Newsletter abonnieren

Wir graben für Sie nach Neuigkeiten. Die Ergebnisse gibt es bei uns im Newsletter.

Datenschutz-Bestimmungen

Grundstücksentwässerung/

Gebäudesanierung am Geomar Kiel: Innovative Gebäudeschutzrinne löst Feuchteprobleme

Geomar Kiel saniert

Sanierung mit innovativer Gebäudeschutzrinne

08.07.2026, 00:00
KIEL
Gebäudesanierung am Geomar Kiel: Innovative Gebäudeschutzrinne löst Feuchteprobleme
Das Gebäude 8A auf dem Gelände des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel wird zurzeit kernsaniert. | Foto: Funke Industrie

Bei der Sanierung des Gebäudes 8A auf dem Gelände des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel machten flächige Feuchteschäden im Bereich der zur Kantine gehörenden Fassadenfußpunkte zusätzliche Eingriffe in den Baukörper erforderlich. Dabei wurde erstmals eine neu entwickelte Gebäudeschutzrinne eingesetzt, die den konstruktiven Feuchteschutz bei zu tief gegründeten, nicht unterkellerten Gebäuden deutlich vereinfacht und eine wirtschaftliche Alternative zu klassischen Drän- und Entwässerungsgräben darstellt.

Auf dem Geomar-Gelände wird seit 2025 das Gebäude 8A umfassend saniert. „Im Zuge der Maßnahme entstehen unter anderem eine neue Großküche mit Lagerräumen, ein moderner Speisesaal sowie neue Personalräume für die zukünftigen Mitarbeiter“, sagt Susanne Vietheer, Verwaltung Technische Dienste, Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Die gefällelose Fassadenrinne schützt in Zukunft nicht nur die Fassade, sondern das gesamte Bauwerk vor unzulässiger Wassereinwirkung. | Foto: Funke Industrie
Die gefällelose Fassadenrinne schützt in Zukunft nicht nur die Fassade, sondern das gesamte Bauwerk vor unzulässiger Wassereinwirkung. | Foto: Funke Industrie

„Ziel der Sanierung ist es, das Gebäude technisch, funktional und bauphysikalisch auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen.“ Die Sanierung erfolgt nahezu bis auf Rohbauniveau. Sämtliche Bodenbeläge wurden entfernt, die Rohsohle freigelegt und der komplette Bodenaufbau einschließlich Abdichtung auf der Stahlbetonbodenplatte erneuert.

Nach dem Aushub des Grabens wurde ein Planum hergestellt und mit 5 bis 8 cm Magerbeton versehen. Darauf erfolgte das exakte Setzen und Ausrichten der Rinne entlang der Glasfassade. | Foto: Funke Industrie
Nach dem Aushub des Grabens wurde ein Planum hergestellt und mit 5 bis 8 cm Magerbeton versehen. Darauf erfolgte das exakte Setzen und Ausrichten der Rinne entlang der Glasfassade. | Foto: Funke Industrie

Parallel dazu werden neue Lüftungs- und Klimakanäle sowie die gesamte Elektrotechnik installiert. Die bestehenden Fensteranlagen blieben erhalten, wurden jedoch im unteren Anschlussbereich abdichtungstechnisch überarbeitet. Ein zentraler Bestandteil der Maßnahme war die Neugestaltung des bodennahen Fassadenanschlusses inklusive Entwässerung.

Die Funke Gebäudeschutzrinne verfügt über eine Baubreite von rund 25 cm und über eine Bauhöhe von knapp 50 cm einschließlich Gitterrostabdeckung aus verzinktem Stahl. | Foto: Funke Industrie
Die Funke Gebäudeschutzrinne verfügt über eine Baubreite von rund 25 cm und über eine Bauhöhe von knapp 50 cm einschließlich Gitterrostabdeckung aus verzinktem Stahl. | Foto: Funke Industrie

Das nicht unterkellerte Gebäude ist vergleichsweise tief gegründet, während der Bemessungswasserstand auf Höhe der Geländeoberkante liegt. Diese Konstellation begünstigt Feuchtebelastungen im Bereich der Bodenplatte und der Fassadenfußpunkte – ein Problem, das durch die Zunahme von Starkregenereignissen in den vergangenen Jahren weiter verschärft wurde. „Im Zuge des vollständigen Rückbaus der Bodenaufbauten zeigte sich, dass es sich nicht um einen lokalen Schaden im Küchenbereich handelte, sondern um einen flächigen Feuchteschaden entlang beider Fensterfassaden“, so Vietheer weiter.

Feuchteschaden am Fundament: Kein Einzelfall

„Feuchteprobleme an nicht unterkellerten Bestandsgebäuden sind kein Einzelfall“, weiß Henrik-Horst Wetzel, Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, Laboe. „Es kommt dazu, wenn sich der Bemessungswasserstand auf der Höhe der Geländeoberkante befindet und diese Gebäude dann zu tief gegründet sind.“

Die Gitterelemente der Funke Gebäudeschutzrinne werden bei der Montage mit zwei Schrauben in ihrer Lage fixiert. | Foto: Funke Industrie
Die Gitterelemente der Funke Gebäudeschutzrinne werden bei der Montage mit zwei Schrauben in ihrer Lage fixiert. | Foto: Funke Industrie

Um zu tief gegründete, nicht unterkellerte Gebäude vor zu hoher Wassereinwirkung zu schützen, entwickelte Wetzel den so genannten Drängraben. Dieser Drängraben wurde im Jahr 2008 zum ersten Mal bei einem großen Schulgebäude realisiert und seither bei einer Vielzahl unterschiedlichster Gebäude mit großem Erfolg nachgerüstet. In der Folgezeit wurde dann aufgrund behördlicher Zwänge aus einem 50 cm breiten Drängraben ein ebenfalls 50 cm breiter Entwässerungsgraben.

Über einen Ablauf am Ende der Rinne kann das von der Gebäudeschutzrinne aufgenommene Niederschlagswasser abgeleitet werden. | Foto: Funke Industrie
Über einen Ablauf am Ende der Rinne kann das von der Gebäudeschutzrinne aufgenommene Niederschlagswasser abgeleitet werden. | Foto: Funke Industrie

„Beide Gräben sind allerdings auf Beton-Winkelstützelemente und auf ebenfalls 50 cm breite Gitterrostabdeckungen angewiesen“, so Wetzel weiter, der darauf hinweist, dass klassische Lösungen wie Drängräben oder Entwässerungsgräben sich zwar bewährt haben, jedoch mit erheblichem baulichem und finanziellem Aufwand verbunden sind.

Die neue Gebäudeschutzrinne als Systemlösung

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee der so genannten Gebäudeschutzrinne: Ein Bauprodukt, das neben dem konstruktiven Feuchteschutz auch dazu führt, die Wassereinwirkung auf das Gebäude zu reduzieren. Zwischen der ersten Idee und der Umsetzung auf der Baustelle in Kiel lagen lediglich anderthalb Jahre – möglich gemacht durch die Zusammenarbeit des innovationsfreudigen Herstellers Funke Industrie, ein Geschäftsbreich der Funke Kunststoffe GmbH, Hamm, eines aufgeschlossenen Bauherrn und eines planungsseitig mutigen Architektenteams von Kuperarchitekten PartGmbB, Kiel.

Henrik-Horst Wetzel (l.), Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, hat sich intensiv mit Feuchteproblemen an nicht unterkellerten Bestandsgebäuden befasst und gemeinsam mit Dieter Jungmann, Funke Industrie, die Gebäudeschutzrinne als praktikablen Lösungsansatz entwickelt. | Foto: Funke Industrie
Henrik-Horst Wetzel (l.), Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, hat sich intensiv mit Feuchteproblemen an nicht unterkellerten Bestandsgebäuden befasst und gemeinsam mit Dieter Jungmann, Funke Industrie, die Gebäudeschutzrinne als praktikablen Lösungsansatz entwickelt. | Foto: Funke Industrie
Bei der Funke Gebäudeschutzrinne handelt es sich – vereinfacht ausgedrückt – um eine übergroße gefällelose Fassadenrinne. Im Gegensatz zu den auf dem Markt angebotenen Rinnen dient sie allerdings nicht nur dem Schutz der Fassade, sondern sie schützt analog zu den Drän- und Entwässerungsgräben das gesamte Bauwerk vor unzulässiger Wassereinwirkung. „Die Funke Gebäudeschutzrinne besteht aus Polyethylen und ist im Gegensatz zu den Drän- und Entwässerungsgräben nicht auf gesonderte Beton-Winkelstützelemente angewiesen“, weist Dieter Jungmann, Leiter Geschäftsbereich Funke Industrie, Funke Kunststoffe GmbH, auf einen Vorteil hin. „Ihr Einbau gestaltet sich somit deutlich einfacher und natürlich auch kostengünstiger.“ Hinzu kommt: Auch wenn der Hauptanwendungsbereich der Funke Gebäudeschutzrinne zu tief gegründete Bestandsgebäude betrifft, lässt sie sich auch bei Neubauten einsetzen, die sich nicht höher gründen lassen. Die Funke Gebäudeschutzrinne verfügt über eine Baubreite von rund 25 cm und über eine Bauhöhe von knapp 50 cm einschließlich Gitterrostabdeckung aus verzinktem Stahl oder Kunststoff. Sie ist damit für Fußbodenaufbauten bis maximal 20 cm geeignet. „Zum Standard-Lieferumfang gehören außerdem Längen-Passstücke, Außen- und Innenecken sowie Ablaufkörper inklusive Schmutzfang“, so Jungmann.

