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VGL-Präsident Dietmar Lindner im Interview: Bürokratie & Nachfolge

Verbandspräsident Bayern

Dietmar Lindner: Das bindet wertvolle Arbeitszeit im GaLaBau

Für Gartenarbeit bleibt Dietmar Lindner keine Zeit mehr, mehr als ein Abstecher ins Hobbygewächshaus ist kaum drin. Im B_I-Interview verrät der Präsident des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL), was GaLaBau-Betrieben ein Dorn im Auge ist, wie eine Firmenübergabe gelingen kann, warum sich ehrenamtliches Engagement lohnt und was ihn stolz macht.

VGL-Präsident Dietmar Lindner im Interview: Bürokratie & Nachfolge
Ausufernde Bürokratie bereitet vielen Landschaftsgärtnern schlaflose Nächte: Dietmar Lindner, Präsident des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern. | Foto: Menth

Als Verbandspräsident sind Sie viel in Bayern unterwegs: Schon allein die Strecke von ihrer Heimat Unterfranken zum Dienstsitz in Gräfelfing bei München ist weit – sind Sie auf der Fahrt eher der Typ Hörbuch, Telefonkonferenz oder Stille?


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Dietmar Lindner: Das kommt stark auf die Situation an, manchmal telefoniere ich fast die ganze Fahrt über, und ich höre oft Hörbücher. Stille gibt es bei mir eigentlich nie, höchstens sehr laute Rockmusik.

Welche Bands hören Sie am liebsten?

Lindner: Nachdem ich nicht mehr so jung bin, ist mein Musikgeschmack auch nicht bei den Jungen. Ich höre hauptsächlich Live-Aufnahmen von den Kölsch-Rockern BAP und Bruce Springsteen, und das sehr laut.

Woher nehmen Sie ansonsten die Kraft für das Pensum zwischen Verband, Betrieb und den vielen Kilometern auf der Autobahn?

Lindner: Viel Kraft nehme ich aus meinem Familienleben, meine Frau hat mich immer sehr stark unterstützt. Im Betrieb hat mein Sohn Christoph die gesamte Verantwortung, ich übernehme dort Arbeiten als Lkw-Fahrer, Lagerarbeiter und in der Werkstatt.

Viele Kollegen scheuen das Ehrenamt wegen des Zeitaufwands – was treibt Sie an?

Lindner: Ich kann jeden verstehen, der Angst vor dem Zeitaufwand im Präsidium hat, das muss man sich gut überlegen. Ich könnte meine Arbeit als Präsident nicht machen, wenn ich die Firma leiten müsste. Das geht nur, weil ich die Verantwortung im Geschäft bereits vor Jahren abgegeben habe. Trotzdem empfehle ich jedem, sich im Ehrenamt zu engagieren egal ob beruflich oder auf anderen Gebieten. Beruflich kann man sich beispielweise im Regionalvorstand oder im Prüfungsausschuss einbringen. Es lohnt sich immer, hier was zu machen, und das schafft jeder. Man lernt was dazu, bleibt geistig beweglich und hilft dem Berufsstand.

Gedeiht die grüne Branche?

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Zur Person

Dietmar Lindner lebt mit Ehefrau Beate im unterfränkischen Sonderhofen. Er hat zwei Söhne und zwei Töchter. „Zur grünen Branche bin ich gekommen, weil ich immer draußen in der Natur arbeiten wollte und weil ich den Umgang mit Pflanzen und Erde liebe“, sagt er. 1978 begann Lindner eine Ausbildung zum Gärtner. 1986 legte er die Meisterprüfung ab. Seinen 1993 gegründeten GaLaBau-Betrieb übergab er 2017 an Sohn Christoph, der seitdem geschäftsführender Gesellschafter ist. Lindner selbst ist nun angestellter Geschäftsführer in der GmbH des Sohnes. Der Betrieb ist spezialisiert auf Hausgärten und Baumpflege.

