Roboter druckt Grundrisse auf den Baustellenboden
Er ist erst seit wenigen Monaten auf dem deutschen Markt: Der „HP SitePrint“, ein mobiler Markierungsroboter, der automatisiert Grundrisse auf den Baustellenboden überträgt. Zusammen mit einer Totalstation kann er so eine wichtige Aufgabe der Baustellenvorbereitung übernehmen – und braucht dafür nur die Beaufsichtigung durch einen Operator.

Bauroboter HP SitePrint in der Live-Präsentation
Um das live zu erleben, kamen rund 20 Fachleute am 17. April auf Einladung des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen zu einem Innovationstag auf die Baustelle der Gottfried Stehnke Bauunternehmung nach Bremerhaven. Dort wurde der Markierungsroboter von der Fima Allsat aus Hannover vorgeführt, die den Exklusivvertrieb für den Roboter in Deutschland übernommen hat. Fast wäre die Live-Präsentation auf der Baustelle wegen des Regenwetters ins Wasser gefallen, doch sie wurde kurzerhand ins trockene Innere des Erdgeschosses verlegt. Obwohl der Roboter dort nur im Testmodus arbeiten konnte, beeindruckte er mit seiner Präzision.

Das kann der Bauroboter HP SitePrint
Der Druckroboter erinnert in Größe und Bauweise an einen Staubsauger: Das knapp 9 kg schwere Gerät hat drei Räder und ein integriertes Tracking-Prisma, die Druckdüse befindet sich auf der Unterseite. Zum Drucken werden verschiedene Tinten verwendet, je nach dem Untergrund, der bedruckt werden soll. Das kann Beton, Asphalt oder Holz sein, oder auch Terrazzo, Epoxidharz oder Vinyl. Über Sensoren kann er unbekannte Hindernisse erkennen, sie vermeiden auch, dass er an Kanten abstürzt. Flache Hindernisse wie Kabel kann er überwinden, auch unebene, staubige oder feuchte Böden sind kein Problem.

So funktioniert der Bauroboter HP SitePrint

Die Gäste des Innovationstages wie Jörg Osmers, Leiter Bauen im Bestand bei der Alfred Döpker Bauunternehmung aus Oldenburg, zeigen sich beeindruckt von der Leistung des robusten kleinen Roboters. Aber hält auch die Tinte? Fast jeder schubbert mit den Schuhen mal an der Schrift herum. Sie hält. Denn sie ist genau auf die Anforderung der Baustelle abgestimmt. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben und mit verschiedener Haltbarkeit, von schnell bis langsam verblassend. Ob sie also Tage, Wochen oder Monate halten soll, lässt sich anpassen.
Was der Bauroboter HP SitePrint nicht so gut kann
Wo der Markierungsroboter an seine Grenzen stößt, wurde bei der Vorführung auf der Bremerhavener Baustelle schnell deutlich: Denn in Pfützen kann er nicht drucken, der Boden muss schon besenrein und trocken sein. Ganz an die Wand schafft er es mit dem Druck nicht, da bleiben wegen seiner Bauweise 20 cm Abstand übrig. Kreise kann er bis 5,2 cm und dann erst wieder ab 30 cm Durchmesser drucken, Polylinien sind ab 15 cm Radius machbar. Und wenn Hindernisse wie Stützen oder Menschen den Kontakt zur Totalstation unterbrechen, braucht der Roboter einen neuen Anlauf.





