Wartung von Rückstauschutzanlagen wird immer wichtiger
Stärker und häufiger werdende Wetterereignisse durch den Klimawandel stellen die Kanalinfrastruktur vor Herausforderungen: Kontrolle und Wartung von Rückstauschutzanlagen in Gebäuden werden daher immer wichtiger. Das muss beachtet werden.


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Durch Starkregenereignisse, aber auch bei Arbeiten an der Kanalinfrastruktur oder durch Verstopfungen kann es dazu kommen, dass Regen- oder Abwasser nicht schnell genug abfließt. Können die Kanäle kein weiteres Wasser aufnehmen, wird es in Gebäude zurückgedrückt – es entsteht ein Rückstau.
Heftige Schäden durch Rückstau möglich
Ohne eine fachgerecht eingebaute und korrekt gewartete Rückstauschutzanlage blubbert Misch- oder Abwasser in den unteren Ebenen eines Gebäudes überall dort hoch, wo es möglich ist. Abwasser aus Toiletten, Kellerabläufen, Waschbecken oder Duschen kann erhebliche Schäden verursachen. Kommt es zu einem Schaden, können Versicherungen bei fehlendem oder mangelhaft gewartetem Rückstauschutz die Leistungen einschränken oder sogar ablehnen. Auch Priller weist darauf hin, dass Betreiber bei unterlassener Wartung ihren Versicherungsschutz sowie Gewährleistungsansprüche gegenüber Planern, Verarbeitern und Herstellern riskieren.
Verantwortlich für eine fachgerechte Installation und regelmäßige Kontrolle der Rückstausicherung sind die Grundstückseigentümer.
Drei Arten von Rückstausicherungsanlagen
Laut Priller gibt es grundsätzlich drei Systeme:
- Rückstauverschlüsse
- Hebeanlagen mit Rückstauschleife
- Hybridhebeanlagen, die Hebeanlage und Rückstauverschluss kombinieren
Gerade bei Hebe- und Hybridanlagen ist die Funktionsprüfung noch wichtiger, da Pumpen, Sensoren und elektrische Steuerungen verschleißen können. Verstopfungen oder mechanische Ausfälle können dazu führen, dass Abwasser aus dem Gebäudeinneren selbst zu einer Überflutung führt.
Rückstauverschluss muss leicht zugänglich sein
„Bei der Planung muss sichergestellt werden, dass der Rückstauverschluss für Wartungs- und Inspektionsarbeiten zugänglich bleibt“, teilt die Firma Aco mit. Das betrifft besonders Rückstauverschlüsse nach DIN EN 13564, die laut Norm monatlich überprüft werden sollen.
Gesetzliche Vorschriften und technische Normen
In Deutschland sind Rückstauschutzmaßnahmen gesetzlich vorgeschrieben und durch Normen geregelt, unter anderem:
- DIN EN 12056 (Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden)
- DIN 1986-100 und DIN 1986-3 (Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke)
- DIN EN 13564 (Rückstauverschlüsse)
Diese Regelwerke definieren, welche Systeme in welchen Situationen notwendig sind und wie sie zu kontrollieren und zu warten sind.

Wichtige Prüfpunkte bei der Wartung
Welche Arbeiten durchgeführt werden müssen, hängt vom System ab:
Rückstauverschlüsse:
Hier gelten die Vorgaben der DIN 1986-3 und der DIN EN 13564. Dazu gehören unter anderem Sichtprüfungen, Dichtheitsprüfungen, Beweglichkeitskontrollen der Klappen, Reinigen von Ablagerungen und die Funktionsprüfung des Notverschlusses. Viele dieser Arbeiten müssen monatlich kontrolliert und alle sechs Monate fachgerecht gewartet werden.
Hebeanlagen gemäß EN 12056-4:
Diese Anlagen erfordern eine besonders gründliche Wartung, da sie über Pumpen, elektrische Steuerungen und Lager verfügen. Die Norm sieht unter anderem vor:
- regelmäßige Kontrolle der Verbindungsstellen auf Dichtheit
- Reinigung des Rückflussverhinderers
- Funktionstests von Klappen und Pumpen
- Ölstandskontrolle und Nachfüllen
- visuelle Kontrolle sämtlicher elektrischer Komponenten
- zweiwöchige bzw. mindestens jährliche Funktionsdurchspülung der Anlage
Hybridhebeanlagen:
Sie unterliegen den Herstellerangaben, sind aber im Wartungsumfang vergleichbar zu herkömmlichen Hebeanlagen. Da Pumpen hier oft seltener laufen, können Wartungsintervalle teilweise verlängert werden.
Moderne Systeme unterstützen die Eigenkontrolle
Viele moderne Rückstauschutzsysteme, etwa Hybridhebeanlagen oder Fäkalienrückstauautomaten, verfügen über Funktionen zur Selbstdiagnose. Sie überwachen Klappen oder Pumpen automatisch, testen sich selbst und melden Störungen frühzeitig. Auch netzunabhängige Alarme gehören heute häufig zur Ausstattung, sodass Meldungen selbst bei Stromausfall erfolgen.
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Empfohlen: Wartung zweimal pro Jahr
Eine fachgerechte Wartung sollte mindestens zweimal jährlich durch einen qualifizierten Fachbetrieb erfolgen. Hierzu gehören die Reinigung der Einbauteile, die Dichtheitsprüfung, das Testen des Notverschlusses und der Austausch defekter Komponenten.
Um alle Pflichten rechtssicher zu erfüllen, wird ein Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb empfohlen. Die kontinuierliche Kontrolle und professionelle Wartung von Rückstauschutzanlagen ist entscheidend, um Gebäude und Grundstücke vor Schäden zu schützen und Versicherungsansprüche nicht zu gefährden.
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