Dietmar Lindner ist über 25 Jahre Mitglied im Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern, dessen Präsident er seit 2024 ist. Sein ehrenamtliches Engagement in der grünen Branche in Bayern begann aber schon 2012: Lindner ist nicht nur im VGL, sondern auch in der Deula, der Akademie Landschaftsbau Weihenstephan und der Landesgartenschaugesellschaft aktiv.

Er hat eine Weiterbildung zum Sachverständigen im Garten- und Landschaftsbau absolviert. Zudem legte Lindner bei der IHK München eine Prüfung als Sachverständiger ab, seit März 2026 ist er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Garten- und Landschaftsbau, Herstellung und Unterhaltung.

Bürokratie im GaLaBau: Ein „Kampf gegen Windmühlen“

Sie vertreten hunderte Betriebe in ganz Bayern. Was ist derzeit das brennendste Thema, das Ihren Mitgliedern schlaflose Nächte bereitet?

Lindner: Schlaflose Nächte bereitet unserer Branche und allen anderen Branchen die mittlerweile ausufernde Bürokratie. Auch wenn unsere Staatsregierung und der Bürokratiebeauftragte, der Landtagsabgeordnete Walter Nussel, alles versuchen, eine weitere Ausuferung der Bürokratie zu verhindern, indem neue Gesetze auf die Bürokratiebelastung untersucht werden und bestehende Bürokratie abgebaut werden soll, so ist das aber ein Kampf gegen Windmühlen. Die meiste Bürokratiebelastung kommt von der Europäischen Union und Deutschland, und hierauf hat Bayern nur einen geringen Einfluss.

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Sie sitzen oft in den Ministerien in München. Welches konkrete Gesetz oder welche Verordnung ist Ihnen aktuell der größte Dorn im Auge, wenn Sie an die tägliche Praxis Ihrer Mitgliedsbetriebe denken – und warum genau?

Lindner: Unternehmen sind durch eine Vielzahl von Statistikmeldungen an Ämter belastet. Im Alltag müssen zahlreiche Arbeiten detailliert dokumentiert werden, was wertvolle Arbeitszeit bindet. Bauprojekte insbesondere im öffentlichen Grün oder bei Baumpflegearbeiten unterliegen strengen bürokratischen Genehmigungs- und Dokumentationsprozessen. Besondere Sorgen bereiten neue Regulierungen, wie die EU-Entwaldungsverordnung, die als zusätzliche Belastung empfunden wird, wenn Holzprodukte im Landschaftsbau verwendet werden. Auch das Tariftreuegesetz im Vergaberecht bei öffentlichen Aufträgen des Bundes wird neue Bürokratie auslösen. Bezüglich der Nachhaltigkeitsberichterstattung hatte die europäische Kommission wohl ein Einsehen mit den Kleinbetrieben. Die Aufzählung könnte man noch lange fortführen.

Fachkräftemangel stoppen: Moderne Ausstattung und Perspektiven als Hebel

„Ich könnte meine Arbeit als Präsident nicht machen, wenn ich die Firma leiten müsste": Dietmar Lindner hat seinen GaLaBau-Betrieb vor Jahren an Sohn Christoph übergeben. | Foto: Lindner
„Ich könnte meine Arbeit als Präsident nicht machen, wenn ich die Firma leiten müsste": Dietmar Lindner hat seinen GaLaBau-Betrieb vor Jahren an Sohn Christoph übergeben. | Foto: Lindner

Der Fachkräftemangel beschäftigt viele Betriebe. Wo sehen Sie aktuell den größten Hebel, um junge Menschen nicht nur für die Ausbildung zu gewinnen, sondern sie auch langfristig im Gewerk zu halten?

Lindner: Neben einem guten Betriebsklima und Wertschätzung ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, eine gute, möglichst moderne Betriebsausstattung zu haben. Außerdem sollte man den Fachkräften ermöglichen, sich im eigenen Betrieb weiterzubilden, um eine Karriere im Betrieb zu ermöglichen.

