dabei ist, dass mit diesem Beton die Bewehrung sowohl im Rinnenelement als auch im Unterbau reduziert werden kann“, erklärt Jürgen Kurzemann. Dank einer WHG-Zulassung sorgen diese Entwässerungssysteme für LAU-Anlagen gemäß dem Merkblatt zur Entwässerung von Flughäfen für eine vorschriftsmäßige Ableitung von Gefahrstoffen.

Bei diesem Verkehrswegebau-Projekt wurde die Strabag AG als erstes Unternehmen im Verkehrswegebau von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet. Neben den Schlitzrinnen, die mit einer geringeren Armierung auskommen und damit auch zur Schonung wertvoller Ressourcen beitragen, spielte hier u.a. die Baustellenorganisation, die Minimierung der Emissionen, die Verantwortung für die Gesundheit und eine qualitätsreiche Bauausführung eine Rolle.
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Quelle: Rinninger
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