Hitzeschutz am Bau
IG Bau fordert klare Regeln für extreme Temperaturen

Steigende Temperaturen werden für Beschäftigte im Bau- und Baunebengewerbe zunehmend zum Gesundheitsrisiko. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) unterstützt daher die internationale Kampagne „Too Hot To Work“. Gefordert werden unter anderem verbindliche Hitzeschutzregelungen und angepasste Arbeitszeiten für Tätigkeiten unter freiem Himmel.

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Arbeit bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius stellt für Beschäftigte im Baugewerbe, im Garten- und Landschaftsbau sowie in der Gebäudeinstandhaltung ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Für die Bauwirtschaft bedeutet dies nicht nur eine physische Belastung der Arbeitskräfte, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit. Mit zunehmender Hitze nehmen Konzentration und Leistungsfähigkeit ab. Dies führt in der Praxis zu einer deutlichen Erhöhung der Wahrscheinlichkeit von Arbeitsunfällen sowie zu gesundheitlichen Ausfällen durch Kreislaufprobleme oder Dehydrierung.
Forderungen nach verbindlichem Arbeitsschutz bei Hitze
Um branchenweite Standards zu etablieren, hat sich die Gewerkschaft IG Bau der internationalen Kampagne „Too Hot To Work“ der Building and Wood Workers’ International (BWI) angeschlossen. Im Zentrum steht die Forderung, Arbeitsschutz bei Hitze systematisch im Bauablauf zu verankern.
Zu den zentralen Maßnahmen, die von Arbeitgeberseite umgesetzt werden sollen, gehören:
- Klare Temperatur- und Belastungsgrenzen
- Angepasste Arbeitszeiten in Hitzeperioden (z. B. Verschiebung in die frühen Morgenstunden)
- Bereitstellung von ausreichend Trinkwasser, Schattenplätzen und Erholungszeiten
- Regelmäßige Anpassung der Gefährdungsbeurteilung am Bau hinsichtlich Hitzestress
- Soziale Absicherung bei hitzebedingten Arbeitsausfällen
Prävention als Teil der Unternehmensverantwortung
Carsten Burckhardt, im Bundesvorstand der IG Bau zuständig für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, betont die Dringlichkeit für Bauunternehmen. Tätigkeiten wie das Verarbeiten von Beton, der Straßenbau oder das Verlegen von Pflaster bei extremen Temperaturen erfordern zwingend erweiterte Schutzmaßnahmen, die über die Standardausrüstung hinausgehen.
Der betriebliche Hitzeschutz auf der Baustelle müsse laut IG Bau von Arbeitgebern, Sicherheitsbeauftragten und Betriebsräten künftig ebenso proaktiv geplant werden wie klassische Unfallverhütungsvorschriften, um die Gesundheit der Fachkräfte zu sichern und Bauabläufe auch in Hitzeperioden aufrechtzuerhalten.
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