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Bausoftware: Wie Köster Baufortschritte in 360 Grad dokumentiert

Bausoftware: Wie Köster Baufortschritte in 360 Grad dokumentiert
Soll-Ist-Vergleich: Beim 360-Grad-Rundgang werden ganze Bereiche der Baustelle erfasst und als virtuell begehbarer Projektstand zur Verfügung gestellt. | Foto: Köster

Wer den Baufortschritt auf Großbaustellen mit unzähligen Einzelfotos dokumentiert, verliert schnell den Überblick. Das Bauunternehmen Köster geht einen anderen Weg: Mit einer 360-Grad-Kamera auf dem Helm und der Software Dalux SiteWalk werden komplette virtuelle Rundgänge erstellt. Das bringt handfeste Vorteile bei der Qualitätssicherung.


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Auf großen Baustellen müssen viele Beteiligte denselben Bauzustand beurteilen können: Bauleitung, Qualitätssicherung, Innendienst, Sicherheitsverantwortliche sowie Planungs- und BIM-Teams benötigen einen verlässlichen Blick darauf, was vor Ort tatsächlich gebaut, montiert oder bereits abgeschlossen wurde. In der Praxis ist das nicht immer einfach – vor allem dann, wenn Projekte über mehrere Standorte laufen und nicht alle Beteiligten regelmäßig auf der Baustelle sind.

Automatisierte Verortung der Aufnahmen auf digitalen Plänen

Die Köster GmbH setzt dafür auf 360°-Rundgänge mit Dalux. Das Bauunternehmen macht Baustellenstände so virtuell nachvollziehbar und schafft eine gemeinsame visuelle Grundlage für Baufortschritt, Qualität und Abstimmung. Die Aufnahmen werden auf digitalen Plänen automatisiert verortet und stehen im Projektkontext zur Verfügung. So lassen sich Fortschritte besser einschätzen, Qualitätsfragen konkreter klären und Abstimmungen gezielter vorbereiten.

Dalux als zentraler Baustein der Digitalisierungsstrategie

Köster zählt zu den großen Bauunternehmen in Deutschland und arbeitet mit rund 20 Niederlassungen bundesweit an einer Vielzahl von Bauvorhaben. Dalux ist dabei fester Teil der Digitalisierungsstrategie: Neben Planmanagement und zentralen Baustellenprozessen wie Mängelmanagement, Qualitätssicherung, Bautagesberichten und Checklisten ergänzt Dalux SiteWalk die digitale Umgebung um 360°-Rundgänge.

Für Philipp Dubicki, BIM-Berater im Geschäftsführungsbereich Hochbau Nord bei Köster, ist gerade diese Bündelung wichtig: „Auf einer Baustelle ist es entscheidend, dass ein digitales Werkzeug Prozesse nicht komplizierter macht, sondern einfacher. Mit Dalux können wir mehrere zentrale Anwendungsfälle in einer Umgebung abbilden – das erleichtert die tägliche Nutzung im Projektteam.“

Fotodokumentation sichert später unsichtbare Bauzustände

Auch nach längerer Zeit lassen sich die unterschiedlichen Baufortschritte visuell miteinander vergleichen. | Foto: Köster
Auch nach längerer Zeit lassen sich die unterschiedlichen Baufortschritte visuell miteinander vergleichen. | Foto: Köster

Das zeigt sich vor allem in der Fotodokumentation. Sie ist fester Bestandteil des Baustellenalltags, schafft Transparenz, unterstützt die Qualitätssicherung und hält fest, wie bestimmte Leistungen ausgeführt wurden – besonders bei Bauzuständen, die später nicht mehr sichtbar sind, etwa vor dem Schließen von Wänden, vor Betonagen oder bei Leitungen und Einbauten.

Mit zunehmender Projektgröße wächst der Aufwand, Aufnahmen eindeutig einem Ort, Zeitpunkt und Bauzustand zuzuordnen. Einzelbilder zeigen meist nur Ausschnitte; schnell entsteht eine unübersichtliche Ablage. Die Dokumentation hält vieles fest, ist im laufenden Projekt aber nicht immer schnell genug nutzbar.

Helmkamera erfasst beim Begehen die gesamte Baustelle

Die Aufnahmen der Helmkamera werden mit dem zurückgelegten Weg verknüpft, digitalen Plänen zugeordnet und in der Plattform bzw. App bereitgestellt. | Foto: Dalux
Die Aufnahmen der Helmkamera werden mit dem zurückgelegten Weg verknüpft, digitalen Plänen zugeordnet und in der Plattform bzw. App bereitgestellt. | Foto: Dalux

360°-Rundgänge setzen anders an. Statt einzelne Details punktuell zu fotografieren, werden ganze Bereiche der Baustelle erfasst und als virtuell begehbarer Projektstand zur Verfügung gestellt. Dafür wird eine 360°-Kamera mit der Dalux-App verbunden und während eines Rundgangs auf einem Bauhelm montiert. Die Aufnahmen werden mit dem zurückgelegten Weg verknüpft, digitalen Plänen zugeordnet und anschließend in der Plattform beziehungsweise App bereitgestellt.

So entsteht statt vieler Einzelaufnahmen ein zusammenhängender Projektstand. Projektteams können sich virtuell durch die Baustelle bewegen, einzelne Punkte aufrufen und Bauzustände über verschiedene Zeitpunkte hinweg vergleichen. Die Dokumentation wird dadurch nicht nur vollständiger, sondern vor allem im Alltag besser nutzbar – für Abstimmungen, Qualitätsfragen, Baufortschrittskontrolle und spätere Nachweise.