Fassadenentwässerung an Fenstern und Türen

Für den Bereich der gegenüber der Fassade zurückspringenden Tür- und Fensternischen steht eine 15 cm hohe Funke Nebenrinne zu Verfügung. Diese wird in zwei Ausführungen angeboten. Die einteilige Standardausführung verfügt über eine feste Breite von 12 cm. Die zweiteilige Sonderausführung ist dagegen in der Breite verstellbar. Beide Funke Nebenrinnen werden seitlich an der Funke Gebäudeschutzrinne befestigt. Auch die Entwässerung der Nebenrinnen erfolgt über die Gebäudeschutzrinne. Beide Rinnen sind so konzipiert, dass es fassadenseitig bzw. auf der Seite der Türen und bodentiefen Fenster zu keinem Wasseraufstau kommen kann. Dazu sind die fassadenseitigen Wandungen mit Entwässerungsöffnungen versehen, die mit einem Geotextil abgedeckt sind.

Einbau der Entwässerungsrinne in der Praxis

Nach dem Aushub des Grabens wurde ein Planum hergestellt und mit 5 bis 8 cm Magerbeton versehen. Darauf erfolgte das exakte Setzen und Ausrichten der Rinne entlang der Glasfassade. „Auf der Außenseite wurde eine Rückenstütze aus Magerbeton angearbeitet, um die Lage dauerhaft zu sichern“, beschreibt Bauleiter Heiko Wiegele, Hochbau, Flenker Bau GmbH, Schwentinental den weiteren Einbau. „Der Spalt zwischen Fassade und Rinne wurde mit einem gewaschenen, fein gekörnten Basalt-Quarz-Splitt verfüllt, der sich in Versuchen als optimal erwies. Anschließend erfolgte der lagenweise Aufbau bis auf Pflasterhöhe.“ Die Rinne selbst wurde ohne Gefälle eingebaut, mittig entwässert sie über einen Ablauf in den vorhandenen Regenwasserkanal oder frei. Aufgrund unterschiedlicher Fassadenkonstruktionen kamen zwei Rinnenvarianten mit 43 cm und 49,5 cm Bauhöhe zum Einsatz. Bauleiter Wiegele zeigt sich überzeugt: „Die Rinne wirkt sehr stabil, ist maßgenau gefertigt und lässt sich gut händisch verarbeiten. Der Einbau ist klar strukturiert und problemlos umsetzbar. Eine Alternative wie eine Winkelstützwand mit tieferliegendem Graben wäre hier aufgrund der Nutzung der Terrassenfläche nicht praktikabel gewesen.“

Bauleiter Heiko Wiegele von Flenker Bau (r.) und Dieter Jungmann, Funke Industrie, begutachten die fertig eingebaute Gebäudeschutzrinne. | Foto: Funke Industrie
Bauleiter Heiko Wiegele von Flenker Bau (r.) und Dieter Jungmann, Funke Industrie, begutachten die fertig eingebaute Gebäudeschutzrinne. | Foto: Funke Industrie

Die Sanierung der Kantine des Gebäudes 8A zeigt exemplarisch, wie sich komplexe Feuchteprobleme an Bestandsgebäuden mit innovativen Lösungen effizient beheben lassen. Die Funke Gebäudeschutzrinne vereint Feuchteschutz, einfache Verarbeitung und wirtschaftliche Vorteile in einem System. Als Pilotprojekt lieferte die Maßnahme wertvolle Erkenntnisse, die bereits in die Weiterentwicklung des Produkts eingeflossen sind.

Rohrpost abonnieren!

Wir graben für Sie nach Neuigkeiten. Die Ergebnisse gibt es bei uns im Newsletter. Jetzt anmelden!

Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz.

Newsletter Anmeldung
Newsletter Anmeldung

Lesen Sie auch:

Quelle: Funke Industrie

Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

1
2
3

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistung

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Lieferung

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie passende Bundesländer aus.

Ausschreibungs-Radar
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Verwandte Bau-Themen:


Aktuelle Termine für unterirdische Infrastruktur

Anzeige

10.09.2026 - 11.09.2026

7. D.A.CH-Fachtagung Flüssigboden

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Leitungsbau, Kanalsanierung, Abwasser – erfahren Sie das wichtigste rund ums Thema unterirdische Infrastruktur.

Weitere Newsletter und Informationen

Bauwirtschaft und Baupolitik. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau
Garten- und Landschaftsbau
Unterirdische Infrastruktur: Leitungsbau, Kanalsanierung und Co

Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz