Wachstumspläne
Hyundai bläst zur Offensive gegen Chinas Billig-Bagger

Hyundai Construction Equipment bläst zur Großoffensive auf dem europäischen Markt. Der neue Europa-Chef Sanho Shin setzt mit ambitionierten Wachstumszielen und fünf neuen Maschinenmodellen ein klares Ausrufezeichen. Auf die wachsende Konkurrenz aus China antwortet der südkoreanische Hersteller gezielt mit High-Tech.

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Auf den „Hyundai Experience Days" am Europastandort in Belgien stellte der neue Europa-Chef Sanho Shin, CEO von Hyundai Construction Equipment Europe, gemeinsam mit seinem Team die ambitionierten Wachstumsziele und neuen Maschinen des Unternehmens vor. In seiner Begrüßungspräsentation vor Vertretern der Fachpresse erläuterte er eine Wachstumsrate von 12 %, verbunden mit dem Ziel, den Umsatz von prognostizierten 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2030 zu steigern. Die Grundlage für diesen Kurs ist bereits gelegt: 2025 verzeichnete Hyundai CE Europe ein Wachstum von 40 %, getrieben durch große Marktpotenziale im Vereinigten Königreich, den Benelux-Ländern und Südeuropa. Diese Regionen sollen auch künftig als Wachstumsmotoren dienen, ergänzt durch die gezielte Erschließung weiterer Segmente.
Fünf neue Modelle in der ersten Jahreshälfte
In den kommenden Monaten wird Hyundai seine Maschinenflotte mit einer Reihe neuer Modelle und Updates erweitern. Alle fünf Neuheiten sollen bis Ende des zweiten Quartals 2026 für Kunden verfügbar sein. Den Auftakt macht der HX10AZ, der kleinste Bagger im A-Series-Programm und zugleich einer der kompaktesten seiner Klasse. Das Gerät wiegt 1.165 kg und wird von einem Stage-V-konformen Kubota-Dieselmotor mit 7,6 kW Bruttoleistung angetrieben. Charakteristisch ist das einfahrbare Fahrwerk. Im eingezogenen Zustand misst die Maschinenbreite nur 73 cm, im ausgefahrenen Zustand erweitert es sich auf 111 cm für mehr Standfestigkeit. Das Zero-Tail-Swing-Design ermöglicht Arbeiten auf engstem Raum ohne Kollisionsgefahr. Die Maschine ist besonders für Arbeiten in Innenräumen, Kellern und innerstädtischen Baustellen konzipiert.
Zwei neue Bagger im Mittelgewicht

Im mittleren Gewichtssegment stehen der HX230 und der HX260 für die neue Next-Generation-Baureihe, die Hyundai zuletzt intensiv auf internationalen Messen präsentiert hat. Der HX230 ist mit einem Vierzylinder-Dieselmotor mit 5 Litern Hubraum ausgestattet, der 141 kW (189 PS) Leistung und 955 Nm Drehmoment liefert und dabei bis zu 7 % weniger Kraftstoff verbraucht als das Vorgängermodell. Das Serviceintervall wurde auf 1.000 Stunden verdoppelt. Der HX260 bringt 226 PS auf die Waage und ein Betriebsgewicht von rund 26,4 Tonnen. Beide Modelle nutzen das vollständig elektrohydraulische Steuersystem (FEH), das konventionelle Hydraulikpilotleitungen durch elektrische Signale ersetzt. Der Nutzwert ist eine präzisere Reaktion und dadurch weniger hydraulische Verluste. Dieser Vorteil kann nach Aussagen von Hyundai zu Produktivitätssteigerung von bis zu 22 % führen. Serienmäßig verbaut sind Maschinenkontrollsysteme in 2D, aufrüstbar auf 3D, sowie eine automatische Wiegefunktion. Das Smart-Around-View-Monitor-System mit sechs Kameras und eine E-Boundary-Funktion zur Kollisionsvermeidung runden das Sicherheitspaket ab.
52-Tonnen Abbruchbagger in drei Versionen
Im Segment der schweren Maschinen präsentierte Hyundai den HX520A HRD, einen Hochreichweiten-Abbruchbagger, der in Kooperation mit dem Abbruchspezialisten STC entwickelt wurde. Die 52-Tonnen-Basismaschine bietet dank eines modularen Schnellwechselsystems drei Konfigurationen in einer: als konventioneller Erdbewegungsbagger, als Bagger mit geradem Abbruchausleger oder als Hochreichweiten-Abbruchmaschine mit einer maximalen Arbeitshöhe von 27 Metern und einer Vorwärtsreichweite von bis zu 16 Metern. In der Hochreichweitenkonfiguration setzt sich die Ausrüstung aus einem 13,25 Meter langen Hauptausleger, einem 2,7 Meter kurzen Mittelarm und einem 9,5 Meter Stiel zusammen. Das maximale Anbaugerätgewicht beträgt 3.000 kg inklusive Schnellwechsler und Adapterplatte. Das hydraulisch verstellbare Fahrwerk zieht sich für den Transport auf 3 Meter ein und erweitert sich für Abbrucharbeiten auf 4 Meter. Die Fahrerkabine lässt sich um 30° neigen und ist mit vollständiger FOG/FOPS-Level-2-Zertifizierung ausgestattet. Optional ist ein Staubbindungssystem mit Pumpen und Düsen erhältlich.
Zweiachsiger Muldenkipper in der 45-Tonnen-Klasse

Die Neuheitenoffensive rundet der HA45A 4×4 ab. Er ist Hyundais erster zweiachsiger Knicklenker-Muldenkipper (ADT). Die Maschine trägt eine Nutzlast von 41 Tonnen in einem 25,7 m³ großen Kipperkörper. Angetrieben wird sie von einem Stage-V-konformen Scania-Sechszylinder-Dieselmotor mit 368 kW (500 PS) und 2.476 Nm Drehmoment, kombiniert mit einem elektronisch gesteuerten ZF-Automatikgetriebe mit acht Vorwärts- und vier Rückwärtsgängen sowie integriertem Retarder. Die selbstnivellierenden Hydropneumatik-Achsen vorn und hinten erlauben höhere Transportgeschwindigkeiten als ein konventioneller sechsrädriger ADT; die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 55 km/h. Der vorn liegende Drehpunkt der Knickgelenkkonstruktion sorgt für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung auf alle Achsen, auch in Kurven, was den Einsatz der Differenzialsperren auch beim Einlenken ermöglicht. Die neue Kabine gilt als eine der geräumigsten in dieser Fahrzeugklasse. Ein 12-Zoll-Digitalmonitor liefert alle Betriebsdaten, ein zentraler Sitzplatz bietet Rundumsicht, und das überarbeitete Klima- und Soundsystem setzt neue Standards.
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Sicherheit, Effizienz und alternative Antriebe
Parallel zu den neuen Modellen treibt Hyundai die technologische Weiterentwicklung seiner Flotte voran. Drei Schwerpunkte stehen dabei im Fokus: Assistenzsysteme und Maschinensicherheit bilden den ersten Bereich, gefolgt von Effizienzsteigerungen durch neue Hydraulik- und Steuerungskonzepte. Den dritten Bereich bilden alternative Antriebe und emissionsarme Lösungen – ein Feld, in dem intensive Forschungsarbeit zu alternativen Kraftstoffen derzeit besonders viel Bewegung zeigt.
Strategie gegen China-Konkurrenz

Das Fazit der Produkt- und Servicestrategie 2026 lässt sich kaum besser formulieren als mit den Worten des Mannes, der die Transformation verantwortet. Sanho Shin brachte die Stimmungslage auf den Punkt „Trotz aller globalen Ereignisse und Lieferkettenherausforderungen geben mir unsere Next-Generation-Maschinen die Zuversicht, dass wir künftig noch erfolgreicher sein werden."
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