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Teure Sanierungsfehler: Falsches Dämmen kostet Tausende Euro

Teure Sanierungsfehler: Falsches Dämmen kostet Tausende Euro
Teure Fehler bei der Altbausanierung: Der Bauherren-Schutzbund warnt vor hohen Folgekosten von unsachgemäßen Gebäudemodernisierungen. | Foto: BSB

Die Energiewende im eigenen Heim klingt verlockend: neue Heizung, dicke Dämmung, niedrige Kosten. Doch wer die Sanierung seines Altbaus planlos anpackt, zahlt oft bitteres Lehrgeld. Eine neue Studie des Bauherren-Schutzbundes (BSB) zeigt an echten Schadensfällen, wie schnell vermeintliche Schnäppchen zu finanziellen Albträumen werden.

Feuchter Keller nach Heizungstausch: 50.000 Euro Schaden

Wer eine alte Heizanlage modernisiert, greift tief in die Bauphysik des Hauses ein. In einem Fall, den der BSB nennt, dämmten Eigentümer ihr Mehrfamilienhaus und bauten eine neue, effiziente Heizung ein, ohne den feuchten Keller zu prüfen. Die Abwärme des alten, ungedämmten Kessels hatte die feuchten Wände bis dahin unbemerkt trocken geheizt. Nach dem Heizungstausch fiel diese Wärmequelle weg. Die Feuchtigkeit drückte ungehindert durch das Mauerwerk, zerstörte den Putz und hinterließ modrigen Geruch. Die nachträgliche, aufwendige Abdichtung des Kellers kostete die Besitzer rund 50.000 Euro.

Nasse Dämmung an der Fassade kostet 38.000 Euro

Der Zeitdruck auf Baustellen verleitet Handwerker immer wieder zu riskantem Vorgehen. Bei einer Fassadendämmung lagerten die Mineralwolle-Platten ungeschützt im Regen und saugten sich voll Wasser. Die Arbeiter verbauten und verputzten das nasse Material trotzdem. Erst ein später eingeschalteter Bausachverständiger deckte die nasse Sünde auf. Da die Platten unter dem Putz nicht mehr trocknen konnten und ihre Dämmwirkung verloren, musste das gesamte Wärmedämm-Verbundsystem wieder mühsam heruntergerissen und neu aufgebaut werden. Die unnötige Sanierung wegen Pfusch schlug mit 38.000 Euro zu Buche.

Falsche Lüftung führt zu Schimmel im Dach: 25.000 Euro Kosten

Auch scheinbar harmlose Nachlässigkeiten während der Bauphase können verheerende Folgen haben. Nach dem Einbringen des neuen, feuchten Estrichs in den Wohnräumen ließen die Eigentümer die Luke zum kalten Dachboden sperrangelweit offen, um die Wohnung zu lüften. Die feuchtwarme Luft stieg nach oben und kondensierte an den eiskalten Holzfaserplatten des Dachstuhls. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich hartnäckiger Schimmel im gesamten Gebälk aus. Die chemische Reinigung, die Trocknung der Holzkonstruktion und der Einbau einer neuen, gedämmten Bodentreppe kosteten die geschockten Bauherren am Ende rund 25.000 Euro.

Falsch geplante Wärmepumpe treibt Heizkosten in die Höhe

Ein fataler Fehler ist es auch, den Sanierungsfahrplan eigenmächtig abzuändern. Auf Basis einer Energieberatung ließen Hausbesitzer eine neue Wärmepumpe installieren. Die eigentlich fest eingeplante Dämmung der Außenwände verschoben sie jedoch aus Kostengründen, ohne den Heizungsbauer zu informieren. Die Wärmepumpe war für das ungedämmte Haus viel zu schwach dimensioniert. Um die Räume im Winter warm zu bekommen, lief die Anlage permanent unter Volllast mit teurem Heizstab-Strom. Um den Fehler zu korrigieren, mussten die Eigentümer nachträglich für 16.000 Euro spezielle Niedertemperatur-Heizkörper einbauen lassen.

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Unabhängiger Baubegleiter schützt vor finanziellem Risiko

Damit die Modernisierung des Altbaus nicht im Desaster endet, gibt die Studie privaten Bauherren konkrete Verhaltensregeln an die Hand. Er rät, Sanierungsvorhaben frühzeitig vorzubereiten und nicht allein nach einzelnen Angeboten oder kurzfristigen Förderanreizen zu entscheiden. Ein unüberlegtes Stückwerk bei der Sanierung rächt sich fast immer, die Abstimmung aller Einzelmaßnahmen auf Gebäudehülle, Anlagentechnik und Nutzung sei entscheidend. Am besten, ein unabhängiger Energieberater analysiert das gesamte Gebäude analysieren. Zudem warnt der BSB davor, blind den Versprechungen der Handwerkerfirmen zu vertrauen. Eine baubegleitende Qualitätskontrolle durch einen neutralen Sachverständigen koste zwar eine vergleichsweise geringe Gebühr, decke aber Pfusch wie nasse Dämmplatten auf, bevor der Putz darüber liegt und der Schaden im verborgenen wächst.

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