Mauerwerksbau
CO₂-Reduktion ohne Statik-Verlust: Xella stellt neuen Kalksandstein vor

Die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) zwingt Planer und Bauherren vermehrt zu Lebenszyklusanalysen des gesamten Baukörpers. Mit der neuen Kalksandstein-Generation Silka CaRe präsentiert der Hersteller Xella eine mineralische Wandlösung, deren CO₂-Fußabdruck in der Herstellung um bis zu 40 Prozent geringer ausfällt.

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Der neue Xella-Kalksandstein „Silka CaRe" bietet gleiche Leistung bei weniger CO2-Ausstoß. Die Abkürzung „CaRe“ steht für „Carbon Reduced". Um die CO₂-Emissionen bei der Produktion zu senken, setzt der Baustoffkonzern an zwei Hebeln an. Zum einen wird für die Herstellung ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien genutzt. Zum anderen wurde die chemische Baustoffrezeptur des Steins verändert. „Unser Ziel war klar. Wir wollten den CO₂-Fußabdruck unserer Kalksandsteine deutlich senken, ohne die technische Leistungsfähigkeit zu verändern“, schildert Dr. Dr. Thomas Hurnaus, Geschäftsführer der Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft mbH, den Ansatz. Durch eine effizientere Ausnutzung konnte der Kalkeinsatz im Werk drastisch reduziert werden.
Gewohnte statische Kennwerte bleiben erhalten
Für Architekten und Statiker ändert sich bei der Tragwerksplanung trotz der neuen Rezeptur nichts. Der neue Silka CaRe erreicht die Rohdichteklasse 2,0 und die Druckfestigkeitsklasse 16. Die charakteristische Mauerwerksdruckfestigkeit liegt bei einem Wert von fk = 11,2 N/mm², wodurch der Stein den statischen Regelfall im mehrgeschossigen Wohnungs- und Gewerbebau sicher abdeckt. Auch die bewährten bauphysikalischen Eigenschaften des bisherigen Silka-Systems hinsichtlich des Schall-, Brand- und Wärmeschutzes bleiben uneingeschränkt bestehen. Hurnaus: „Das ist für uns der eigentliche Technologiesprung.“
Volle Kompatibilität mit dem XL-Rastermaß

Der neue Stein lässt sich ohne Änderungen in bestehende Werkplanungen integrieren. Mit den Elementformaten 498 mal 498 Millimeter und 998 mal 498 Millimeter fügt sich Silka CaRe nahtlos in das Großformat-Rastermaß des Silka XL Systems ein. Auf der Baustelle kann das Material mit den gewohnten Versetzgeräten und Minikranen im schnellen Takt verarbeitet werden, zusätzliche Schulungen der Maurer oder veränderte Arbeitsabläufe sind nicht nötig.
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CO₂-Aufnahme während der Nutzungsphase
Zur Gesamtbilanzierung des Baustoffs trägt zudem ein natürlicher chemischer Prozess bei. Während des jahrzehntelangen Gebäudelebenszyklus nimmt der Kalksandstein kontinuierlich Kohlendioxid aus der Umgebungsluft auf und bindet es dauerhaft im Mauerwerk. Diese sogenannte Rekarbonatisierung wird in der Lebenszyklusanalyse (LCA) im Modul B1 berücksichtigt. Sie verbessert die ökologische Gesamtbewertung des Baustoffs im Vergleich zu nicht-mineralischen Wandbildnern am Ende der Nutzungsphase noch einmal deutlich.
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