Wasserstoff-Radlader
Liebherr startet Praxistest im Hafen Bremerhaven

Ein neuartiger Großradlader mit Wasserstoffantrieb stellt sich dem Praxistest an der deutschen Nordseeküste. Im Fischereihafen von Bremerhaven erprobt die Georg Grube GmbH den Liebherr-Prototyp L 566 H im täglichen Schüttgutumschlag. Der Test zeigt, wie ein geschlossenes, regionales Wasserstoff-Ökosystem in der Praxis funktioniert.
Es ist ein mehrjähriger Praxistest unter anspruchsvollen Umweltbedingungen: Im Hafen von Bremerhaven muss sich ein wasserstoffbetriebener Großradlader des Typs L 566 H beim täglichen Umschlag von Sand, Kies und Gestein bewähren. Der Prototyp aus dem Liebherr-Werk Bischofshofen wird von der Georg Grube GmbH eingesetzt, um Förderanlagen zu beschicken und Lkw zu beladen. Das Pilotprojekt soll zeigen, ob der emissionsfreie Wasserstoff-Direktverbrennungsmotor bei schweren Umschlagarbeiten eine gleichwertige Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit wie konventionelle Dieselantriebe bietet.
Wasserstoff-Technologie sichert gewohnte Produktivität

Für das Umschlagunternehmen steht die uneingeschränkte Alltagstauglichkeit der Maschine im Vordergrund. „Wir wollten nicht abwarten, bis serienreife Produkte verfügbar sind, sondern die Entwicklung von Beginn an aktiv mitgestalten“, erklärt der Inhaber und Geschäftsführer der Georg Grube GmbH, Wolfgang Grube. Entscheidend für den Betrieb sei, dass die wasserstoffbetriebene Baumaschine dieselben Aufgaben im eng getakteten Hafenbetrieb genauso zuverlässig und produktiv erfüllt wie die bisherigen dieselbetriebenen Geräte. Die Betankung erfolgt an einer eigens errichteten Station auf dem Gelände des nahegelegenen Fraunhofer IWES Hydrogen Lab.
H2-Radlader: Marktnahe Erprobung bereitet die Serienreife vor
Aus Sicht des Herstellers liefert der Feldtest unverzichtbare Daten für die zukünftige Produktentwicklung. „Wir möchten für die Zukunft gut aufgestellt sein und beschäftigen uns deshalb bereits heute mit der Entwicklung verschiedener alternativer Antriebe“, sagt der technische Geschäftsführer der Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH, Günther Holzer. Das Pilotprojekt im Fischereihafen biete dafür ideale Voraussetzungen, da die Kombination aus hoher Beanspruchung und einer bereits vorhandenen regionalen Wasserstoff-Infrastruktur eine praxisnahe Erprobung der Technologie bis zur Marktreife ermögliche.
Geschlossene Wertschöpfungskette im regionalen Ökosystem

Der im Radlader genutzte grüne Wasserstoff wird direkt in der Region erzeugt und verteilt. Strom aus regionalen Windkraftanlagen speist einen Elektrolyseur von HY.City.Bremerhaven, der das Gas generiert. Über mobile Trailer gelangt der Kraftstoff schließlich zur Tankstelle im Hafenbereich. „Mit diesem Projekt zeigen wir, wie eine regionale Wasserstoff-Wertschöpfungskette in der Praxis funktionieren kann“, erklärt der Geschäftsführer von Green Fuels und Initiator von HY.City.Bremerhaven, Andreas Wellbrock. Alle Schritte von der Produktion über den Transport bis zur Nutzung im schweren Umschlaggerät griffen hier ineinander.
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Europäische Kooperation fördert das Hydrogen Valley

Das Pilotprojekt ist strukturell in ein größeres Forschungsvorhaben eingebettet. Der Feldtest des Radladers bildet einen Baustein des Projekts "H2B:Impact", dem ersten von der Europäischen Union und der Clean Hydrogen Partnership geförderten Hydrogen Valley auf deutschem Boden. Die Erkenntnisse daraus sollen die Weiterentwicklung zukunftsfähiger Antriebslösungen unterstützen und neue Anwendungsfelder erschließen.
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