Was unsere StÀdte in Zukunft lebenswert macht
Seit Mai 2023 können Besucher des Klimawandel-Gartens in MĂŒnchen zahlreiche Themen zur Anpassung an den Klimawandel im Garten und im öffentlichen Raum entdecken. Nach der ersten Saison ziehen die Projektbetreuer der Bayerischen Landesanstalt fĂŒr Weinbau und Gartenbau (LWG) nun eine Zwischenbilanz.

Klimawandel-Garten in MĂŒnchen
Doch wie wird dieser Schaugarten angenommen und was können die Besucher davon mitnehmen? Wie kommt das Motto âkeep green â feel coolâ bei der Bevölkerung an und wie geht es mit dem Projekt weiter? Die LWG zieht eine erste Bilanz aus einem Sommer im Klimawandel-Garten. Der Klimawandel-Garten am Bayerischen Staatsministerium fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Forsten in der LudwigstraĂe/Ecke GaleriestraĂe in MĂŒnchen wurde im Winter 2022 bis FrĂŒhjahr 2023 durch die LWG vorbereitet. Der im Mai 2023 eröffnete Schaugarten konnte den Besuchern unter anderem durch zahlreiche FĂŒhrungen, Workshops und Veranstaltungen einen guten Einblick in innovative MaĂnahmen fĂŒr den Freiraum geben.
KlimamĂ€Ăigung durch Pflanzen
Erst wenige Wochen vor der Eröffnung konnten die Pflanzen in die Beete gesetzt werden. Gerade bei den Staudenbeeten, die mit Schottermulch abgedeckt wurden, gab es anfangs Skepsis bei den Besuchern hinsichtlich Optik und Wirkung. Durch eine ergĂ€nzende Beschilderung und Hinweise in den FĂŒhrungen waren die Bedenken aber meist verflogen. Mineralischer Mulch ist fĂŒr steppenartige Pflanzungen in der Sonne das ideale Material und fĂŒr Kommunen deshalb eine sinnvolle Alternative zu organischem Mulch. Bereits einige Wochen spĂ€ter waren die zunĂ€chst lĂŒckigen Beete komplett mit Pflanzen bedeckt und erzeugten beim Workshop zum Thema âPflanze macht Klimaâ einen âWowâ-Effekt: Beim Durchgang mit der WĂ€rmebildkamera waren zwischen der StaudenflĂ€che und der WegeflĂ€che Temperaturunterschiede von bis zu zehn Grad zu erkennen: Im Staudenbeet waren es 15 Grad, auf der PflasterflĂ€che rund 25 Grad. Dies zeigte die Wirksamkeit nachhaltiger Pflanzungen, die bei geschlossener GrĂŒnbedeckung auch bei der Verwendung von mineralischem Mulchmaterial eine ebenso hohe KĂŒhlleistung erzielt wie PflanzflĂ€chen ohne oder mit organischem Mulch.
DachbegrĂŒnung und Staudenbeete

Im Sommer und Herbst 2023 waren alle Staudenbeete gut eingewachsen. Auch die DachbegrĂŒnungen, BalkonkĂ€sten und FassadenbegrĂŒnungen wiesen eine gute Pflanzenbedeckung auf. Lediglich die âMobilen Klima-Schutz-Schirmeâ konnten noch keine âgrĂŒnen Sonnenschirmeâ bilden. Allerdings sind hier vor allem mehrjĂ€hrige Kletterpflanzen enthalten, die etwas lĂ€nger brauchen, um die SchirmgerĂŒste vollstĂ€ndig zu bewachsen.
Zahlreiche Besucher, viel MĂŒll, kaum Vandalismus
Die LudwigstraĂe/GaleriestraĂe am Staatsministerium fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Forsten ist aufgrund seiner zentralen Lage in der MĂŒnchner Innenstadt tĂ€glich gut frequentiert, zahlreiche Besucher schauen im Klimawandel-Garten, der ganztĂ€gig geöffnet ist, vorbei. Trotz einiger NachtschwĂ€rmer â vor allem am Wochenende â gibt es erfreulicherweise kaum Vandalismus im Schaugarten. Wie an anderen öffentlichen PlĂ€tzen wurde allerdings viel MĂŒll stehen gelassen (wie Flaschen, Plastik, Papier), der regelmĂ€Ăig entfernt werden musste. Einzelne Pflanzen wurden aus den Beeten herausgerissen â dabei gilt im Garten das Motto âErnten verboten â naschen erlaubtâ.
Inspirationen fĂŒr den eigenen Garten
Einige Besucher nehmen sich die ausgestellten Info-BroschĂŒren mit nach Hause. Bei GesprĂ€chen mit den Passanten wird deutlich: Jeder findet hier ein paar Inspirationen fĂŒr seinen Garten â und auch neue Erkenntnisse, was unsere StĂ€dte in Zukunft lebenswert macht. Die Station zu den âVersickerungsaktiven BelĂ€genâ zeigt beispielsweise deutlich die WasseraufnahmefĂ€higkeit der unterschiedlichen BelagsflĂ€chen.
Workshops zu Wasser, BiodiversitĂ€t und KlimamĂ€Ăigung
NistplĂ€tze fĂŒr Wildbienen zum Nachbauen

Der Klimawandel-Garten wurde auĂerdem zu vier Aktionstagen im September 2023 zum Ausstellungsbeitrag des Staatsministeriums fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Forsten auf der Landesgartenschau in Freyung gebracht. Hier gab es fĂŒr die Gartenschau-Besucher Informationen, Inspirationen und Mitmach-Ideen aus dem Klimawandel-Garten wie zum Beispiel NistplĂ€tze fĂŒr Wildbienen zum Nachbauen oder Entdeckungen mit der WĂ€rmebildkamera. Der Klimawandel-Garten zeigt bereits jetzt erste sichtbare Erfolge bezĂŒglich der Insektenvielfalt. So konnten einige Wildbienen, Hummeln und andere Insekten wĂ€hrend des Sommers 2023 in den BlĂŒhflĂ€chen des Gartens entdeckt werden. Vor allem in den NistplĂ€tzen aus Holz haben sich bereits einige Wildbienen eingenistet.
Förderung der Artenvielfalt
Dies zeigt deutlich, mit welchen einfachen Mitteln jeder Einzelne etwas zur Förderung der Artenvielfalt in der Stadt beigetragen kann. Beim Workshop âPflanze macht Klimaâ gingen die Teilnehmer mit einer WĂ€rmebildkamera durch den Garten. Neben den KĂŒhlungseffekten durch flĂ€chiges GrĂŒn, die bei der Aufnahme der PflanzflĂ€chen im Vergleich zu den WegeflĂ€chen deutlich sichtbar wurden, war in der Regel die Temperatur unter der Kastanie (Station âStadt-Klima-Baumâ) um ein paar Grad niedriger als im StraĂenraum. Dies lieĂ sich zudem durch die Anzeigetafel fĂŒr alle deutlich sichtbar machen.
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Klimawandel-Garten: So geht es 2024 weiter
Auch im Jahr 2024 wird die LWG weitere FĂŒhrungen und Workshops zu neuen Themenschwerpunkten anbieten. ZusĂ€tzlich können die Besucher auf weitere Anregungen gespannt sein. Da die Stauden jetzt gut eingewachsen sind und die Klima-Schirme im kommenden Sommer einen flĂ€chigeren Bewuchs erwarten lassen, werden die klimatischen Effekte durch die BegrĂŒnungsformen im kommenden Sommer noch deutlicher sein. Hier gibt es weitere Infos zum Klimawandel-Garten.
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