Schalungstechnik
BIM-Planung für Betondächer in der Bamberger Altstadt

Bei der Generalsanierung der Bamberger Maria-Ward-Schule setzt Riedel Bau auf digitale Schalungsplanung für komplexe Betongeometrien mit gefalteten Betondächern und filigranen Arkadenbögen. Die technische Umsetzung basiert auf einer 3D-Modellierung und einem vorkonfektionierten Steckkasten-System.
In der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Bamberger Altstadt lässt die Erzdiözese Bamberg die seit 1717 bestehende Maria-Ward-Schule generalsanieren. Teile der Anlage aus den 1970er-Jahren wurden durch Neubauten ersetzt, die unmittelbar an den denkmalgeschützten Bestand anschließen. Architektonisch prägend für das Projekt von H2M Architekten sind Sichtbeton-Arkaden sowie Massivdachsysteme mit mehrfach gebrochenen Flächen.
3D-Modellierung für gefaltete Dachflächen
Die Dachkonstruktion, ein sogenannter Sargdeckel, besteht aus zahlreichen Flächen mit unterschiedlichen Neigungen. Um die komplexen Winkel ohne hohen manuellen Aufwand auf der Baustelle umzusetzen, nutzten die Techniker von Doka eine Schalungsplanung auf Basis von BIM (Building Information Modeling). Durch die Modellierung in Revit entstand ein Digitaler Zwilling des Schalungsaufbaus.

Die digitale Planung ermöglichte eine präzise Montageplanung und Massenermittlung vor Baubeginn. „Anhand des Modells haben wir die Masse an Schalfläche sehr viel einfacher und schneller ermittelt“, erklärt Alexander Enderes, Projektleiter bei der Riedel Bau AG. Für die Logistik in den schmalen Gassen der Altstadt war die hohe Datenqualität entscheidend, um Lagerflächen zu minimieren.

Vorkonfektioniertes Steckkasten-System
Die technische Lösung für das Dach basierte auf einem Traggerüst Staxo 40 und der Trägerschalung Top 50. Auf dieser Konstruktion wurden Formhölzer und Kämme montiert, die der Fertigservice des Schalungsherstellers exakt nach dem 3D-Modell produziert hatte.
Die Baustellenmannschaft setzte vor Ort H20-Träger in die vorgefrästen Aussparungen ein und belegte diese mit Schalungsplatten. Für geometrisch kleine Abschnitte kamen maßgefertigte Holzkästen zum Einsatz. Durch die Nummerierung aller Einzelteile und eine präzise Montageanleitung wurden Verwechslungen beim Aufbau der verschiedenen Dachneigungen vermieden.

Monolithische Arkadenbögen in Sichtbeton
Ein weiteres Merkmal des Neubaus sind weite Arkadenbögen mit Durchmessern von über drei Metern, die auf schlanken Pfeilern ruhen. Die Planung forderte einen monolithischen Guss von Bögen und Pfeilern, was aufgrund der dichten Bewehrung hohe Anforderungen an die Betoneinbringung stellte.

Um die geforderte Sichtbetonqualität und scharfe Kanten zu erreichen, wurde ein spezielles Ausschalkonzept entwickelt. Bei den Bögen mit zweifacher Einschnürung kamen dreigeteilte Schalbögen zum Einsatz, die durch definierte Spaltmaße das Lösen der Schalung erleichterten. An den Kontaktpunkten zum denkmalgeschützten Baubestand wurden zudem wärmegedämmte Traganschlusselemente in die Schalung integriert. Die Fertigstellung des Schulkomplexes ist für das Frühjahr 2027 geplant.

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