Trinkwasserhygiene
Automatische Spülung und Sensorik in einem System

Das VAG Duojet @On Smart Be- und Entlüftungsventil vereint erstmals automatisierte Hygienespülung und intelligente Netzüberwachung in einer einzigen Armatur und wurde im Mai 2026 auf der IFAT in München von Georg Fischer vorgestellt.

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Durch integrierte Sensorik und eine konfigurierbare Spülfunktion wird die Einhaltung von Hygieneanforderungen sichergestellt und der Betriebsaufwand deutlich reduziert. Gleichzeitig ermöglicht das System eine kontinuierliche Überwachung relevanter Netzparameter und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu einer sicheren und nachhaltigen Trinkwasserversorgung.
Mit steigenden Anforderungen an die Betriebssicherheit und die Trinkwasserqualität moderner Trinkwassernetze verändert sich die Rolle klassischer Armaturen grundlegend. Einzelne Funktionen isoliert zu betrachten reicht heute nicht mehr aus. Gefragt sind integrierte Lösungen, die Hygienesicherheit und Netzüberwachung in einem ganzheitlichen Ansatz verbinden. Vor diesem Hintergrund wurde das VAG Duojet @On Smart Be- und Entlüftungsventil entwickelt und Anfang Mai 2026 auf der IFAT in München als serienreife Lösung vorgestellt. Es markiert den nächsten Entwicklungsschritt einer bewährten Armatur hin zu einer intelligenten Systemkomponente.
Trinkwasserhygiene: Automatisierte Spülung nach DVGW W392-2
Der zentrale Ansatz besteht darin, Hygieneschutz und Netzüberwachung in einer einzigen Armatur zu vereinen. Die klassische Be- und Entlüftungsfunktion wird dabei mit einer automatisierten, hygienisch wirksamen Spülstrategie kombiniert. Stagnationsgefährdete Bereiche innerhalb der Trinkwasserinstallation werden dadurch regelmäßig gespült, wodurch die Trinkwasserqualität dauerhaft auf einem definierten Niveau gehalten wird.
Die Spülfunktion ist so ausgelegt, dass sie in frei definierbaren Intervallen – beispielsweise alle drei Monate – automatisch abläuft und sich an die jeweiligen Netzbedingungen anpassen lässt. Dadurch wird die Einhaltung der Hygieneanforderungen nach DVGW W392-2 unterstützt, ohne dass Servicepersonal vor Ort eingreifen muss. Manuell notwendige Spülvorgänge entfallen, der Prozess ist reproduzierbar und reduziert den operativen Aufwand erheblich.
Timo Bugert, Produkt Manager Global Engineering bei VAG, beschreibt aus technischer Sicht: „Das automatische Spülsystem integriert sich nahtlos in das System und bietet neben hygienischen Vorteilen auch klare Mehrwerte in Wartung und Netzbetrieb. Diese Integration schafft die Grundlage für eine dauerhaft reproduzierbare Hygienesicherheit im gesamten Netz.“
Zuverlässige Be- und Entlüftung von Rohrleitungssystemen
Neben der integrierten Spülfunktion erfüllt die Armatur ihre Kernaufgabe als Einkammer-Hochleistungsventil für die kontrollierte Be- und Entlüftung von Rohrleitungssystemen. Sie vereint die drei wesentlichen Funktionen: Belüftung beim Entleeren, Entlüftung beim Befüllen sowie kontinuierliche Betriebsentlüftung. Das Design ermöglicht eine stabile und effiziente Abführung sowohl großer Luftmengen während dynamischer Betriebsphasen als auch kleiner Luftvolumina im Dauerbetrieb – selbst bei Luftgeschwindigkeiten bis in den Bereich der Schallgeschwindigkeit.
Intelligente Netzüberwachung und hohe IT-Sicherheit
Darüber hinaus ermöglicht das intelligente Ventil die kontinuierliche Überwachung relevanter Betriebszustände. Die integrierte Sensorik und Systemsteuerung erfassen Druckverhältnisse und Ventilstellungen. Diese Daten werden nicht isoliert betrachtet, sondern ermöglichen eine fundierte Bewertung des Systemzustands. Betreiber erhalten auf Wunsch sowohl regelmäßige Statusinformation als auch Echtzeitwarnungen bei Abweichungen vom Normalbetrieb. Die gewonnenen Informationen ermöglichen eine kontinuierliche Zustandsüberwachung der Rohrleitungen und der Schachtinfrastruktur. Druckabweichungen, ungewöhnliche Betriebszustände oder unbefugte Zugriffe auf die Armatur beziehungsweise den Installationsschacht können frühzeitig erkannt und als Status- oder Warnmeldungen an den Netzbetreiber übermittelt werden. Dadurch lassen sich potenzielle Schadensereignisse wie Rohrbrüche oder kritische Betriebszustände frühzeitig identifizieren. Die Armatur übernimmt damit eine deutlich erweiterte Rolle im Versorgungsnetz.

Auch bei der Datenübertragung hat Sicherheit höchste Priorität. Die Kommunikation erfolgt unidirektional und verschlüsselt. Es werden ausschließlich Status- und Warnmeldungen aus dem Feld an den Betreiber übertragen; ein externer Zugriff auf die Armatur ist ausgeschlossen. Dadurch wird ein hohes Maß an IT-Sicherheit ermöglicht.
Die Kombination aus wartungsarmer Konstruktion – ausgelegt auf Betriebszeiten von mindestens drei Jahren ohne Vor-Ort-Einsatz – und integrierter Datenfunktion unterstützt die Einhaltung der Anforderungen nach DVGW W392-2 und ermöglicht eine nachhaltige Einbindung in bestehende sowie zukünftige Netzstrukturen. Gleichzeitig schafft sie die Grundlage für weiterführende Anwendungen wie zustandsbasierte Instandhaltung oder übergeordnete Netzanalysen.
Der Ansatz zeigt, dass die Zukunft der Wasserversorgung nicht in der isolierten Digitalisierung einzelner Komponenten liegt, sondern in der intelligenten Verknüpfung von Funktion und Information. Erst wenn die Armatur selbst zum aktiven Informationsträger wird, entsteht ein messbarer Mehrwert – sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Damit wird die Armatur zu einem integralen Bestandteil eines widerstandsfähigen und nachhaltigen Wasserversorgungsnetzes.
Quelle: Georg Fischer
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