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BdB warnt vor Ablehnung der grünen Transformation

Es ist ein Projekt, das bundesweit Aufsehen erregt: München plant die Pflanzung von neuen Bäumen in der Innenstadt, um Abkühlung zu schaffen. Trotz klammer Stadtkasse geht es hier um eine Gesamtinvestition im Millionen-Bereich. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) äußert sich nun kritisch zu den Kosten.

Stadtgrün: BdB kritisiert hohe Kosten bei Neupflanzungen in München
Städte können klimaresilienter werden. Dabei hilft eine ausreichende Begrünung. Hier zu sehen ist Stadtgrün in Mannheim: sowohl städtische Bäume als auch Pflanzkübel. | Foto: Pexels/Angelina Rodionow

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Die Pläne der bayerischen Landeshauptstadt München, in der Innenstadt rund 150 neue Bäume zu pflanzen, um mehr Schatten und Aufenthaltsqualität an heißen Tagen zu schaffen, seien aus Sicht des BdB „grundsätzlich richtig und notwendig“, heißt es in einem Statement des Vereins. Angesichts der veranschlagten Kosten von durchschnittlich rund 95.000 Euro pro Baum hält der BdB allerdings eine sachliche Einordnung für geboten.

„Städte müssen klimaresilienter werden. Daran führt kein Weg vorbei. Bäume sind dafür eines der wirksamsten, nachhaltigsten und beliebtesten Instrumente“, erklärt Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des BdB. „Gleichzeitig darf nicht der Eindruck entstehen, als seien Bäume Luxusgüter oder Preistreiber.“

Baumpreis max. 2.000 € – Tiefbau treibt Kosten hoch

Tatsächlich liege der reine Preis für einen hochwertigen, großkronigen Stadtbaum in der Regel bei maximal etwa 2.000 Euro. Die hohen Gesamtkosten beim Neupflanzungsprojekt in München entstünden vor allem durch komplexe Tiefbauarbeiten: das Verlegen unterirdischer Leitungen, der Aufbau spezieller Wurzelräume, tragfähige Substratschichten sowie Konstruktionen, die auch den Schwerlastverkehr tragen müssen.

„Diese technischen Anforderungen sind in hochverdichteten Innenstädten häufig unvermeidlich“, so Guhl. „Aber sie sind kein Maßstab für den Wert oder die Wirtschaftlichkeit von Stadtbäumen insgesamt.“

Wenn Bäume als unverhältnismäßig teuer wahrgenommen werden, leidet am Ende die Akzeptanz für die grüne Transformation unserer Städte.

Der BdB warnt davor, dass pauschale Kostenvergleiche die dringend notwendige Begrünung der Städte in Misskredit bringen könnten – gerade in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte. „Wenn Bäume als unverhältnismäßig teuer wahrgenommen werden, leidet am Ende die Akzeptanz für die grüne Transformation unserer Städte“, betont Guhl.

Alternativen wie Wiener Pflanzkübel: günstiger und flexibel

Aus Sicht des BdB lohnt deshalb auch ein Blick auf alternative und ergänzende Lösungen. Beispiele aus anderen europäischen Städten zeigen, dass etwa großvolumige Pflanzkübel, wie sie unter anderem in der Wiener Innenstadt eingesetzt werden, eine flexible, kostengünstigere und schneller umsetzbare Option sein können – insbesondere dort, wo umfangreiche Tiefbaumaßnahmen vermieden werden sollen.

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BdB-Forderung: Differenzierte Debatte für Stadtgrün

„Es geht nicht um ein Entweder-oder“, so Guhl. „Wir brauchen kluge, standortangepasste Lösungen: klassische Baumpflanzungen dort, wo sie sinnvoll und machbar sind – und alternative Begrünungsformen dort, wo Platz, Leitungen oder Kosten enge Grenzen setzen.“

Der BdB plädiert für eine differenzierte Debatte, transparente Kostenkommunikation und eine langfristige Strategie für Stadtgrün. „Bäume sind keine Kostentreiber, sondern Investitionen in Gesundheit, Lebensqualität und Klimaanpassung. Diese Investitionen müssen aber effizient, nachvollziehbar und gesellschaftlich vermittelbar sein.“

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Quelle: Bund deutscher Baumschulen

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