Sie haben selbst vor Jahren einen GaLaBau-Betrieb gegründet, in dem Sie jetzt gemeinsam mit Ihrem Sohn Christoph Geschäftsführer sind. Viele Firmen stehen vor der Herausforderung der Unternehmensnachfolge – wie lässt sich der Übergabe-Prozess vorbereiten?

Lindner: Unser ältester Sohn Christoph hat sich schon sehr bald für die Arbeit und die Firma interessiert. Die anderen drei Kinder haben alle einen anderen Beruf studiert und sich nicht für den Betrieb interessiert. Daher war die Entscheidung leicht, wer den Betrieb übernehmen konnte. Christoph hat Landschaftsgärtner in einem anderen Betrieb gelernt und danach ein paar Jahre als Landschaftsgärtner in anderen Betrieben gearbeitet und ist dann auf die Meisterschule nach Veitshöchheim gegangen. Schon seit dem Abschluss der Ausbildung von Christoph haben wir uns bei verschiedenen Institutionen wie dem VGL, der Industrie- und Handelskammer, einem Rechtsanwalt und einem Steuerberater informiert und die Übernahme vorbereitet. Für die Vorbereitung haben wir uns wirklich Zeit gelassen. Ich finde es sehr wichtig, vor der Übergabe rechtzeitig Verantwortung zu übertragen. Wir haben unseren Sohn auch sehr bald Entscheidungen treffen lassen und ihm in alle Geschäftsunterlagen und Finanzen Einblick gewährt und ihn zu Bank- oder Steuerberaterterminen mitgenommen.

Bei der Verleihung des Staatsehrenpreises 2026: Dietmar Lindner (rechts) mit der bayerischen Staatsministerin Michaela Kaniber (links) und einer Delegation der Firma H&M Gartengestaltung. | Foto: VGL Bayern
Bei der Verleihung des Staatsehrenpreises 2026: Dietmar Lindner (rechts) mit der bayerischen Staatsministerin Michaela Kaniber (links) und einer Delegation der Firma H&M Gartengestaltung. | Foto: VGL Bayern

Erfolgreiche Unternehmensnachfolge: So gelingt der Generationenwechsel

Und was ist streng zu vermeiden?

Lindner: Eines möchte ich allen Eltern raten: Wenn man jeden Abend von der Arbeit heimkommt und schimpft, dass die Kundschaft anstrengend ist, die Bürokratie immer mehr wird, die Mitarbeiter immer schlechter sind, alles teurer wird und immer weniger verdient ist, dann wird man wahrscheinlich kein großes Interesse bei den Kindern wecken, den Betrieb zu übernehmen.

Welches Projekt in Ihrem eigenen Betrieb macht Sie heute noch stolzer als ein erfolgreich verhandelter Tarifvertrag?

Lindner: Es macht mich stolz, dass ich in der Firma frühzeitig mit der Baumpflege und der Ausbildung von Kletterern und Baumfachleuten begonnen habe. Die Baumpflege hat sich als gute Investition bewährt. Und natürlich, dass die Übergabe an unseren Sohn geklappt hat, auch wenn es für uns beide nicht immer einfach ist und es schon zu Spannungen zwischen uns kommt. Aber es macht stolz, wenn man sieht, was er inzwischen aus der Firma gemacht hat.

Wenn Sie heute noch einmal neu als Landschaftsgärtner gründen müssten: In welche Maschine oder Technologie würden Sie als Erstes investieren?

Lindner: Ich glaube, es ist heute sehr wichtig, ins Büro zu investieren. Computer, Software und die entsprechende Ausbildung, um diese Technik effizient einzusetzen. Ich glaube, viel Geld wird im Büro verdient, das übersehen viele Praktiker.

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Herr Lindner, vielen Dank für das Gespräch.

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