Newsletter abonnieren

Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche.

Datenschutz-Bestimmungen

Hochbau/

Strafjustizzentrum München: Dechant verbaut 64.000 Kubikmeter Beton

Strafjustizzentrum München: Dechant verbaut 64.000 Kubikmeter Beton
Das Strafjustizzentrum München: Für den erweiterten Rohbau hatte dechant rund vier Jahre Bauzeit veranschlagt – und pünktlich eingehalten. | Foto: Bernd Jaufmann

Riesige Betonmengen, eisige Winter und nur eine einzige Zufahrt im Herzen Münchens. Der Rohbau des neuen Strafjustizzentrums verlangte den Bauingenieuren von Dechant alles ab. Mit beheizten Schalungen, 200 Meter langen Pumpenrohren und 75.000 Stützen bändigte das Bauteam die extremen logistischen Hürden dieses Megaprojekts am Leonrodplatz.


Anzeige
Wie man mit einer mobilen App ERP-Systeme auf die Baustelle bringt

Wie man mit einer mobilen App ERP-Systeme auf die Baustelle bringt

Vom Klemmbrett direkt ins ERP-System: Wie Sie Baustellendaten ohne Medienbruch kaufmännisch nutzen und die Abrechnung beschleunigen.


Das neue Strafjustizzentrum vereint sieben Justizbehörden auf 39.000 Quadratmetern. Bevor der Hochbau überhaupt startete, kämpften die Tiefbauer tief im Münchner Erdreich gegen das Grundwasser. Für einen komplett trockenen Keller verlegten die Arbeiter ein spezielles Frischbeton-Verbundsystem und gossen eine massiv bewehrte, 2,02 Meter dicke Bodenplatte. Auf diesem wasserundurchlässigen Fundament wachsen bis zu sieben Obergeschosse mit gewaltigen Raumhöhen von bis zu 13 Metern in den Himmel.

Statischer Drahtseilakt und massenhaft Material

Die Architektur des Gebäudes gleicht einem unregelmäßigen Labyrinth. Verwinkelte Haftzellen im Keller, 54 Gerichtssäle in unterschiedlichsten Größen und weite Innenhöfe blockieren jegliche Standardisierung bei der Schalung. Dieser offene Entwurf forderte von den Statikern einen immensen Materialeinsatz. „Dies machte bei der baulichen Umsetzung den Einsatz von zusätzlichem Traggerüstmaterial erforderlich“, beschreibt Philipp Vazquez, Leiter der Unternehmensentwicklung bei Dechant, die bauliche Hürde. Insgesamt verbaute das Unternehmen für den Rohbau rund 64.000 Kubikmeter Beton, 11.269 Tonnen Betonstahl sowie ein gewaltiges Stützsystem aus 72.000 klassischen Stahlrohrstützen und 3.200 massiven Schwerlaststützen.

Das neue, 39.000 Quadratmeter große Strafjustizzentrum wurde von einem Spezialisten für Großprojekte und Sichtbeton gebaut: der Weismainer Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH. | Foto: Bernd Jaufmann
Das neue, 39.000 Quadratmeter große Strafjustizzentrum wurde von einem Spezialisten für Großprojekte und Sichtbeton gebaut: der Weismainer Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH. | Foto: Bernd Jaufmann

100 Betonmischer im Nadelöhr Innenstadt

Die größte Zerreißprobe für die Bauleiter war jedoch nicht die Statik, sondern der extreme Platzmangel. Die komplette Großbaustelle besaß nur eine einzige Zufahrt. Das Logistikteam dirigierte an Spitzentagen über 100 anrollende Betonmischfahrzeuge durch dieses urbane Nadelöhr. Die Verteilung des Materials erfolgte über sechs Hochbaukräne und eine mächtige Pumpen-Infrastruktur. Über hydraulische Drehverteiler und ein 200 Meter langes Rohrleitungssystem pumpten die Arbeiter den Frischbeton quer über das Areal in die Schalungen.

Betonieren bei Frost und Hitze

Die streng getaktete Bauzeit von vier Jahren verbot jegliche witterungsbedingten Pausen. „Ein Betonbau dieser Dimension und Arbeiten bei sämtlichen Witterungsverhältnissen und zu allen Jahreszeiten stellen zudem besondere Herausforderungen an Organisation und Bautechnik vor Ort dar“, erklärt Bauingenieur Vazquez. Fielen die Temperaturen im Winter unter den Gefrierpunkt, packten die Arbeiter die Bauteile in Dämmungen ein und heizten die Schalungen. Im Hochsommer schützten dagegen großflächige Berieselungsanlagen den frischen Beton vor dem Austrocknen und Verbrennen.

Eigene Schreinerei für Sichtbeton

Trotz des enormen Zeitdrucks und der harten Witterungsbedingungen verlangte der Freistaat Bayern als Bauherr höchste Präzision an den Oberflächen. Das Gebäude zeichnet sich durch seine acht Meter hohen Säulen und freiliegende Unterzüge aus glattem Sichtbeton aus. Für die millimetergenaue Vorfertigung der Schalungselemente baute Dechant eigens eine Schreinerei direkt auf der Baustelle auf. Zimmerleute fertigten dort die Formen für 6.000 Quadratmeter Wandfläche in der höchsten Sichtbetonklasse SB4, die der Justizfassade nun ihren markanten Charakter verleihen.

Einweihung pünktlich nach zehn Jahren Bauzeit

Ein Betonbauwerk dieser Dimension und in Innenstadtlage stellt besondere Herausforderungen an Logistik und Bautechnik. | Foto: Bernd Jaufmann
Ein Betonbauwerk dieser Dimension und in Innenstadtlage stellt besondere Herausforderungen an Logistik und Bautechnik. | Foto: Bernd Jaufmann

Vom ersten Spatenstich bis zur feierlichen Übergabe des schlüsselfertigen Gebäudekomplexes vergingen insgesamt zehn Jahre Bauzeit. Dechant hielt das für die erweiterten Rohbauarbeiten veranschlagte Zeitfenster von exakt vier Jahren pünktlich ein. „Für diese Arbeiten wurden rund vier Jahre Bauzeit veranschlagt – und pünktlich eingehalten“, bilanziert Unternehmensentwickler Philipp Vazquez. Das Justizzentrum hat seinen Betrieb am Leonrodplatz mittlerweile aufgenommen und führt die zuvor im Stadtgebiet verteilten Strafjustizbehörden an einem zentralen Standort zusammen.

Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

1
2
3

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistung

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Lieferung

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie passende Bundesländer aus.

Ausschreibungs-Radar
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Verwandte Bau-Themen:

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.

Weitere Newsletter und Informationen

Bauwirtschaft und Baupolitik. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau
Garten- und Landschaftsbau
Unterirdische Infrastruktur: Leitungsbau, Kanalsanierung und Co

Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz