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Hecke schneiden und pflanzen: Gesetzliche Fristen ab Oktober & Tipps zum Austausch

Hecke schneiden und pflanzen: Gesetzliche Fristen ab Oktober & Tipps zum Austausch
Wer eine bestehende Hecke ersetzen will oder stark zurückschneiden möchte, muss sich in Deutschland an ein enges gesetzliches Zeitfenster halten | Foto: Mobilane

Der heiße Sommer 2026 hat vielen Hecken stark zugesetzt. Doch Vorsicht: Wer jetzt zur Säge greift oder braune Thujen austauschen will, muss das Bundesnaturschutzgesetz beachten. Pünktlich zum Ende der Schonzeit im Oktober zeigen wir, welche Schnitte ganzjährig erlaubt sind, ab wann sich der komplette Austausch rettungslos vertrockneter Hecken wirklich lohnt und für wen sofort blickdichte Fertighecken die bessere Alternative sind.


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Wer eine bestehende Hecke ersetzen will oder stark zurückschneiden möchte, muss sich in Deutschland an ein enges gesetzliches Zeitfenster halten: § 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verbietet es, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze außerhalb des Waldes zwischen dem 1. März und dem 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu roden. Der Grund ist der Schutz brütender Vögel und anderer Gehölzbewohner während der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit. Ab dem 1. Oktober ist der vollständige Rückschnitt oder Austausch wieder erlaubt, bis zum Beginn der nächsten Schonzeit am 1. März.

Form- und Pflegeschnitt: Welche Heckenpflege auch im Sommer erlaubt ist

Nicht jeder Schnitt fällt unter das Verbot. Ein schonender Form- und Pflegeschnitt, der lediglich den Zuwachs entfernt oder dem Erhalt der Gehölze dient, ist laut Gesetz auch während der Schonzeit erlaubt: nur das radikale Zurückschneiden oder die vollständige Beseitigung sind untersagt. Für Betriebe heißt das: kleinere Korrekturen an einer bestehenden Hecke sind ganzjährig möglich, ein kompletter Heckentausch aber nicht.

Artenschutz im Garten: Nester prüfen und den Heckentausch frühzeitig planen Artenschutz

Ist mehr als etwa ein Drittel bis die Hälfte einer Hecke kahl, lückig oder krank, dann lohnt sich der komplette Austausch | Foto: Mobilane
Ist mehr als etwa ein Drittel bis die Hälfte einer Hecke kahl, lückig oder krank, dann lohnt sich der komplette Austausch | Foto: Mobilane

Zwei Punkte lohnen zusätzlich einen Blick vor der Planung. Erstens können die Bundesländer die Schonzeit per Verordnung aus klimatischen Gründen um bis zu zwei Wochen verschieben: ein Blick in die jeweilige Landesregelung schafft Klarheit, wenn ein Projekt in die Übergangszeit fällt. Zweitens gilt unabhängig vom Kalender der allgemeine Artenschutz: Wird in einer Hecke ein aktives Nest gefunden, darf dort auch außerhalb der Schonzeit nicht eingegriffen werden, bis die Brut abgeschlossen ist.

Für die Praxis empfiehlt es sich deshalb, Austauschprojekte frühzeitig vorzubereiten. Aufmaß, Pflanzenauswahl und Baustellenlogistik können bereits vor Oktober geklärt werden, sodass Rodung und Neuanlage anschließend innerhalb des zulässigen Zeitraums erfolgen können.

Der Sommer 2026 reiht sich in eine mittlerweile vertraute Serie ein: wieder deutlich zu heiß und zu trocken. Für Hecken heißt das: Der Stress zeigt sich oft nicht sofort, sondern erst in den Monaten danach und macht die Frage, wann sich ein Austausch lohnt, gerade jetzt besonders relevant.

Hecke vertrocknet: Ab wann sich der Austausch von Thuja und Liguster lohnt

Eine Faustregel aus der Praxis: Ist mehr als etwa ein Drittel bis die Hälfte einer Hecke kahl, lückig oder krank, gleicht Nachpflanzen das selten gleichmäßig aus, dann lohnt sich der komplette Austausch eher als das Flicken einzelner Stellen. Das hängt auch von der Art ab: Nadelgehölze wie Thuja oder Zypresse treiben aus alter Verholzung praktisch nicht mehr aus, ein radikaler Rückschnitt rettet sie nicht mehr, während Hainbuche oder Liguster auch nach starkem Verjüngungsschnitt meist zuverlässig wieder austreiben.

Steht die Entscheidung für einen Austausch fest, bleibt die zweite Frage: Soll die neue Hecke klassisch aus einzelnen Jungpflanzen aufgebaut oder als vorgezogene Fertighecke eingebaut werden? Eine klassische Pflanzung bietet insbesondere bei Projekten mit ausreichender Entwicklungszeit Vorteile. Die anfänglichen Pflanzenkosten sind in der Regel niedriger, und Pflanzenabstände sowie Zusammenstellung lassen sich flexibel auf die jeweilige Situation abstimmen. Bis eine geschlossene Hecke mit der gewünschten Höhe und Dichte entsteht, können jedoch mehrere Vegetationsperioden vergehen. In dieser Zeit sind regelmäßige Pflege und gegebenfalls Ersatzpflanzungen erforderlich.

Fertighecke oder Jungpflanzen: Sichtschutz sofort und planbar herstellen

Für die Praxis empfiehlt es sich Austauschprojekte frühzeitig vorzubereiten. | Foto: Mobilane
Für die Praxis empfiehlt es sich Austauschprojekte frühzeitig vorzubereiten. | Foto: Mobilane

Eine Fertighecke verfolgt einen anderen Ansatz. Die Heckenelemente werden bereits in Höhe und Dichte vorkultiviert und als geschlossene grüne Elemente auf die Baustelle geliefert. Dadurch steht die gewünschte räumliche Abgrenzung beziehungsweise der Sichtschutz unmittelbar nach dem Einbau zur Verfügung.

Für GaLaBau-Betriebe kann dies insbesondere bei Projekten interessant sein, bei denen ein definiertes Erscheinungsbild zu einem festen Termin gefragt ist, etwa bei der Fertigstellung von Wohnanlagen, Privatgärten, Außenanlagen oder Neubauprojekten.

Welche Variante wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt daher nicht allein vom Anschaffungspreis ab. Wo ausreichend Zeit für die Entwicklung vorhanden ist, kann die klassische Pflanzung die passende Lösung sein. Wenn dagegen ein geschlossenes Erscheinungsbild und funktionierender Sichtschutz bereits bei Projektabschluss gefordert sind, kann eine vorkultivierte Fertighecke ihre höheren Anfangskosten durch Zeitgewinn und bessere Planbarkeit ausgleichen.


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