Newsletter abonnieren

Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche.

Datenschutz-Bestimmungen

Abbruch/

Grobstücksiebanlage & Klassiersieb: Effiziente Baustoff-Aufbereitung

Grobstücksiebanlage & Klassiersieb: Effiziente Baustoff-Aufbereitung
Die Grobstücksiebanlage Mobiscreen MSS 808 Evo ist konzipiert für wechselnde Herausforderungen in unterschiedlichen Einsatzgebieten. | Foto: Wirtgen Group

Wie holen Bauunternehmen das Maximum aus ihrer Siebtechnik? Ob massiver Fels oder feinste Körnung: Die Wahl zwischen Grobstücksiebanlage und Klassiersieb sowie die exakte Konfiguration der Siebmedien entscheiden über Durchsatz und Verschleiß. Ein Praxis-Leitfaden für eine wirtschaftliche Aufbereitung von Baustoffen direkt auf der Baustelle.


Anzeige
Carhartt zeigt, wie moderne Workwear vor UV schützt

Carhartt zeigt, wie moderne Workwear vor UV schützt

Warum UV-Schutz nicht bei Sonnencreme endet: Carhartt zeigt, wie moderne Workwear vor UV-Strahlung auf der Baustelle schützt.


Die Hauptaufgabe von Grobstücksiebanlagen, häufig auch Scalper oder Schwerlastsiebe genannt, ist es, das Material schon vor der ersten Brechstufe zu sortieren. Die Bezeichnung macht deutlich: Die Anlagen sind für die Beschickung mit grobem, massivem Aufgabegut gemacht. Aus dem Aufgabetrichter gelangt das Material unmittelbar auf das obere Siebdeck. Das Überkorn gelangt in direkter Materialflussrichtung über das Siebdeck auf das Hauptaustragsband. So kommen die Grobstücksiebanlagen auch mit massiven Brocken zurecht.

Die Beschickung der Anlagen erfolgt häufig per Radlader entweder von der Seite oder von hinten. Die optional erhältlichen Trichtereinfüllhilfen sind unabhängig voneinander klappbar und ermöglichen eine Beschickung auch mit breiteren Schaufeln von hinten oder verhindern bei seitlicher Beschickung ein Überschütten auf der gegenüberliegenden Trichterseite.

Flexibilität im Anlagenzug: Grobstücksieb als Klassiersieb nutzen

Die flexiblen Grobstücksiebanlagen können in einem Anlagenzug auch als Klassiersieb eingesetzt werden und aus dem gebrochenen Gestein bis zu drei Fraktionen absieben. Hierfür ist die Trichterrückwand der Kleemann Grobstücksiebanlagen mindestens in zwei Höhen, im Fall der Mobiscreen MSS 802 Evo sogar in drei Höhen, klappbar. Das soll eine optimale Materialübergabe auch bei geringer Aufgabehöhe eines vorgeschalteten Brechers ermöglichen.

Verschleißschutz und Plattenband bei scharfkantigem Aufgabematerial

Unter bestimmten Bedingungen kann der in Kleemann Grobstücksiebanlagen im Standard eingesetzte Fördergurt des Aufgabebandes an seine Grenzen stoßen. So kann sehr grobes, scharfkantiges Aufgabegut beispielsweise den Fördergurt beschädigen. Bei plattigem, mit Lehm verklebten Gestein wiederum kann der glatte Gurt unter dem Aufgabematerial hindurchrutschen, insbesondere wenn es sehr feucht ist. Um diese Komplikationen zu vermeiden, können die Grobstücksiebanlagen mit einem robusten Plattenband ausgestattet werden. Zudem lassen sich Materialbremsen und/oder Kettenvorhänge aufgabe- und abwurfseitig am Siebkasten installieren. Dies verhindert, dass grobes Gestein ungebremst auf das Hauptaustragsband auftrifft und es so beschädigen bzw. die Haltbarkeit des Fördergurtes verringern kann.