Feste Routen erzeugen lückenlose visuelle Projekthistorie

In der Praxis ist der Ablauf sehr einfach gehalten: Kamera verbinden, Startpunkt im Plan festlegen und den relevanten Bereich ablaufen. Die entstandenen 360°-Aufnahmen werden anschließend automatisiert im Projekt verortet und können von berechtigten Mitarbeitenden aufgerufen werden.

Für die Vergleichbarkeit empfiehlt sich ein regelmäßiger Rhythmus. Läuft das Team möglichst denselben Weg, lassen sich verschiedene Zeitpunkte gut gegenüberstellen. So entsteht Schritt für Schritt eine visuelle Projekthistorie, die als Arbeitsgrundlage für die Baustellensteuerung dient. „Wenn wir regelmäßig denselben Bereich ablaufen, können wir den Baufortschritt jederzeit sehr gut nachvollziehen“, so Dubicki. „Das ist deutlich übersichtlicher, als viele einzelne Fotos zu erstellen und diese anschließend zusammenzustellen.“

Entscheidungen auf Basis nachvollziehbarer Daten

Für Köster liegt der Nutzen nicht nur in der schnelleren Dokumentation. Wenn Projektteams Baufortschritte räumlich nachvollziehen können, werden Entscheidungen fundierter. Offene Punkte lassen sich konkreter ansprechen, Abweichungen früher erkennen und Abstimmungen besser vorbereiten.

Für Qualitätssicherung und Abstimmungen ist ein aktueller, nachvollziehbarer Blick auf den tatsächlichen Bauzustand besonders wichtig. Prüfungen, Rückfragen und Entscheidungen beziehen sich häufig auf konkrete Situationen vor Ort. Einzelne Fotos zeigen dabei oft nur Ausschnitte, ein 360°-Rundgang bildet den räumlichen Zusammenhang ab.

Digitaler Soll-Ist-Abgleich für Planungs- und BIM-Teams

Köster Bau nutzt den Dalux Sitewalk etwa beim Überprüfen der TGA: Die Verantwortlichen können so Bauzustände aus der Ferne einsehen und Auffälligkeiten gezielter mit dem Team vor Ort besprechen. | Foto: Köster
Köster Bau nutzt den Dalux Sitewalk etwa beim Überprüfen der TGA: Die Verantwortlichen können so Bauzustände aus der Ferne einsehen und Auffälligkeiten gezielter mit dem Team vor Ort besprechen. | Foto: Köster

Qualitätsverantwortliche erhalten dadurch eine breitere Grundlage für ihre Arbeit. Sie können Bauzustände aus der Ferne einsehen, Fragen vorbereiten und Auffälligkeiten gezielter mit dem Team vor Ort besprechen. Auch Planungs- und BIM-Teams profitieren: Sie können den tatsächlichen Baustand mit digitalen Plänen abgleichen und Anpassungsbedarf besser einordnen. Das ersetzt nicht jede Begehung, macht Abstimmungen aber konkreter: Alle Beteiligten blicken auf denselben Projektstand und können sich auf denselben Punkt auf der Baustelle beziehen.

Transparente Abstimmung mit Bauherren und Nachunternehmern

Dasselbe gilt für die Kommunikation mit Auftraggebern und Nachunternehmern. Bauzustände lassen sich anhand konkreter Aufnahmen besprechen, statt nur auf Beschreibungen, E-Mails oder einzelne Fotos zurückzugreifen. Gerade bei komplexen Projekten schafft ein visueller, zeitlich nachvollziehbarer Projektstand eine gemeinsame Basis und kann helfen, Missverständnisse frühzeitig zu vermeiden.

Bauzustände stichhaltig belegen

Baudokumentation ist nicht nur im laufenden Projekt wichtig. Sie kann auch dann entscheidend werden, wenn im Nachhinein Fragen aufkommen: etwa wann eine Leistung erbracht wurde, ob ein Bauteil vor dem Schließen eines Bereichs sichtbar war oder welcher Bauzustand zu einem bestimmten Zeitpunkt vorlag. Einzelne Fotos können hier helfen, bilden aber häufig nur Ausschnitte ab. Der SiteWalk hält den größeren Zusammenhang fest und erlaubt es, den Bereich virtuell zu begehen.

Stichhaltiger Nachweis erbrachter Leistungen im Streitfall

„Wir hatten bereits den Fall, dass wir anhand eines vorhandenen SiteWalks nachvollziehen und belegen konnten, wie der Bauzustand zu einem bestimmten Zeitpunkt aussah“, sagt Dubicki. „Solche Beispiele zeigen, welchen Wert eine umfassende visuelle Dokumentation haben kann – besonders dann, wenn später Fragen oder Hinweise zu einer Ausführung aufkommen. Das macht SiteWalk zu mehr als einem Dokumentationswerkzeug. Es unterstützt unsere Qualitätssicherung, erleichtert die Projektkommunikation und kann im Zweifel zur Absicherung beitragen.“

Je regelmäßiger und strukturierter die Rundgänge erfolgen, desto belastbarer wird die visuelle Projekthistorie. Für Köster entsteht dadurch eine zusätzliche Grundlage, um Bauzustände einzuordnen und Entscheidungen nachvollziehbarer zu machen.

Fazit: Visuelle Dokumentation als Arbeitsgrundlage

Mit 360°-Rundgängen macht Köster Bauzustände nicht nur sichtbar, sondern im Projektalltag strukturiert nutzbar. So entsteht eine gemeinsame visuelle Arbeitsgrundlage für Bauleitung, Qualitätssicherung, Innendienst, Sicherheitsverantwortliche und weitere Projektbeteiligte.

Damit wird aus Baudokumentation ein Werkzeug für bessere Steuerbarkeit: Informationen lassen sich schneller finden, Entscheidungen fundierter vorbereiten und Bauzustände über den Projektverlauf hinweg transparenter nachvollziehen.


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