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Klimaresilienz, Datenresilienz und Schlauchliner-Diskussion

Resilienz in herausfordernden Zeiten – das betrifft natürlich den Klimaschutz in unseren Kommunen, aber auch den Datenschutz vor allem im Hinblick auf die verstärkte Nutzung von KI-Modellen. Diese und weitere aktuelle Themen, wie etwa die Qualitätssicherung bei der UV-Härtung von Schlauchlinern, waren Gegenstand des diesjährigen Lindauer Seminars, das mit insgesamt 679 Teilnehmern eine Rekordbeteiligung verbuchte.

Lindauer Seminar 2026 mit Rekordbeteiligung
Das 38. Lindauer Seminar verbuchte eine Rekordbeteiligung. | Foto: B_I/Valdix
Klimaschutz, Digitalisierung, Personalmangel – die Herausforderungen für Netzbetreiber und Kommunen sind vielfältig, die Anforderungen wachsen. „Kommunen brauchen eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung, um leistungsfähig zu bleiben. Doch Bund und Länder übertragen Kommunen Aufgaben, ohne die Finanzierung sicherzustellen“, bemängelte Dr. Claudia Alfons, Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau. Gestiegene Fixkosten belasteten den Haushalt, gleichzeitig bleibe viel zu wenig Geld übrig für freiwillige Leistungen wie Klimaschutzmaßnahmen. Vorhandene Fördertöpfe seien unzureichend. „Der Investitionsdruck übersteigt die kommunale Leistungsfähigkeit“, so Alfons. Darüber hinaus schränken immer neue Vorgaben die Handlungsspielräume der Kommunen ein.
Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons kritisierte: „Die kommunalen Verpflichtungen steigen, die finanziellen Mittel aber nicht.“ | Foto: B_I/Valdix
Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons kritisierte: „Die kommunalen Verpflichtungen steigen, die finanziellen Mittel aber nicht.“ | Foto: B_I/Valdix

In die gleiche Kerbe stieß Dr. Suzanne Mösel, Baubürgermeisterin von Neckarsulm. Das Sondervermögen des Bundes i.H.v. 100 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaschutzmaßnahmen stünden leider nicht für die Siedlungsentwässerung zur Verfügung. Klimaresilienz komme in Kommunen daher eindeutig zu kurz, so Mösel.

Daten, digitale Zwillinge und BIM

Mit QKan stellte M.Eng. Nora Blasé, Institute of Smart City Engineering der FH Aachen, eine Open-Source-Lösung für die zentrale Geodatenplattform QGIS vor. Das Planungs- und Verwaltungstool für Kanalnetzdaten bietet Werkzeuge zur Vorbereitung und Ergebnisdarstellung einer hydraulischen Netzberechnung sowie Schnittstellen zu Berechnungssoftware. Außerdem ist eine Zustands- und Substanzbewertung für Kanalnetze integriert.

Nach einem Ausflug ins Risikomanagement mit dem digitalen Projektrisiko-Zwilling ging es um die BIM-konforme Erstellung digitaler Zwillinge von kommunalen Abwassernetzen. „Informationssysteme existieren, sie sind aber nicht BIM-konform“, beschrieb Prof. Dr.-Ing. Florian Winter von der Hochschule Landshut. Auf dem Weg vom Isybau-Bestand hin zur Revit-fähigen Infrastruktur sei für Abwasserrohre und -bauteile die Definition eines Standards erforderlich. Insgesamt seien digitale Zwillinge kommunaler Netze anschlussfähig, notwendig und machbar.

Vom Isybau-Standard zur Revit-fähigen Infrastruktur: Prof. Dr. Florian Winter referierte über die BIM-konforme Erstellung digitaler Zwillinge von Abwassernetzen. | Foto: B_I/Valdix
Vom Isybau-Standard zur Revit-fähigen Infrastruktur: Prof. Dr. Florian Winter referierte über die BIM-konforme Erstellung digitaler Zwillinge von Abwassernetzen. | Foto: B_I/Valdix

Künstliche Intelligenz: Risiken und Möglichkeiten

Im Rahmen der Digitalisierung hält auch künstliche Intelligenz immer mehr Einzug ins Kanalmanagement, etwa in die Kanalzustandsbewertung. Aber auch beim Fremdwassermonitoring, wie M.Sc. Philipp Grimm, Pluvion GmbH, anhand der Überwachungslösung Water+ aufzeigte. Diese bietet Gemeinden eine intelligente, datenbasierte Möglichkeit, Zuflüsse zu lokalisieren, zu quantifizieren und zu beheben.

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Und was passiert mit Daten, wenn sie ausgewertet sind? „Man muss sich bei der Nutzung von KI-Modellen über die Risiken bewusst sein, insbesondere bei der Offenbarung betrieblicher Daten. Sobald man diese der KI preisgibt, verliert man die Kontrolle und man trainiert ggf. damit die KI“, so der ehemalige Hacker Moritz Samrock, Laokoon Security. Auch fehlende Berechtigungen bei Einspeisung von Daten in die KI durch Mitarbeiter stelle oft ein Problem dar.