Klassiersiebanlage für hochwertige Endkörnung und präzise Fraktionen

Kleemann Anlagenzug, bestehend aus einem mobilen Backenbrecher Mobicat MC 120 Pro, einem mobilen Kegelbrecher Mobicone MCO 110 Pro, den mobilen Klassiersiebanlagen Mobiscreen MSC 952 und MSC 953 sowie einem mobilen Haldenband MBT 20. | Foto: Wirtgen Group
Kleemann Anlagenzug, bestehend aus einem mobilen Backenbrecher Mobicat MC 120 Pro, einem mobilen Kegelbrecher Mobicone MCO 110 Pro, den mobilen Klassiersiebanlagen Mobiscreen MSC 952 und MSC 953 sowie einem mobilen Haldenband MBT 20. | Foto: Wirtgen Group

Der Profi für hochwertige End- oder wichtige Zwischenprodukte ist die Klassiersiebanlage. Hier werden kleinstückige, zumeist vorgebrochene Materialien verarbeitet. Klassiersiebe sind in mehrstufigen Brech- und Siebstufen unabdingbar, werden jedoch ebenso häufig als Einzelmaschine betrieben.

Klassiersiebe der Mobiscreen MSC Evo-Reihe verfügen über Aufgabetrichter mit sehr großem Fassungsvermögen. Aufgegeben wird hier per Radlader, Bagger oder über eine vorgeschaltete Brech- oder Siebanlage. Nach Herstellerangaben sichert die sich öffnende Trichterbreite hier einen guten Materialfluss. Da Klassiersiebe in der Regel mit feinerem Material beschickt werden, sind die Anlagen im Gegensatz zu den Grobstücksiebanlagen weniger umfassend mit Aufprall- oder Verschleißschutz ausgestattet.

Materialfluss und Schichthöhe: Stellschrauben für optimale Siebergebnisse

Der Materialfluss bestimmt den Durchsatz und das Endergebnis, das exakt klassiert sein sollte. Die Anforderungen an den Materialfluss beginnen schon bei der Aufgabe: So hat die Geschwindigkeit des Aufgabebandes neben anderen Faktoren einen direkten Einfluss auf die Schichthöhe auf den unterschiedlichen Decks des Siebkastens. Wird die Schichthöhe auf einem der Siebdecks zu hoch, verschlechtert sich die Qualität des abgesiebten Materials unmittelbar. Ein ausgezeichnetes Siebergebnis eines Klassiersiebes ist am Ende ein komplexes Zusammenspiel aus der Einstellung der Geschwindigkeiten des Trichterabzugsbandes und des Aufgabebandes, der Einstellung der Dosierklappe, der Position des Aufgabebandes relativ zum Siebkasten, der Einstellung der Prallplatte, der Siebkastenneigung sowie dessen Amplitude und der richtigen Wahl der Siebmedien. Weniger umfangreich sind die Einflussparameter bei einem Grobstücksieb, weil hier die Anforderungen an die Qualität des Siebgutes zumeist niedriger als bei einem Klassiersieb sind. Das Siebergebnis wird bei diesen Anlagen über die Geschwindigkeit des Aufgabebandes, die Siebkastenneigung und dessen Amplitude sowie die richtige Wahl der Siebbeläge beeinflusst.

Auswahl der richtigen Siebmedien bei klebrigem oder feuchtem Siebgut

Die richtige Wahl der Siebmedien für eine Siebanlage ist ausschlaggebend für das Siebergebnis. Die Siebmedien sollten auf die Anwendung abgestimmt sein. Dabei kommt es nicht nur auf die richtige Wahl des für die Zielkorngröße passenden Öffnungsquerschnitts an. So herrschen im Oberdeck einer Grobstücksiebanlage hohe Belastungen, weil hier oft grobe, teils scharfkantige Gesteinsbrocken auf die Siebbeläge prallen. Hier sind robuste Siebmedien gefragt: Je nach Anwendung kommen häufig Fingersiebe, Spaltroste oder Lochbleche zum Einsatz.

