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Tief- und Straßenbau/

Premiere: 50-Tonnen-Bagger von Caterpillar tankt Solar-Diesel

Premiere: 50-Tonnen-Bagger von Caterpillar tankt Solar-Diesel
Philipp Furler, Co-CEO von Synhelion, vor dem Cat-Bagger der Eberhard Bau AG: Die Maschine wird im Rahmen eines Feldtests erstmals mit synthetischem Diesel aus solarer Hochtemperaturwärme betrieben. | Foto: Synhelion

Ein 50 Tonnen schwerer Kettenbagger vom Typ Cat 352F arbeitet klimaneutral im Tiefbau – ohne Batterieumbau. Das Cleantech-Unternehmen Synhelion testet auf einer Schweizer Tunnelbaustelle erstmals seinen synthetischen "Solar-Diesel" in der Baupraxis.

Das Cleantech-Unternehmen Synhelion hat zum ersten Mal einen Bagger des Schweizer Bauunternehmens Eberhard Bau AG mit erneuerbarem, synthetisch hergestelltem Diesel betankt. Dieser sogenannte Solar-Diesel wird in der Anlage "DAWN" im nordrhein-westfälischen Jülich im industriellen Maßstab produziert und reduziert laut Hersteller die Netto-CO2-Emissionen beim Verbrennen um bis zu 100 Prozent.

Die Lösung für das Lade-Dilemma auf dem Bau

Für die Bauindustrie ist dieser Feldtest ein massiver Lichtblick. Schwere Baumaschinen können wegen ihres gewaltigen Energiebedarfs nur mit großem technischen und finanziellen Aufwand elektrifiziert werden. Im meist unerschlossenen Gelände von großen Baustellen, auf denen Ladesäulen oder Starkstromanschlüsse Mangelware sind, bleiben flüssige Treibstoffe vorerst die praktikabelste Lösung.

Solar-Diesel für normale Motoren geeigent

Der erneuerbare Diesel von Synhelion bietet dabei einen enormen Vorteil: Er ist ein sogenannter "Drop-in-Treibstoff". Das bedeutet, er kann in konventionellen Diesel-Baggern getankt werden, ohne dass die Motoren technisch angepasst oder umgerüstet werden müssen. Ein sofortiger Klimaeffekt, ohne den aktuellen Maschinenpark auf den Schrottplatz schicken zu müssen.

Technik: Wie aus Licht Kraftstoff wird

Das Sun-to-Liquid-Verfahren nutzt ein Spiegelfeld, um Sonnenlicht so stark zu bündeln, dass im Brennpunkt Temperaturen von über 1.500 Grad entstehen. Mit dieser thermischen Energie wird in einem speziellen Reaktor aus CO2 und Wasser ein Synthesegas erzeugt, das anschließend zu flüssigem Treibstoff verarbeitet wird.

Der Bagger verbrennt damit chemisch gebundene Sonnenenergie. Da dieser synthetische Diesel die gleiche Energiedichte wie fossiler Kraftstoff besitzt, liefert er die volle Leistung für den schweren Tiefbau, ohne dass Motoren oder Tankanlagen umgerüstet werden müssen.

Volle Leistung im rauen Baustellenalltag

Dass die Theorie in der Praxis des Tiefbaus funktioniert, bestätigt Silvan Eberhard, Leiter Logistik der Eberhard Unternehmungen: „Unsere Mitarbeitenden arbeiten mit schweren Baumaschinen unter anspruchsvollen Bedingungen. Entscheidend ist, dass Leistung und Zuverlässigkeit stimmen. Dieser erste Einsatz zeigt, dass erneuerbare Treibstoffe auch im Baustellenalltag reibungslos funktionieren.“ Das Unternehmen ist von den Ergebnissen so überzeugt, dass es ab 2027 größere Mengen des synthetischen Diesels beziehen wird.

Weiter Weg vom Feldtest zur Herstellung in großen Stil

Die Technologie zur Herstellung dieser erneuerbaren Treibstoffe hat Synhelion bereits in Demonstrationsanlagen für den Luft-, See- und Straßenverkehr validiert. Um synthetischen Diesel jedoch zur massentauglichen Standard-Lösung für die Bauindustrie zu machen, steht die Branche noch vor einer Hürde. „Erneuerbare Treibstoffe bieten hier eine realistische und sofort einsetzbare Möglichkeit, Emissionen zu reduzieren“, resümiert Philipp Furler, Co-CEO und Mitgründer von Synhelion. „Um einen echten Beitrag zu leisten, ist es nun entscheidend, dass wir unsere Technologie hochskalieren, um die Produktionskosten zu senken.“

E-Fuel, Solar-Diesel und HVO - Was ist der Unterschied?

Alle drei Kraftstoffe sind sogenannte „Drop-in-Treibstoffe“. Sie sind chemisch fast identisch mit fossilem Diesel und können ohne Motor-Umrüstung genutzt werden. Der Unterschied liegt in der Energiequelle und dem Herstellungsverfahren.

Kraftstoff-Typ

Primärenergie / Rohstoff

Herstellungsverfahren

Vorteil

Nachteil

HVO (z. B. HVO100)

Abfälle, Altfette, Pflanzenöle

Hydrierung

Sofort großflächig verfügbar und praxiserprobt.

Rohstoffmenge (Altfette) global stark begrenzt.

E-Fuel

Ökostrom (Wind/Sonne) + CO2

Power-to-Liquid (Elektrolyse)

Theoretisch unbegrenzt an windreichen Standorten skalierbar.

Geringer Wirkungsgrad durch Kette Strom-H2-Sprit.

Solar-Diesel

Sonnenwärme + CO2

Sun-to-Liquid (Solarreaktor)

Hohe Effizienz durch direkte Nutzung der Sonnenhitze.

Produktionskapazitäten befinden sich noch im Aufbau.

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