Philipp Grimm stellte dar, wie smarte Leckageortung mit tagesaktuellen Daten funktioniert. | Foto: B_I/Valdix
Philipp Grimm stellte dar, wie smarte Leckageortung mit tagesaktuellen Daten funktioniert. | Foto: B_I/Valdix

„Auch bei Cyberangriffen wird KI effektiv genutzt, etwa um Malware zu erstellen, die nicht so schnell erkannt wird, oder um bestimmte Stimmen und Telefonnummern zu kopieren“, erklärte Samrock. Zwar steige die Anzahl von Cyberattacken, jedoch sinke der Impact, das heißt, Unternehmen bereiten sich immer besser auf Attacken vor. Gerade aber, was die kritische Infrastruktur anbelangt, müssten wir in Deutschland besser werden und geeignete Maßnahmen ergreifen, so der Experte. Ziel sei es, gesellschaftlich und politisch zusammenzuwirken und eine Gesamtresilienz aufzubauen.

Ex-Hacker Moritz Samrock hielt Vorträge zu den Themen Cybersicherheit und Umgang mit Daten bzgl. der Nutzung von KI. | Foto: B_I/Valdix
Ex-Hacker Moritz Samrock hielt Vorträge zu den Themen Cybersicherheit und Umgang mit Daten bzgl. der Nutzung von KI. | Foto: B_I/Valdix

Diskussion um Qualität im Schlauchlining

Thema beim Lindauer Seminar war auch die aktuelle Diskussion um die UV-Lichthärtung von Schlauchlinern. Nachdem M.Sc. Daniel von Bernstorff, Syscribe GmbH, die Plattform „Mate“ und die einzelnen Module zur Prozessoptimierung vorstellte, ging es im Vortrag von Dipl.-Ing. Niklas Ernst, Bluelight GmbH, um eine kritische Betrachtung der aktuellen Diskussion. „Die exotherme Reaktionstemperatur bei der Polymerisation durch Lichthärtung ist kein statisches Qualitätskriterium, sondern nur ein Indiz für die Reaktion“, so Ernst. „Wenn die Belichtungsdauer ausreichend lang ist, können wir auch mit niedriger Lichtintensität sehr niedrige Rest-Monomer-Gehalte erreichen.“ Entscheidend sei die richtige Dosierung der Initiatoren. Den in der modifizierten ZTV Schlauchlining genannten SDR-Wert von 135 begrüßt Ernst, weil er zu einer verbesserten Exothermie führe. Ein Rest-Styrolgehalt von 2 % führe zwar zu einer verbesserten Härtung, allerdings gebe es „erhebliche Messungenauigkeiten bei der Laborprüfung“. Insgesamt sei, so Niklas Ernst, die Absicht zur Qualitätsverbesserung im Schlauchlining gut, dies gelinge am besten aber unter Einbezug der Industrie, auch um unrealistischen, überzogenen Vorstellungen zu begegnen. Der Redner gab weiterhin zu bedenken, dass derzeit das einschlägige Merkblatt DWA A-143 überarbeitet wird und kritisiert den derzeitigen privaten Verkauf der neuen ZTV.
Niklas Ernst (l.) und Daniel von Bernstorff (Mitte) diskutierten nach ihren Vorträgen über Datensicherheit. Rechts: Moderator Prof. Karsten Kerres. | Foto: B_I/Valdix
Niklas Ernst (l.) und Daniel von Bernstorff (Mitte) diskutierten nach ihren Vorträgen über Datensicherheit. Rechts: Moderator Prof. Karsten Kerres. | Foto: B_I/Valdix

Prof. Dohmann wird verabschiedet

Auf eigenen Wunsch steigt Prof. Dr.-Ing. Max Dohmann, bereits seit 1993 Leiter des Lindauer Seminars, aus der Organisation der Traditionsveranstaltung aus. Im Namen der Stadt Lindau dankte Oberbürgermeisterin Alfons Prof. Dohmann, der „die Fachtagung maßgeblich mitgeprägt und mit seinem Renommee zum Erfolg beigetragen“ habe. Am Ende des ersten Veranstaltungstages ehrte die Familie Jöckel (JT-elektronik) Prof. Dohmann mit einer Ehrenurkunde und bedankte sich für die langjährige gute Zusammenarbeit. „Sie haben immer wieder mit Ihrer klaren Haltung und Ihrem Fachwissen der Veranstaltung Ihren Stempel aufgedrückt“, sagte Uli Jöckel. Dohmann wird zukünftig in China im wissenschaftlichen Bereich weiter tätig sein, will nach eigener Aussage dem Seminar aber die Treue halten.
Familie Jöckel mit dem langjährigen Seminarleiter Prof. Max Dohmann bei seiner Verabschiedung. Er bleibt dem Lindauer Seminar als Ehrengast erhalten. | Foto: B_I/Valdix
Familie Jöckel mit dem langjährigen Seminarleiter Prof. Max Dohmann bei seiner Verabschiedung. Er bleibt dem Lindauer Seminar als Ehrengast erhalten. | Foto: B_I/Valdix

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