Wie der Wurtenspeicher mit präziser Technik wächst
Der Wurtenspeicher erlebt derzeit eine umfassende Ertüchtigung. Ziel ist es, das Speichervolumen von 2,7 auf 5 Millionen Kubikmeter zu erhöhen und damit die Flexibilität und Effizienz der Energiewirtschaft zu optimieren.


Das sind die neuen Prallbrecher der nächsten Generation
Mit der GIPO P 101 GIGA und GIPO P 111 GIGA präsentiert der Schweizer Hersteller zwei neue Prallbrecher, die rein elektrisch betrieben werden können.
Das Projekt umfasst eine Dammhöhenerhöhung um sieben Meter und eine Stauzielerhöhung um 8,5 Meter, begleitet von einer Verbreiterung des Dammkörpers. Ein Unterfangen, das den Baubeteiligten unter extremen alpinen Bedingungen höchste Präzision und logistisches Geschick abverlangt.
Alpine Baustellenlogistik: Herausforderungen bei der Dammertüchtigung Wurtenspeicher
Die Baustelle auf 1.700 Metern Seehöhe birgt von Anfang an enorme Herausforderungen. Die Anlieferung der Großgeräte erfolgt über eine schmale Zufahrtsstraße mit engen Kehren und begrenzten Platzverhältnissen im Tunnelbereich. Für die ausführende Firma Züblin war dies ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl des Equipments. Ein modernes Bohrgerät mit einem klappbaren Mäkler erwies sich hier als ideal, da die Transportlänge des Gerätes erheblich reduziert werden kann, was die Bewältigung der anspruchsvollen Transportwege ermöglichte.
Um die umfangreichen Baumaßnahmen durchführen zu können, musste der Wurtenspeicher vollständig entleert werden – ein zusätzlicher Aspekt, der die Komplexität des Projekts unterstreicht.
Pfahlgründung Wurtenspeicher: Präzision und Kellybohrverfahren für die Untergrundabdichtung
Im Zentrum der Spezialtiefbauarbeiten steht die Erstellung einer überschnittenen Pfahlwand für die Untergrundabdichtung in Talmitte. Mithilfe des Kellybohrverfahrens werden 167 Pfähle mit einem Durchmesser von 1.200 Millimetern in Tiefen von 2,7 bis 22,5 Metern – je nach Bodenschicht – eingebracht. Insgesamt werden beeindruckende 2.800 Meter Bohrpfahl erstellt.

Die geologischen Bedingungen am Wurtenspeicher sind besonders anspruchsvoll: Das Bohrkanalmaterial ist stark abrasiv, und die anzutreffenden Felsblöcke weisen hohe Festigkeiten auf. Dies erfordert nicht nur robustes Gerät, sondern auch eine akribische Arbeitsweise, um die geforderte Bohrtoleranz von maximal einem Prozent Abweichung der Pfahlwand einzuhalten. Eine präzise Anpassung der Bewehrungslängen an die vorgefundenen Felsverhältnisse ist dabei unerlässlich.
Bohrtechnik im Spezialtiefbau: Einsatz von Liebherr-Bohrgeräten und Seilbaggern
Für diese anspruchsvollen Arbeiten setzt Züblin auf leistungsstarke Baumaschinen, darunter das Drehbohrgerät Liebherr LB 45, das speziell für diese Anforderungen konzipiert wurde. Es ist ausgelegt für ein maximales Drehmoment von 450 Kilonewtonmetern und vielseitig für alle gängigen Pfahlbauverfahren wie Kellybohren, Endlosschneckenbohren oder Doppelkopfbohren einsetzbar. Eine optional verfügbare Gittermastverlängerung ermöglicht Bohrtiefen von bis zu 37 Metern, was eine erhöhte Flexibilität bei geologisch schwierigen Bedingungen bietet und den Einsatz eines kompakten Gerätes für größere Tiefen erlaubt.
Sicherheits- und Effizienzmerkmale wie ein Überlastschutz für die Kellywinde, der die Vorschubwinde bei Überschreitung der maximal zulässigen Last automatisch stoppt, und eine Seillängenmessung an der Hilfswinde, die das Einbringen von Bewehrungskörben erleichtert, tragen maßgeblich zum reibungslosen Ablauf bei. Ergänzt wird der Maschinenpark durch den robusten Seilbagger Liebherr HS 8070, der für die erforderlichen Hebearbeiten auf der Baustelle zuständig ist.
Abschlussphase: Herausforderungen und Zeitmanagement im alpinen Staudammbau
Die Spezialtiefbauarbeiten am Wurtendamm begannen im Jahr 2025 und stehen kurz vor dem Abschluss. Die Einhaltung der engen Zeitfenster ist auf dieser alpinen Baustelle von höchster Bedeutung, da intensive Witterungseinflüsse und ein verfrühter Wintereinbruch auf 1.700 Metern jederzeit möglich sind.
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Das Projekt am Wurtenspeicher ist ein Beispiel dafür, wie moderne Bautechnik und präzise Ingenieurskunst selbst unter extremen Bedingungen erfolgreich eingesetzt werden können, um essenzielle Infrastruktur für die Energiewende zu schaffen.
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