Trockenes Material bis zu einer Korngröße von vier Millimetern kann je nach Anspruch an Trennschnitt und Siebleistung mit gewöhnlichen Quadrat- oder Langmaschen sowie Pianoharfen abgesiebt werden. Anspruchsvoller wird es, wenn noch feiner abgesiebt werden soll und/oder das Material feucht, klebrig oder faserig ist. Hier geht es ins Detail: Dünnere Drahtstärken reduzieren die Gefahr von Anbackungen und vergrößern die offene Siebfläche des Siebkastens und damit die Leistung der Siebanlage. Gleichzeitig verringert sich mit der Drahtstärke die Standzeit des Siebbelags. Hier muss zwischen der höheren Leistung und den Kosten für Ersatzbeläge sowie für die Standzeit der Anlage für den Belagwechsel abgewogen werden. Die Form der Drahtgewebe kann ebenfalls helfen, einen Siebbelag vor dem Verblocken zu schützen oder zumindest länger freizuhalten: Bei bestimmten Harfenformen werden die „Maschen“ ebenfalls zum Schwingen angeregt und „schütteln“ so die Anhaftungen ab. Auch das Material spielt im Grenzbereich eine entscheidende Rolle: So neigt ein Edelstahlgewebe weniger zum Verkleben als ein gewöhnliches Drahtgewebe. Gummisiebbeläge wiederum halten sich durch die Eigenbewegung des durch die Schwingung des Siebkasten angeregten Materials länger frei als Drahtgewebe. Nachteilig ist hier der materialbedingt notwendige breitere Steg zwischen den Öffnungen und die damit verbundene Reduzierung der Siebleistung sowie der zumeist hohe Preis des Siebbelags.

Siebkastenneigung und Bananensieb zur Maximierung der Siebeffizienz

Für einen optimalen Trennschnitt ist es entscheidend, die Verweildauer des Materials auf dem Siebdeck je nach Bedarf beeinflussen zu können. Das erfolgt in erster Linie durch die Neigung des Siebkastens: Eine steile Einstellung erhöht die Siebleistung, verringert jedoch unter Umständen auch die Produktqualität durch Unterkorn im Überkorn. Bei flach eingestellten Siebkästen ist die Trennschärfe höher, jedoch im Umkehrschluss die Siebleistung geringer. Hier gilt es den besten Kompromiss zwischen hoher Leistung und gewünschter Produktqualität genau auszuloten.

Bei Grobstücksiebanlagen ist der Einstellbereich großzügig und liegt zwischen 15,4 und 20 Grad (MSS 502/802 Evo) und 12,5 bis 17 Grad (MSS 1102 Pro). Das Unterdeck dieser Anlagen entspricht der Form eines sogenannten Bananensiebs: Die Aufgabeseite hat einen steileren Winkel als die Abwurfseite. So wird zunächst eine hohe Fließgeschwindigkeit und eine schnelle Verteilung des Materials erreicht, um schließlich in Richtung Abwurfseite des Decks langsamer zu fließen und folglich länger auf dem Siebdeck zu verweilen, um eine hohe Trennschärfe zu erreichen. Diese Form des Siebdecks erhöht die Siebeffizienz um bis zu zehn Prozent.

Da mit Klassiersieben zumeist feinere Körnungen mit hoher Qualität abgesiebt werden sollen, ist ein noch größerer Einstellbereich der Siebneigung notwendig. Bei den Klassiersiebanlagen Mobiscreen MSC Evo reicht dieser von 20 bis 38 Grad.

Mit einer durchdachten Wahl der Anlage und einer auf das Aufgabematerial optimal abgestimmten Konfiguration lässt sich am Ende nicht nur die Qualität und Ausbringungsmenge des Endprodukts optimieren. Durch möglichst geringen Verschleiß werden auch die Materialkosten niedrig gehalten – sprich, ein qualitativ hochwertiges Ergebnis mit niedrigen Kosten pro produzierter Tonne.


Mehr zum Thema:


Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

1
2
3

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistung

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Lieferung

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie passende Bundesländer aus.

Ausschreibungs-Radar
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Verwandte Bau-Themen:

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.

Weitere Newsletter und Informationen

Bauwirtschaft und Baupolitik. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau
Garten- und Landschaftsbau
Unterirdische Infrastruktur: Leitungsbau, Kanalsanierung und Co

Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz