Gewinnung
Neuer Großbagger spart 50 Prozent Diesel: Holcim stellt Abbau um

Der Baustoffhersteller Holcim hat das Abbaukonzept in seinem Gewinnungsbetrieb in Beckum umgestellt. Durch den Wechsel auf den Tieflöffelbetrieb und den Einsatz eines rund 100 Tonnen schweren Komatsu PC950LC-11 soll der Dieselkraftstoffbedarf im Steinbruch um rund 50 Prozent sinken.

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Die Restrukturierung der Rohstoffgewinnung in Beckum zielt auf eine signifikante Senkung der Betriebskosten und CO₂-Emissionen ab. Bislang nutzte der Zementhersteller für die Gewinnung ein Großgerät der 300-Tonnen-Klasse mit Hochlöffelausrüstung. Mit der Inbetriebnahme des Komatsu PC950LC-11 erfolgt der Abbau nun im Tieflöffelbetrieb mit einer rund 100 Tonnen schweren Maschine.
Laut Unternehmensangaben führt diese Gewichtsreduzierung zu keinerlei Leistungseinbußen beim Materialumschlag. Durch das geringere Systemgewicht und moderne Motorentechnologie wird im laufenden Betrieb eine Reduzierung des Dieselverbrauchs von rund 50 Prozent prognostiziert. Dies verbessert die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) des Standorts und reduziert die CO₂-Bilanz der Rohstoffgewinnung.
Abbaukonzepte im Vergleich
Beim alten Abbaukonzept kam ein 300-Tonnen-Großgerät im Hochlöffeleinsatz zum Einsatz, bei dem das Material von unten nach oben abgebaut wurde. Dieser Prozess war jedoch mit hohen Betriebskosten, einem massiven Dieselverbrauch und eingeschränkter Flexibilität verbunden.
Das neue Konzept setzt dagegen auf einen wendigen 100-Tonnen-Bagger vom Typ Komatsu PC950LC-11 im Tieflöffelbetrieb. Die Maschine löst das Material im mechanischen Reißeinsatz von oben nach unten. Der entscheidende Vorteil dieser Umstellung liegt in der erwarteten Dieseleinsparung von rund 50 Prozent bei identischer Abbauleistung.
100-Tonnen-Bagger im Reißeinsatz

In dem Beckumer Steinbruch wird das Material, ein anstehender Kalkmergel, rein mechanisch gelöst. Der Verzicht auf Sprengungen erfordert hohe Reiß- und Losbrechkräfte der Lademaschine. Der neue Komatsu-Bagger wurde speziell für diesen anspruchsvollen Reißeinsatz konfiguriert.
Für den schnellen Werkzeugwechsel ist der Großbagger mit einem hydraulischen Schnellwechsler des norwegischen Herstellers Klepp Mek ausgerüstet. Dies ermöglicht dem Bediener den zügigen Wechsel zwischen verschiedenen schweren Anbaugeräten für den Direktabbau. Mit dem Reißzahn erfolgt das mechanische Aufbrechen und Lockern der kompakten Kalkmergelschichten, während der Reißlöffel für das gleichzeitige Lösen und Laden des Materials auf die Muldenkipper genutzt wird. Diese transportieren den Rohstoff zur Weiterverarbeitung direkt in das Zementwerk.
Beratung und technischer Service durch Schlüter Baumaschinen
Die Abwicklung, anwendungsspezifische Beratung und anschließende Betreuung des Projekts übernahm das Familienunternehmen Schlüter für Baumaschinen mit Hauptsitz in Erwitte. Der Vertragshändler für Komatsu und Sennebogen hat bundesweit über 30 Standorte. Neben dem Verkauf der Maschinen bietet das Unternehmen integrierte Dienstleistungen in den Bereichen Kundendienst, Ersatzteilversorgung, Vermietung sowie maßgeschneiderte Finanzierungslösungen an. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Konzeptionierung und Optimierung von Systemlösungen für komplexe Anwendungen.
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