KfW-Förderung
„Rechnet sich nicht“ - Baugewerbe kritisiert Neubauförderung

Das Baugewerbe lässt an der am 1. März gestarteten Neubauförderung kaum ein gutes Haar. Sie lohnt sie sich für Investoren nicht, da sie gebunden ist an den Bau der Effizienzhaus-Stufe 40, sagt Thorsten Freiberg, Vorsitzender des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein. Damit werde weiterhin zu wenig bezahlbarer Wohnraum geschaffen.
Sie sei „fehlerhaft, voll am Markt vorbei, unverständlich und überflüssig“: Thorsten Freiberg, Vorstandsvorsitzender des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, zeigt sich enttäuscht vom neuen Förderprogramm „Klimafreundlicher Neubau“, das seit dem 1. März in Kraft ist. Dabei habe der Markt auf die neue Förderrichtlinie gewartet, schließlich sei der Wohnungsbau zuvor massiv eingebrochen. Freiberg kritisiert nicht nur die Summe von lediglich 1,1 Milliarden Euro für die Neubauförderung, sondern vor allem ihre Bindung an den EH 40 bzw. EH 40 Plus-Standard. „Unter diesen Bedingungen ist die Förderung fast schon eine Eulenspiegelei, denn sie rechnet sich schlichtweg nicht“, so Freiberg. Wer den EH 40-Standard erreichen will, müsse mit etwa 25 Prozent Mehrkosten kalkulieren. Zu den baulichen Mehrkosten, die zum Erreichen des EH 40-Standards nötig sind, kommen noch die Kosten für die Energieberatung und die Zertifizierung. Damit liege man bei einem Einfamilienhaus bei mindestens 25.000 Euro zusätzlich, bei größeren Bauvorhaben weit darüber, so Freiberg.

Kosten für EH40 übersteigen den Nutzen
Die Verhältnismäßigkeit zwischen ökologischem Ziel und ökonomisch sinnvoller Maßnahme müsse im vernünftigen Gleichgewicht bleiben. Investoren werde inzwischen geraten, den EH 55-Standard zu wählen und dabei förderfähige Einzelmaßnahmen umzusetzen. Das deutlich höhere Investment für den höheren Standard lohne sich nicht, so Freiberg, da er „kaum signifikante Vorteile für eine Klimaneutralität“ habe. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen erwartet Freiberg einen weiteren Rückgang bei den Aufträgen im Wohnungsbau. „Die Baubetriebe arbeiten derzeit noch erteilte Aufträge ab. Das volle Ausmaß der verfehlten Förderpolitik wird sich in der Baukonjunktur 2024/2025 zeigen.“
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