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Conbau Nord 2026: Neue Daten zur Wärmewende und Energiewende in Wohngebäuden in SH

Conbau Nord 2026: Neue Daten zur Wärmewende und Energiewende in Wohngebäuden in SH
Es herrscht großer Sanierungsstau im Wohnungsbau – auch in Schleswig-Holstein. | Foto: Leopictures/Pixabay

Der "Transformationsmonitor" soll den aktuellen Fortschritt der Energiewende im Wohnungsbestand in Schleswig-Holstein erfassen und legt dabei den Schwerpunkt auf die Wärmewende. Die ersten Ergebnisse des bundesweit einmaligen Projekts wurden auf der Conbau 2026 vorgestellt und zeigen, welche Hemmnisse der Umsetzung der Energiewende im Weg stehen.


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Der "TrafoMon SH" untersucht mithilfe von Befragungen, wie die wichtigsten Akteure aus dem Wohnungsbau und der Energieversorgung Transformationsprozesse planen oder bereits umsetzen – und was die jeweiligen Beweggründe hierfür sind. Das Ziel ist, die Abhängigkeiten zwischen Wohnungswirtschaft, Energieversorgern und Politik aufzuzeigen, um Regulierung, Fördergelder und die Zusammenarbeit praxisgerechter zu gestalten.

Verantwortlich für das Projekt sind zwei Professoren von der Technischen Hochschule Lübeck: Sebastian Fiedler, Dekan des Fachbereichs Bauwesen und Co-Initiator der Conbau Nord, sowie Marcus Menzl. Fiedler stellte die ersten Ergebnisse des Transformationsmonitors zum Auftakt der Conbau 2026 vor. Befragt wurden Gebäudeeigentümer, darunter Selbstnutzer und privat Vermietende, dazu Wohnungsunternehmen sowie Strom-, Gasnetz- und Wärmenetzbetreiber.

Der Hauptbefund des TrafoMon SH

Als Hauptbefund stellten Fiedler und auch Professor Dietmar Walberg, Leiter der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE), die große Bereitschaft der Befragten heraus, sich dem Thema der Transformation zu widmen. Allerdings planen der Befragung zufolge rund zwei Drittel der Privatvermieter in den nächsten fünf Jahren keine energetische Sanierung. Vermieter mit wenigen Wohneinheiten hätten einen deutlich geringeren Antrieb, solche Sanierungen in die Wege zu leiten, als Akteure mit größeren Wohnungsbeständen.

Daraus resultiert der starke Einbruch der Sanierungsraten. "Im gewerblichen, genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungsbau haben wir dramatisch hohe Sanierungsraten, im privaten Bereich hingegen nicht", sagte Walberg. Im Fokus bei Privatvermietern stehe nach wie vor die Devise: Es wird erst saniert, wenn etwas defekt ist.

Fernwärme mit diversen offenen Fragen

Auch der Bereich Fernwärme wurde untersucht. Hierbei stellte die Befragung heraus, dass sowohl bei den Eigentümern als auch bei den Netzbetreibern eine Abwartungshaltung entstanden ist. Dies hängt mit der Preisentwicklung auf der einen und der Kostenentwicklung auf der anderen Seite zusammen. Alles drehe sich um die Frage, wie viel leitungsgebundene Wärme künftig abgenommen wird, während gleichzeitig Gasnetze stillgelegt werden sollen.

Aus den Zwischenergebnissen der Befragung wurden sechs Stoßrichtungen erarbeitet, die als Handlungsempfehlungen zu verstehen sind:

  • Preistransparenz Fernwärme: Verbindliche, frühzeitige Preisindikationen vor der Abschlussentscheidung – adressiert das Top-Hemmnis aller Eigentümergruppen.
  • Kommunale Wärmeplanung (KWP) zu den Eigentümern bringen: Aktive Ansprache in den Gebietskulissen, One-Stop-Shop – überall hoch bewertet, bislang kaum umgesetzt.
  • § 556c BGB überprüfen: Kostenneutralitätsnachweis vereinfachen – gemeinsames Nadelöhr von Wohnungsunternehmen und Versorgern.
  • Kleinvermieter über das Handwerk aktivieren: Handwerksbetriebe und Eigentümerverbände als Multiplikatoren – angedockt an den Auslösemoment Heizungstausch.
  • Umlage-/Mietrechtskosten lösen: Sozialverträgliche Kostenteilung mit staatlichem Ausgleich – der zentrale Entscheidungsknoten der Vermietenden.
  • Gasnetzstilllegung koordinieren: Rund fünf Jahre Planungsvorlauf; Strom- und Wärmenetzertüchtigung in Stilllegungsgebieten priorisieren.

So geht es weiter mit dem TrafoMon SH

Im kommenden April werden die nächsten Befragungen durchgeführt, so die Projektverantwortlichen. Auf der Conbau 2027 sollen dann neue, noch belastbarere Ergebnisse vorgestellt werden.


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