Baukonjunktur
Bauleistungen sehr gefragt, aber immer teurer

Das Bauhauptgewerbe hat im Mai nochmal einen erhöhten Umsatz eingefahren. Bei den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten lag der Umsatz mit plus 0,4 % noch einmal leicht über dem Vorjahresniveau. Preisbereinigt war das allerdings ein Rückgang von 5,2 Prozent. Steigende Preise und Materialknappheit bei Vorprodukten bremsen die Umsatzentwicklung.
„Fehlende Baumaterialien führen zu Verzögerungen bei Bauprojekten, die dann natürlich auch noch nicht abgerechnet werden können“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, zu den Konjunkturindikatoren für die Bauwirtschaft. Dies könnte sich im Juni noch verschlimmern, denn die Zahl der von Materialmangel betroffenen Bauunternehmen hat sich weiter erhöht. Im Mai klagten 39 % der Betriebe über eine Behinderung ihrer Bautätigkeit wegen fehlenden Materials, im Juni waren es schon 46 %. Die stark gestiegenen Preise bei Vorprodukten gingen bei laufenden Verträgen zu Lasten der Ertragslage der Bauunternehmen, so Müller.
Baunachfrage wächst weiter
Derweil ist die Nachfrage nach Bauleistungen ungebrochen. Der Auftragseingang lag im Mai mit -1,3 % nur leicht unter dem Vormonat. „Im Vorjahresvergleich haben die Bauunternehmen sogar ein Plus von 14,6 % gemeldet, preisbereinigt ist dies auch noch ein deutlicher Zuwachs von 8,4 %“, so Müller. „Für die ersten fünf Monate ergibt sich damit ein Plus von 5,8 %, real von 2,4 %.“ Allerdings hatten die Bauunternehmen im Mai 2020 Corona-bedingt auch 10,6 % weniger Aufträge in ihren Büchern, erinnerte Müller.
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Wohnungsbau bleibt Stütze der Konjunktur
Fast ausgeglichen sind mittlerweile die Rückstände im Wohnungsbau, der zum Jahresanfang wegen der schlechten Witterung und der Vorzieheffekte aus dem reduzierten Umsatzsteuersatz im Vorjahr etwas geschwächelt hatte. In dieser Sparte hat der Umsatz den dritten Monat in Folge zugenommen. Die Auftragseingänge lagen im Mai um rund 16 % über dem Vorjahresniveau, allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass der Wert im Mai 2020 nach dem Lockdown eingebrochen war.
Wirtschaftsbau fasst wieder Fuß
Hochwasserschäden: Aufträge zum Wiederaufbau zügig erteilen
Seit Januar wurden die Vorjahresumsätze im Straßenbau nicht mehr erreicht. Mehr als 5 % betrug der Rückstand zum Vorjahr im Mai. Die Auftragseingänge liegen in den ersten fünf Monaten um 4% unter dem Vorjahresniveau. Die Sorge, dass die Kommunen wegen ihrer Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie Investitionen zurückhielten, bestätige sich, so Pakleppa. Er forderte die Politik auf, den Rettungsschirm aufzustocken, damit der Investitionsstau nicht weiter anwachse. Andererseits seien jetzt auch Kapazitäten vorhanden, um zügig an die Instandsetzung der Infrastruktur in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten zu gehen, so Pakleppa. „Dafür müssen die Ausschreibungen nun zeitnah an den Markt kommen.“
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