Baustoffpreise
Baugewerbe muss sich auf Preisanstieg bei Zusatzstoffen einstellen

Zusatzstoffe für das Bauen werden teurer: Die Hersteller bauchemischer Erzeugnisse kündigen weitere Preiserhöhungen an, zum Beispiel bei Betonzusätzen, Betontrennmitteln und Polymerfasern. Einer der ersten Hersteller, der seine Preise zum 1. Mai anhebt, ist die MC-Bauchemie.
Die Folgen des Ukraine-Krieges und die noch immer angespannte Lage wegen der Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die bauchemische Industrie in Deutschland aus. Wie der Verband Deutsche Bauchemie jetzt mitteilte, haben die Hersteller bauchemischer Erzeugnisse massive Probleme mit der Verfügbarkeit von Rohstoffen und Kostenanstiegen bei der Energieversorgung und der Logistik. Die Unternehmen der Deutschen Bauchemie rechnen daher mit weiter steigenden und stark schwankenden Preisen für Rohstoffe und Energie sowie in der Folge mit einem dauerhaft hohen Preisniveau bauchemischer Erzeugnisse. Auf die Baubranche kommen damit weitere Preiserhöhungen zu, zum Beispiel bei Beton-Zusatzmitteln, Fließestrichen, Holzschutzmitteln, Flammschutzmitteln, Fliesenklebern, Fugenmörteln, Fugendichtstoffen, Flüssigabdichtungen, Grundierungen, Haftbrücken und diversen Baustoffen auf Kunststoffbasis.
MC Bauchemie erhöht Preise um 15 Prozent
Einer der ersten Hersteller, die ihre Kunden jetzt über Preiserhöhungen informieren, ist die MC-Bauchemie mit Sitz in Bottrop. „Die gesamte Marktsituation ist extrem komplex und unvorhersehbar“, so das Unternehmen. Man sehe sich gezwungen, die Preise zum 1. Mai um bis zu 15 Prozent anzuheben – in Ausnahmefällen sogar mehr. Wegen der erhöhten Kosten für Transportverpackungen und der drastisch gestiegenen Frachtkosten will der Bauchemiespezialist ab Mai zudem einen Logistikzuschlag von 1 Cent pro Kilogramm erheben. Dieser Zuschlag soll zurückgenommen werden, sobald sich die Situation wieder normalisiere, teilte MC Bauchemie weiter mit.
Höhere Kosten für Gas, Rohstoffe und Logistik
Mit einer kurzfristigen Entspannung rechnet die energieintensive Chemieindustrie nicht. Seit Kriegsbeginn seien die Gaspreise um über 70 Prozent angestiegen. Sollte es zu einem Lieferstopp kommen, sei mit einem weiteren deutlichen Preissprung nach oben zu rechnen. Mit einem Anteil von über 43 Prozent sei Erdgas der wichtigste Energieträger für die chemische Industrie. Auch die Lage beim Diesel sei kritisch. Zudem seien wichtige Rohstoffe und Komplementärprodukte auf dem Beschaffungsmarkt derzeit nicht in ausreichender Menge verfügbar, so der Verband weiter. Die Produktionsbedingungen hätten sich in den letzten Wochen deutlich verschlechtert. Dazu kommen die weiterhin gestörten Lieferketten. Durch den Lockdown in Shanghai und Wirtschaftsmetropolen Chinas entstünden weitere Verzögerungen in der Logistik, die in Europa über kurz oder lang zu spüren sein werden, so die Deutsche Bauchemie.
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Preiserhöhungen schon letztes Jahr
Schon Ende letzten Jahres hatten die Hersteller der Deutschen Bauchemie wie z.B. die MC-Bauchemie wegen der Lieferkettenstörungen die Preise für bauchemische Produkte angehoben. Die Kostenerhöhungen konnten damit aber nicht kompensiert werden, hieß es weiter. Die Gewinnmargen beispielsweise bei PCE-basierten Betonzusatzmitteln, ölbasierten Betontrennmitteln, oder Polypropylen-basierten Polymerfasern seien weiter zurückgegangen.
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