Modulbau in Berlin
Effiziente Balkonanschlüsse für serielle Raummodule

Bei einem Nachverdichtungsprojekt in Berlin-Neukölln wurden 147 Wohnungen in Modulbauweise errichtet. Die Herausforderung: thermisch getrennte Balkonanschlüsse an 12 Zentimeter dünnen Modulböden. Eine adaptierte Befestigungslösung ermöglichte die Montage von 66 Balkonen in nur zwei Tagen. Ein Gewinn für das serielle Bauen.
Die technische Kernherausforderung im modularen Bauen liegt oft an den Schnittstellen. Beim Bauvorhaben Dröpkeweg im Berliner Bezirk Neukölln wurden die Raummodule durch die Deutsche Modulhaus Fabrik (DMF) mit einem Vorfertigungsgrad von über 90 Prozent produziert. Die Bodenplatten der Module weisen jedoch lediglich eine Stärke von zwölf Zentimetern auf. Da gängige Standardlösungen zur thermischen Trennung frei auskragender Balkone in der Regel 16 Zentimeter Deckenstärke erfordern und zudem eine zweilagige Bewehrung im Modulboden vorlag, war eine Anpassung der Anschlusstechnik unumgänglich.
Kräfteableitung bei übereinandergesetzten Modulen
Zum Einsatz kam das tragende Wärmedämmelement Isokorb TS von Schöck, das speziell für nachträglich montierte Stahlkonstruktionen konzipiert ist. Die statische Besonderheit bei dem Berliner Projekt ergab sich aus der Stapelung der Module: Da die Fassade auf der auskragenden Nase des Modulbodens aufsteht, schließt die Deckenplatte des unteren Moduls weiter hinten ab als die darüberliegende Bodenplatte.

Um diesen Versatz statisch nutzbar zu machen, überbrückt ein speziell konstruiertes Adapterstück die Gesamtstärke von 26 Zentimetern (beide Platten inklusive Fuge). Ein im Fertigteilwerk einbetonierter Zugstab mit Muffe nimmt die Gewindestange auf. Durch diese Konstruktion werden die auftretenden Zugkräfte gezielt in die obere Bodenplatte eingeleitet, während die darunterliegende Deckenplatte die Druck- und Querkräfte aufnimmt. Die Anpassungen im Fertigteilwerk beschränkten sich auf eine geringfügige Zulagebewehrung.
Toleranzausgleich direkt auf der Baustelle
Der modulare Aufbau des Dämmelements erwies sich während der Montage der auskragenden Stahlbalkone als baubetrieblicher Vorteil. Da die Bauteile in losen Einzelkomponenten statt als starres Gesamtelement angeliefert wurden, ließen sich unvermeidbare Rohbautoleranzen direkt vor Ort ausgleichen.

Die Stirnplatten der von einem Metallbauunternehmen vorgefertigten Stahlkragträger wurden an der Fassade verschraubt. Durch diese serielle Arbeitsvorbereitung konnten drei Monteure 66 Balkone im ersten Bauabschnitt in lediglich zwei Tagen installieren.
Hintergrund zum Projekt am Dröpkeweg
Das achtgeschossige Gebäude am Dröpkeweg, das im Auftrag der landeseigenen Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH realisiert wurde, dient der städtischen Nachverdichtung.

Auf einem Untergeschoss aus Stahlbeton mit Tiefgarage entstanden Ein- bis Drei-Zimmer-Appartements. Durch die nachträgliche Montage der Stahlbalkone und die statisch optimierte Einleitung der Schnittkräfte in die Moduldecken ließen sich im Vergleich zu konventionellen Balkonanlagen Fundamente sowie aufwendige Vor-Ort-Bewehrungen einsparen.
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